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BGH Beschluss vom 28.07.2008 – NotZ 112/07
Senat fuer Notarsachen
BUNDESGERICHTSHOF
NotZ 112/07
BESCHLUSS
vom
28. Juli 2008
in dem Verfahren
wegen Bestellung zum Notar
Der Bundesgerichtshof, Senat für Notarsachen, hat durch den Vorsitzen-
den Richter Schlick, die Richter Wendt und Dr. Appl sowie die Notare
Dr. Lintz und Justizrat Dr. Bauer
am 28. Juli 2008
beschlossen:
Die sofortige Beschwerde des Antragstellers gegen den Be-
schluss des Senats für Notarsachen des Oberlandesgerichts
Stuttgart vom 13. Juli 2007 - Not 167/06 (Mo) - wird zurück-
gewiesen.
Der Antragsteller hat die Gerichtskosten des Beschwerdever-
fahrens zu tragen und dem Antragsgegner sowie den weite-
ren Beteiligten die im Beschwerdeverfahren entstandenen
Kosten zu erstatten.
Der Geschäftswert für das Beschwerdeverfahren wird auf
50.000 € festgesetzt.
Gründe:
1
I. Der Antragsgegner schrieb am 2. November 2005 auf seiner
Homepage
(http://www.justiz-bw.de) 25 Notarstellen
- erstmalig zur
hauptberuflichen Amtsausübung - an 15 Amtssitzen
im badischen
Rechtsgebiet aus. Innerhalb der bis zum 30. November 2005 laufenden
Bewerbungsfrist gingen von 102 Bewerbern einschließlich der Mehrfach-
bewerbungen insgesamt 655 Bewerbungen ein, davon 31 für den Amts-
sitz M. .
Das Bewerberfeld bestand insgesamt aus
46 im badischen Rechtsgebiet bestellten Notaren im Landesdienst,
5 im badischen Rechtsgebiet bestellten Notarvertretern,
15 in anderen Ländern bestellten Notaren zur hauptberuflichen
Amtsausübung,
11 in anderen Ländern ernannten Notarassessoren,
16 Rechtsanwälten,
3 sonstigen Bewerbern mit Befähigung zum Richteramt,
4 Bezirksnotaren ohne Befähigung zum Richteramt und
2 Württembergische Notariatsassessoren außerhalb des
Landesdienstes.
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Mit Blick auf die unterschiedlichen Qualifizierungen der verschie-
denen Bewerbergruppen vor allem im notarspezifischen Bereich ent-
schied sich der Antragsgegner gegen die vorherige Aufstellung eines
starren - abstrakten - Bewertungs- und Auswahlschemas etwa in Form
eines Punktesystems und stattdessen für eine alle Bewerber verglei-
chende individuelle Eignungsprognose. Dazu brachte er in einem ersten
Schritt das gesamte Bewerberfeld unabhängig von einem bestimmten
Amtssitz in eine Reihenfolge unter Auswertung der für jeden Bewerber
erstellten Einzelprofile, in die insbesondere folgende Kriterien einflossen:
Ergebnisse der beiden juristischen Staatsprüfungen, insbe- sondere das Ergebnis der die juristische Ausbildung ab- schließende Staatsprüfung.
Beurteilungen im Rahmen der notariellen Tätigkeit
Ausmaß berufspraktischer Erfahrungen
Quantitative Arbeitsergebnisse
(Fortbildungs-, Notarspezifische Qualifikationsmerkmale Vortrags-, Dozenten- oder Veröffentlichungsaktivitäten, no- tarspezifische Promotion)
Verdienste im Rahmen des beruflichen Werdeganges als Notar im Landesdienst einschließlich Erreichen von Beför- derungsstufen sowie etwaiger Zusatzqualifikationen.
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Anschließend setzte er aus dem Kreis der besten Bewerber der im
badischen Rechtsgebiet bestellten Notare im Landesdienst (so genannte
Amts- oder Richternotare) qualifikationsabstufend die ersten 18 Plätze
fest. Dabei stützte er sich auf den Regelvorrang des § 115 Abs. 2 BNotO
i.V. mit § 7 Abs. 1 BNotO und berücksichtigte besonders die Note des
abschließenden Staatsexamens und das aus herausragenden Beurtei-
lungen der Präsidenten der Landgerichte abgeleitete notarspezifische
Bewährungsprofil. Die weiteren 15 Plätze, die für die Besetzung aller
Stellen infolge der von Mehrfachbewerbern angegebenen bevorzugten
Amtssitze erforderlich wurden, ermittelte er durch Vergleich der übrigen
Bewerber. Diese so festgelegte Qualifikationsreihenfolge auf den ersten
33 Plätzen legte er den einzelnen Besetzungsvorschlägen zugrunde, bei
denen sich die Bewerber um die jeweilige Stelle abschließend unmittel-
bar vergleichend gegenüber gestellt sehen.
