BGH Urteil vom 11.07.2005 – II ZR 285/03
II. Zivilsenat
Berichtigter Leitsatz
Nachschlagewerk: ja
BGHZ:
nein
BGHR:
ja
GmbHG § 31 Abs. 3, § 32 a Abs. 3 Satz 2
a) Der Ausschluß der Eigenkapitalersatzregeln für nicht geschäftsführende Ge-
sellschafter mit einer Beteiligung von bis zu 10 % gemäß § 32 a Abs. 3
Satz 2 GmbHG gilt erst für nach Inkrafttreten dieser Vorschrift am 24. April
1998 (Art. 5 KapAEG v. 20. April 1998, BGBl. I, 707) verwirklichte Tatbestän-
de des Eigenkapitalersatzes (Bestätigung von BGH, Urt. v. 27. November
2000 - II ZR 179/99, WM 2001, 202, 203 = ZIP 2001, 115).
b) Bei einer Ausfallhaftung entsprechend § 31 Abs. 3 GmbHG kommt es auf
den Zeitpunkt der eigenkapitalersetzenden Leistung - oder den der Umquali-
fizierung einer Leistung in funktionales Eigenkapital - und nicht auf den Zeit-
punkt an, zu dem feststeht, daß der an sich zur Rückgewähr verpflichtete
Gesellschafter dazu nicht in der Lage ist und daher die Ausfallhaftung der üb-
rigen Gesellschafter eingreift.
BGH, Urteil vom 11. Juli 2005 - II ZR 285/03 - OLG Frankfurt am Main
LG Limburg