BGH Beschluss vom 23.09.2009 – III ZR 16/06
III. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
III ZR 16/06
BESCHLUSS
vom
23. September 2009
in dem Rechtsstreit
Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23. September 2009 durch
den Vizepräsidenten Schlick und die Richter Dörr, Dr. Herrmann, Hucke und
Tombrink
beschlossen:
Von der Erhebung der Gerichtskosten für das Revisionsverfahren
wird gemäß § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG abgesehen, da nach den
Ausführungen in der Endgültigen Entscheidung des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte vom 7. Oktober 2008 von einer
objektiv unrichtigen Sachbehandlung durch das Oberlandesgericht
München auszugehen ist und bei einem ordnungsgemäßen Ver-
fahren der Revisionsrechtszug vermieden worden wäre.
Demgegenüber gibt es keine Rechtsgrundlage dafür, dem Beklag-
ten die Kosten des Revisionsverfahrens aufzuerlegen. Der vom
Kläger insoweit angeführte Art. 46 MRK kann hierfür schon des-
halb nicht herangezogen werden, weil ein Urteil des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte nicht ergangen ist.
Schlick
Dörr
Herrmann
Hucke
Tombrink
Vorinstanzen:
LG München I, Entscheidung vom 23.01.2002 - 9 O 20233/98 -
OLG München, Entscheidung vom 17.03.2005 - 1 U 2218/02 -