4
Dabei kamen der seit 2000 als Notarassessor in Thüringen tätige,
von 2003 bis April 2005 an das Deutsche Notarinstitut (DNotI) abgeord-
nete und im Mai 2005 - unter gleichzeitiger Abordnung an zwei badische
Notariate - zum Richter sowie während des Beschwerdeverfahrens zum
Justizrat ernannte weitere Beteiligte zu 4 auf Platz 25 der Rangliste. Der
Antragsteller, 1995 als Notaranwärter angestellt und seit seiner Bestel-
lung zum Notar 1998 in W. /Thüringen tätig, erreichte Platz 33.
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Der Antragsteller und die weiteren Beteiligten bewarben sich unter
anderem auf die für M. ausgeschriebene Notarstelle. Mit Bescheid
vom 1. Juni 2006 teilte der Antragsgegner dem Antragsteller unter aus-
zugsweiser Beifügung seiner Auswahlentscheidung mit, dass seiner Be-
werbung die der besser geeigneten weiteren Beteiligten sowie ein weite-
rer Bewerber vorgingen. Unter Berücksichtigung der von einzelnen Be-
werbern vorrangig beworbenen Stellen sei derzeit für die M.
Stelle der weitere Beteiligte zu 4 vorgesehen.
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Der Antragsteller sieht sich durch die getroffene Auswahlentschei-
dung in seinen Grundrechten insbesondere aus Art. 12 GG und Art. 3 GG
verletzt. Er wendet sich in erster Linie gegen die vom Antragsgegner
nach der jeweiligen Eignung festgelegte Rangfolge insoweit, als ihm die
auf den Rängen 23 bis 32 platzierten Bewerber bei der Besetzung der
von ihm beworbenen Stellen vorgezogen werden sollen. Der Antragsgeg-
ner habe die so genannte Landeskinderklausel und - wie auch das Ober-
landesgericht - den gebotenen Vergleich sämtlicher Bewerber nicht vor-
genommen. Es fehle insgesamt an der notwendigen einheitlichen Festle-
gung der Bewerberreihenfolge für alle 25 ausgeschriebenen Stellen.
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Abgesehen davon habe der Antragsgegner von dem ihm bei einem
Eignungsvergleich zustehenden Beurteilungsspielraum fehlerhaften Ge-
brauch gemacht. So sei ihm insbesondere bei fremden Bewertungen wie
die der Prüfer im Staatsexamen, der Ausbildungsnotare und Amtsprüfer
kein eigener Beurteilungsspielraum eingeräumt, er sei vielmehr auf eine
richtige Interpretation der fremden Beurteilung beschränkt; sein Beurtei-
lungsspielraum sei daher viel kleiner als von ihm angenommen.
8
In Bezug auf die weiteren Beteiligten sei die Entscheidung vor al-
lem deswegen fehlerhaft, weil diese nach den Ergebnissen der juristi-
schen Staatsprüfungen weniger geeignet seien, seine - des Antragstel-
lers - dienstlichen Beurteilungen unzureichend gewürdigt worden seien,
die Beurkundungszahlen ein zu starkes Gewicht erhalten hätten und er
nicht zuvor auf die Relevanz von Fortbildung und Publikationen hinge-
wiesen worden sei. Insgesamt fehle es der Besetzungsentscheidung an
einer gleichmäßigen Berücksichtigung aller Kriterien bei jedem Bewerber.
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Das Oberlandesgericht hat seinem Antrag auf gerichtliche Ent-
scheidung mit dem Inhalt, den Antragsgegner zu verpflichten, seine Be-
werbung auf die Notarstelle M. neu zu bescheiden, zurückgewiesen.
Hiergegen richtet sich seine sofortige Beschwerde, mit der er sein Be-
gehren auf beurteilungsfehlerfreie Neuentscheidung der Rangfolge, so-
weit es (auch) um die Besetzung dieser Stelle geht, weiter verfolgt.
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II. Die sofortige Beschwerde ist gemäß § 111 Abs. 4 BNotO i.V. mit
§ 42 Abs. 4 BRAO zulässig, in der Sache aber unbegründet. Die getrof-
fene Auswahlentscheidung erweist sich im Ergebnis als rechtsfehlerfrei.
