BGH Beschluss vom 22.07.2002 – II ZR 113/00
II. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
II ZR 113/00
BESCHLUSS
vom
22. Juli 2002
in dem Rechtsstreit
Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 22. Juli 2002 durch
den Vorsitzenden Richter Dr. h.c. Röhricht und die Richter Dr. Hesselberger,
Prof. Dr. Henze, Kraemer und die Richterin Münke
beschlossen:
Die Erinnerung des Beklagten gegen die Kostenrechnung der
Kostenbeamtin des Bundesgerichtshofs vom 19. Februar 2002
wird zurückgewiesen.
Gründe
I. Der Beklagte hat gegen seine vorinstanzliche Verurteilung am 6. April
2000 Revision eingelegt und mit Schreiben vom 16. Juni 2000 (innerhalb der
verlängerten Revisionsbegründungsfrist) Prozeßkostenhilfe beantragt. Diesen
Antrag hat der Senat durch Beschluß vom 16. Juli 2001 mangels hinreichender
Erfolgsaussicht der mit der Revision beabsichtigten Rechtsverfolgung zurück-
gewiesen. Nachdem der Prozeßbevollmächtigte des Beklagten mit Schriftsatz
vom 12. September 2001 sein Mandat niedergelegt hatte und innerhalb der
letztmals bis 17. Oktober 2001 verlängerten Frist keine Revisionsbegründung
eingegangen war, hat der Senat die Revision aus diesem Grunde durch Be-
schluß vom 24. Januar 2002 auf Kosten des Beklagten als unzulässig verwor-
fen. Der Beklagte hat gegen die Kostenrechnung vom 19. Februar 2002
"Widerspruch" mit der Begründung eingelegt, daß er die Revision nur unter der
Bedingung der Gewährung von Prozeßkostenhilfe "angestrebt" habe.
II. Der "Widerspruch" des Beklagten ist als Erinnerung gegen den
Kostenansatz zulässig, aber nicht begründet.
Der Kostenansatz ist die gesetzliche Folge davon, daß der Prozeßko-
stenhilfeantrag des Beklagten vom 7. Juni 2000 durch Senatsbeschluß vom
16. Juli 2001 zurückgewiesen und die Revision des Beklagten mangels fristge-
rechten Eingangs einer Revisionsbegründung durch den Senatsbeschluß vom
24. Januar 2002 als unzulässig verworfen worden ist. Der Beklagte wurde durch
Schreiben der Rechtspflegerin des Senats vom 3. April 2002 bereits zutreffend
darauf hingewiesen, daß er bzw. sein Prozeßbevollmächtigter die Revision
nicht etwa nur unter der Bedingung der Bewilligung von Prozeßkostenhilfe ein-
gelegt hat. Wie er in seinem Schreiben vom 13. Mai 2002 selbst ausführt, hat er
sich auf Anraten seines vorinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten mit der
Durchführung des Revisionsverfahrens und mit der Bestellung von Rechtsan-
walt Dr. O. als Revisionsanwalt grundsätzlich einverstanden erklärt. Daß
der Senat der Revision keine hinreichende Erfolgsaussicht beigemessen und
deshalb das Prozeßkostenhilfegesuch des Beklagten vom 7. Juni 2000 zurück-
gewiesen hat, konnte der Beklagte bereits aus dem Senatsbeschluß vom
16. Juli 2001 entnehmen. Es trifft daher nicht zu, daß er "keine Antwort" auf
seinen Prozeßkostenhilfeantrag vom 7. Juni 2000 erhalten habe und dadurch
gehindert worden sei, seine Revision "noch zurückzuziehen".
Röhricht
Hesselberger
Henze
Kraemer
Münke