Gesetze / Rechtsprechung / BGH
BGH Beschluss vom 14.12.2009 – IX ZR 237/06
IX. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
IX ZR 237/06
BESCHLUSS
vom
14. Dezember 2009
in dem Rechtsstreit
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter
Dr. Ganter, die Richter Prof. Dr. Kayser, Prof. Dr. Gehrlein, Dr. Fischer und
Grupp
am 14. Dezember 2009
beschlossen:
Die Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 22. Oktober
2009 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.
Gründe:
1
Die Anhörungsrüge ist unbegründet. Die Gerichte sind nach Art. 103
Abs. 1 GG verpflichtet, das Vorbringen der Parteien zur Kenntnis zu nehmen
und in Erwägung zu ziehen. Hingegen ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte
des Parteivortrags in den Gründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu be-
scheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f). Der Senat hat in der Beratung am 22. Ok-
tober 2009 die Angriffe der Nichtzulassungsbeschwerde des Beklagten in vol-
lem Umfang darauf geprüft, ob sie einen Zulassungsgrund ergeben. Er hat un-
ter diesem Gesichtspunkt die Beanstandungen sämtlich für nicht durchgreifend
erachtet und hat insoweit seinem die Beschwerde verwerfenden Beschluss eine
kurze Begründung beigefügt.
2
Von einer weiterreichenden Begründung kann auch in diesem Verfah-
rensabschnitt in entsprechender Anwendung des § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2
ZPO abgesehen werden. Weder aus § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO, nach dem der
Beschluss kurz begründet werden soll, noch unmittelbar aus dem Verfassungs-
recht ergibt sich eine Verpflichtung zu einer weitergehenden Begründung der
Entscheidung. Ansonsten hätte es eine Partei in der Hand, mittels einer Anhö-
rungsrüge nach § 321a ZPO die Bestimmung des § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2
ZPO auszuhebeln. Nach der Gesetzesbegründung kann eine Gehörsrüge ge-
gen die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwerde nicht dazu einge-
legt werden, eine Begründungsergänzung herbeizuführen (vgl. BT-Drucks.
15/3706 S. 16).
Ganter
Kayser
Gehrlein
Fischer
Grupp
Vorinstanzen:
LG Köln, Entscheidung vom 28.04.2006 - 18 O 501/00 -
OLG Köln, Entscheidung vom 29.11.2006 - 8 U 36/06 -