Der Antragsgegner hat den ihm dabei zustehenden Beurteilungsspiel-
raum (BGHZ 124, 327) auf der Grundlage der gesetzlichen Eignungskri-
terien des § 6 Abs. 3 BNotO und des § 115 Abs. 2 BNotO über eine ver-
gleichende individuelle Bewertung aller Bewerber zutreffend angewandt
und ausgeschöpft.
11
Eine - allein im Ermessen des Gerichts stehende (vgl. Sternal in:
Keidel/Kuntze/Winkler, FGG 15. Aufl. Vorb. §§ 3-5 und 7 Rn. 14; Zöller/
Greger, ZPO 26. Aufl. § 147 Rn. 4) - Verbindung der Konkurrentenstreit-
verfahren des Antragstellers um die Stellen H. , Ma. und
M. scheidet aus. Der Antragsteller übersieht - worauf er schon mit
Schreiben des Senatsvorsitzenden vom 12. Oktober 2007 hingewiesen
worden ist -, dass es sich bei der Rangliste lediglich um eine erste vor-
läufige Ordnungsmaßnahme für das zahlenmäßig große Bewerberfeld
handelt, die einen besonderen Verbindungszusammenhang für die recht-
lich und tatsächlich selbständig zu behandelnden Besetzungsentschei-
dungen für konkrete Notarstellen und die dagegen angestrengten Kon-
kurrentenstreitverfahren nicht herzustellen vermag.
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1. Der Antragsgegner war nicht gehindert, sich bei der Auswahl für
einen individuellen Eignungsvergleich sämtlicher Bewerber zu entschei-
den. Die darauf bezogenen Rügen, diese nicht ausreichend durchschau-
bare Auswahlmethode lege - anders als feste Bewertungsschemata, die
auch der Antragsteller selbst nicht erwartet - die Gewichtung der Aus-
wahlkriterien mangels eindeutig definierter Grundlagen des Eignungsver-
gleichs nicht offen und bedinge eine höchst uneinheitliche, kaum nach-
vollziehbare und nicht hinreichend verifizierbare Anwendung der Bewer-
tungskriterien, greifen ebenso wenig durch wie der Vorwurf, eine auf den
Einzelfall bezogene Würdigung der persönlichen und fachlichen Eignung,
die in eine Prognose einmünden müsse, sei nicht zu erkennen.
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a) Der Senat hat die erstmalige Bestellung von Notaren zur haupt-
beruflichen Amtsausübung im badischen Rechtsgebiet und das vom An-
tragsgegner im Besetzungsverfahren für diese neu geschaffenen Nurno-
tarstellen in Baden erstellte Auswahlkonzept und seine Umsetzung ins-
gesamt einschließlich der Anwendung des Regelvorrangs aus § 115
Abs. 2 BNotO i.V. mit § 7 Abs. 1 BNotO gebilligt (vgl. nur Beschlüsse
vom 23. Juli 2007 - NotZ 42/07 - BGHZ 173, 297; NotZ 50/06 - DNotZ
2008, 231 = ZNotP 2007, 423; NotZ 51/06 - juris; NotZ 52/06 - ZNotP
2007, 471; NotZ 54/06 - BGHZ 173, 307; NotZ 2/07 - juris; NotZ 3/07 -
juris; NotZ 4/07 - juris).
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Dagegen eingelegte Verfassungsbeschwerden hat das Bundesver-
fassungsgericht sämtlich nicht zur Entscheidung angenommen und dabei
ausdrücklich die Errichtung dieser Notarstellen, die angewandte Aus-
wahlmethode und das konkrete Vorgehen bei der Besetzungsentschei-
dung für verfassungsrechtlich unbedenklich erklärt (vgl. nur Beschlüsse
vom 16. Oktober 2007 - 2 BvR 1825/07 - [zu Senat NotZ 42/07]; 20. Sep-
tember 2007 - 1 BvR 2312/07 - [zu Senat NotZ 2/07]; 21. September
2007 - 1 BvR 2311/07 - [zu Senat NotZ 50/06]; 24. September 2007 - 1
BvR 2319/07 - juris [zu Senat NotZ 54/06]; 18. Dezember 2007 - 1 BvR
2203/07 - [zu Senat NotZ 51/06]; 18. Dezember 2007 - 1 BvR 2241/07 -
[zu Senat NotZ 3/07]; 18. Dezember 2007 - 1 BvR 2177/07 - [zu Senat
NotZ 4/07]).
