BGH Beschluß vom 19.07.2004 – IV ZR 183/03
IV. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
IV ZR 183/03
BESCHLUSS
vom
19. Juli 2004
in dem Rechtsstreit
Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-
zenden Richter Terno, die Richter Seiffert, Wendt, die Richterin
Dr. Kessal-Wulf und den Richter Felsch
am 19. Juli 2004
beschlossen:
Der Antrag der Revisionsbeklagten, den Tatbestand des
Senatsurteils vom 5. Mai 2004 zu berichtigen, wird als un-
zulässig verworfen.
Gründe
Der Tatbestand eines Revisionsurteils unterliegt grundsätzlich
nicht der Tatbestandsberichtigung gemäß § 320 ZPO, weil die in ihm
enthaltene gekürzte Wiedergabe des Parteivorbringens keine urkundli-
che Beweiskraft besitzt (vgl. dazu BGH, Beschluß vom 17. Dezember
1998 - V ZR 224/97 - NJW 1999, 796; BGH, Beschluß vom 27. Juni 1956
- IV ZR 317/55 - LM ZPO § 320 Nr. 2; Beschluß vom 9. November 1994
- IV ZR 294/93 - BGHR ZPO § 320 Revisionsurteil 2). Um einen Aus-
nahmefall, in dem der Tatbestand des Revisionsurteils nach einer Zu-
rückverweisung für das weitere Verfahren urkundliche Beweiskraft nach
§ 314 ZPO entfalten kann, (vgl. dazu BGH, Beschluß vom 22. Februar
1990 - IX ZR 257/88 - BGHR ZPO § 320 Revisionsurteil 1, wo der Tatbe-
stand eine prozessuale Erklärung einer Partei im Revisionsverfahren
wiedergab), geht es hier nicht (vgl. dazu auch BGH, Beschluß vom
9. November 1994 aaO).
Die Entscheidung über einen Tatbestandsberichtigungsantrag er-
geht gemäß § 320 Abs. 3 ZPO zwar an sich aufgrund mündlicher Ver-
handlung. Das gilt indes nicht für die Verwerfung eines unzulässigen An-
trags in der Revisionsinstanz (vgl. auch § 552 ZPO), da in einem solchen
Fall einer mündlichen Verhandlung keine Bedeutung zukommt (BGH, Be-
schluß vom 9. November 1994 aaO; Beschluß vom 17. Dezember 1998
aaO).
Terno Seiffert Wendt
Dr. Kessal-Wulf Felsch