15
Danach ist sämtlichen auf Art. 12 Abs. 1 GG i.V. mit Art. 33 Abs. 2
und Abs. 5 GG, Art. 3 Abs. 1 GG sowie § 4 BNotO, § 6 Abs. 3 BNotO und
§ 115 Abs. 2 BNotO i.V. mit § 7 Abs. 1 BNotO bezogenen generellen
Wirksamkeitsbedenken von Bewerbern gegen die jeweiligen Auswahlent-
scheidungen die Grundlage entzogen. Denn das Bundesverfassungsge-
richt hat damit zugleich die in den zuvor genannten Beschlüssen des Se-
nats näher dargelegte Auffassung zur Rechtmäßigkeit des gesamten Be-
setzungsverfahrens - so wie vom Antragsgegner praktiziert - von der
Stelleneinrichtung über die Ausschreibung und das Auswahlverfahren bis
hin zur vom Antragsgegner gewählten Ausrichtung der Auswahlentschei-
dung mit den berücksichtigten Kriterien für die persönliche und fachliche
Eignung der Bewerber bestätigt.
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b) Daraus ergibt sich - zusammenfassend - folgendes:
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Der Antragsgegner war auch unter Transparenzgesichtspunkten
- bzw. unter dem vom Antragsteller vermissten Gesichtspunkt der Konsis-
tenz der Besetzungsentscheidungen - nicht gehalten, bereits bei der
Ausschreibung mitzuteilen, welche Kriterien mit welcher Gewichtung über
die Auswahl entscheiden. Er durfte vielmehr mit der Festlegung des ge-
nauen Modus für die Bewerberauswahl abwarten, bis feststand, wie sich
das Bewerberfeld zusammensetzte, um so Gefahren einer sachwidrigen
Verengung des Bewerberfeldes durch ein vorher festgelegtes detailliertes
Anforderungsprofil vorzubeugen und damit zu gewährleisten, dass die
Auswahl tatsächlich unter allen potentiellen Bewerbern erfolgen kann
(vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 18. Dezember 2007 - 1 BvR 2203/07 und 1
BvR 2177/07). Auf diese Erkenntnisgrundlage gestützt konnte er an-
schließend - wie mit Bescheid vom 1. Juni 2006 geschehen - nachprüfba-
re Auswahlmaßstäbe abstrakt wie auch konkret mit Blick auf die unter-
schiedlichen Qualifikationen innerhalb des Bewerberkreises festlegen.
Die dabei angewandte Auswahlmethode eines alle Bewerber einbezie-
henden individuellen Eignungsvergleichs anstelle etwa eines Punktesys-
tems ist bereits angesichts des sehr inhomogenen Bewerberfeldes unbe-
denklich. Gleiches gilt für ihre anschließende Umsetzung anhand der zu-
nächst erstellten Rangliste unter Berücksichtigung des Regelvorrangs
gemäß § 115 Abs. 2 BNotO i.V. mit § 7 Abs. 1 BNotO und des nachfol-
genden umfassenden Vergleichs der um die konkrete Stelle streitenden
Konkurrenten nach ihrer persönlichen und fachlichen Eignung gemäß § 6
Abs. 1 und Abs. 3 BNotO.
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Nicht zu beanstanden sind schließlich auch die vom Antragsgegner
für die Bewertung der fachlichen Eignung herangezogenen Eignungs-
merkmale einschließlich ihrer generellen Gewichtung. Das betrifft insbe-
sondere die grundsätzliche Einbeziehung des jeweiligen beruflichen
Werdeganges (insbesondere die Laufbahn im Landesdienst), die Ergeb-
nisse der Staatsexamina, die dienstlichen Beurteilungen, die notarspezi-
fischen Fortbildungsveranstaltungen, den Umfang der Beurkundungstä-
tigkeit und die angegebenen, berücksichtigungsfähigen Zusatzqualifikati-
onen bei der Profilerstellung und der nachfolgenden Auswertung, wie sie
sich aus dem Vermerk über die vergleichende Bewertung der Mitbewer-
ber und den Zusatzerläuterungen in der Antragserwiderung ergeben.
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Zur näheren Begründung kann - auch um unnötige bloße Wieder-
holungen zu vermeiden - auf die vorgenannten Beschlüsse des Bundes-
verfassungsgerichts und des Senats verwiesen werden.
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2. Die lediglich noch verbleibende Überprüfung der einzelfallbezo-
genen Anwendung dieser Kriterien unter Berücksichtigung des dem An-
tragsgegner dabei zustehenden Beurteilungsspielraums gibt ebenfalls zu
Beanstandungen keinen Anlass. Nach den aufgeführten Grundlagen er-
weist sich seine Abwägung zugunsten des weiteren Beteiligten zu 4 im
Ergebnis als fehlerfrei. Insoweit kann - zumal der Antragsteller sich im
wesentlichen auf allgemeine Angriffe gegen die Auswahlentscheidung
beschränkt, aber nicht mit Substanz darlegt, warum nach dem Prinzip der
Bestenauslese die konkrete Stelle nicht durch den weiteren Beteiligten
zu 4, sondern durch ihn selbst besetzt werden müsste (vgl. BVerfG, Be-
schluss vom 20. September 2007 - 1 BvR 2312/07) - auf die zutreffenden
umfassenden Ausführungen des Oberlandesgerichts in dem angefochte-
nen Beschluss Bezug genommen werden.
21
Hinsichtlich des weiteren Beteiligten zu 3 - der allerdings nicht für
die M. Stelle vorgesehen ist und daher in diesem Verfahren auch
nicht mit dem Antragsteller konkurriert - sowie des Qualifikationsver-
gleichs über die allgemeine juristische Befähigung, berufspraktische Er-
fahrung, quantitativen Arbeitsergebnisse, dienstliche Beurteilungen sowie
notarspezifische Zusatzqualifikationen wird ergänzend auf den parallel
ergangenen Senatsbeschluss vom 28. Juli 2008 (NotZ 32/07) betreffend
die Auswahlentscheidung über die Besetzung der vom Antragsteller e-
benfalls beworbenen Notarstelle H. verwiesen.
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Nach der allgemeinen juristischen Befähigung sind der Antragstel-
ler und der weitere Beteiligte zu 4 gleich gut geeignet. Beide haben das
erste Staatsexamen mit „gut“ (Antragsteller 12,23 Punkte, weiterer Betei-
ligter zu 4 11,79 Punkte) und das - bedeutendere - zweite Staatsexamen
mit "vollbefriedigend" (Antragsteller 10,36 Punkte, weiterer Beteiligter
zu 4 10,32 Punkte) bestanden. Diese sehr geringen Punktedifferenzen
lassen einen signifikanten Eignungsunterschied nicht erkennen.
23
Der Antragsteller verfügt zwar - wie vom Antragsgegner und vom
Oberlandesgericht gewürdigt - über deutlich umfangreichere berufsprak-
tische Erfahrungen im Notariat als der mit Ablauf der Bewerbungsfrist am
30. November 2005 noch nicht zum Notar bestellte weitere Beteiligte
zu 4, was auch den Vergleich der quantitativen Arbeitsergebnisse beein-
flusst. Bei letzterem hat der Antragsgegner allerdings zu Recht nicht au-
ßer Acht gelassen, dass der weitere Beteiligte zu 4 bereits im ersten
Halbjahr seiner Tätigkeit in den badischen Notariaten mit ca. 1200 Ur-
kundsgeschäften deutlich mehr Urkundsgeschäfte vorgenommen hat, als
der Antragsteller jemals im Jahresdurchschnitt getätigt hat.
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Der weitere Beteiligte zu 4 hat indes mit seiner - senatsbekannt
(vgl. Senatsbeschluss vom 20. November 2006 - NotZ 16/06 - juris
Rn. 23) - wissenschafts- und praxisorientierten anspruchsvollen, gut zwei
Jahre ausgeübten Tätigkeit beim Deutschen Notarinstitut außer in den
Referaten „Wiedervereinigungsrecht“ und „Immobilienrecht“ vor allem im
Referat "Internationales und Ausländisches Privatrecht" eine besondere
notarspezifische Zusatzqualifikation vorzuweisen. Die dabei gezeigten
Leistungen wurden mit der Höchstpunktzahl von 8 Punkten bewertet.
Daneben hat er eine herausragend bewertete und sogar prämierte Dis-
sertation aus dem Bereich des Internationalen Privatrechts vorzuweisen.
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Angesichts dieses notarspezifischen Engagements und der darüber
hinaus ausgewiesenen wissenschaftlichen Befähigung in Verbindung mit
dem bereits gezeigten großen Einsatz als Notarvertreter durfte der An-
tragsgegner, ohne seinen Beurteilungsspielraum zu überschreiten, dem
weiteren Beteiligten zu 4 trotz der deutlich längeren beruflichen Erfah-
rungen des Antragstellers im Notariat den Vorzug geben.
Schlick Wendt Appl
Lintz Bauer
Vorinstanz:
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 13.07.2007 - 22 Not 167/06 (Mo) -