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Landgericht Köln Urteil vom 23.03.2011 – 23 O 127/10

ECLI:DE:LGK:2011:0323.23O127.10.00

Tenor

Die Klage wird ab­ge­wie­sen.

Die Kos­ten des Rechts­streits trägt der Klä­ger.

Das Urteil ist vor­läu­fig voll­streck­bar. Dem Klä­ger ist nach­ge­las­sen, die Voll­stre­ckung je­weils zu voll­stre­cken­den Be­tra­ges ab­zu­wen­den, wenn gegen Si­cher­heits­leis­tung in Höhe von 110 % des nicht die Be­klag­te vor der Voll­stre­ckung Si­cher­heit in glei­cher Höhe leis­tet.

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Die Par­tei­en strei­ten um den Fort­be­stand des zwi­schen ihnen be­grün­de­ten Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses sowie um die Zah­lung von Kran­ken­ta­ge­geld für den Zeit­raum vom 02.10. bis zum 30.11.2009.

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Der Klä­ger schloss mit der Rechts­vor­gän­ge­rin der Be­klag­ten, der T- Kran­ken­ver­si­che­rung AG, am 27.04.1985 eine Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung nach den Ta­ri­fen VA8 und VA15, wo­nach der Klä­ger im Falle der Ar­beits­un­fä­hig­keit ab dem 8. Tag einen An­spruch auf Kran­ken­ta­ge­geld in Höhe von 153,39 € sowie ab dem 15. Tag in Höhe von wei­te­ren 102,26 € hatte. Die MB/KT 2009 nebst Ta­rif­be­din­gun­gen der Be­klag­ten wur­den Be­stand­teil des Ver­tra­ges.

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Der Klä­ger er­reich­te am 08.03.2009 das 65. Le­bens­jahr. Er geht sei­ner Tä­tig­keit als selb­stän­di­ger Zahn­arzt in ei­ge­ner Pra­xis wei­ter nach, be­zieht Rente vom zahn­ärzt­li­chen Ver­sor­gungs­werk in Höhe von 1.925,13 € sowie zu­sätz­lich seit dem 01.04.2009 eine Re­gel­alters­ren­te von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung in Höhe von 306,50 €.

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Be­reits unter dem 26.03.2007 wies die Recht­vor­gän­ge­rin der Be­klag­ten den Klä­ger schrift­lich da­rauf hin, dass grund­sätz­lich neben einem Ren­ten­be­zug aus dem Ver­sor­gungs­werk für Zahn­ärz­te die Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung un­ver­än­dert be­ste­hen blei­ben könne, wenn der Klä­ger nur in ei­ge­ner Pra­xis un­ein­ge­schränkt und ohne Än­de­rung der Ein­kom­mens­si­tu­a­tion tätig blie­be.

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Ab Au­gust 2009 wurde das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis auf Sei­ten des Ver­si­che­rers nach Be­stands­über­tra­gung durch die Be­klag­te fort­ge­führt, wo­rauf sie den Klä­ger mit Schrei­ben vom 16.09.2009 unter gleich­zei­ti­ger Über­mitt­lung eines ak­tu­a­li­sier­ten Ver­si­che­rungs­scheins hin­wies. Unter dem 19.10.2009 teil­te die Be­klag­te dem Klä­ger wegen Er­rei­chens des 65. Le­bens­jah­res das Ende sei­ner Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung zum 31.12.2009 mit und un­ter­rich­te­te den Klä­ger über sein Recht, bin­nen 2 Mo­na­ten ab Er­halt des Schrei­bens eine neue Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung zu dem alten Bei­trag ab­zu­schlie­ßen. Der Klä­ger be­an­trag­te mit Schrei­ben vom 29.10.2009 die Fort­set­zung der Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung und über­mit­tel­te der Be­klag­ten zu­gleich sei­nen Ren­ten­be­scheid der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung. Da­rauf­hin teil­te die Be­klag­te dem Klä­ger mit Schrei­ben vom 28.10.2009 mit, dass die Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung nun­mehr ab dem 01.04.2009 wegen Be­zugs von Al­ters­ren­te be­en­det sei und nahm dabei Rück­griff auf den Be­en­di­gungs­tat­be­stand des § 15 Abs. 1 c) der MB/KT. Da­nach endet das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis „mit dem Bezug von Al­ters­ren­te, spä­tes­tens, so­fern ta­rif­lich ver­ein­bart, mit Vol­len­dung des 65. Le­bens­jah­res.“ Nach Nr. 2 der Ta­rif­be­din­gun­gen sind ver­si­che­rungs­fä­hig Ärzte für die Zeit ihrer Er­werbs­tä­tig­keit bis zum vol­len­de­ten 65. Le­bens­jahr. Da­rü­ber hi­naus ist eine Wei­ter­ver­si­che­rung mög­lich für Per­so­nen, die u.a. kein Al­ters­ru­he­geld be­zie­hen.

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Nach den zu dem ein­schlä­gi­gen Tarif VA gel­ten­den in­ter­nen Ri­si­ko­be­ur­tei­lun­gen und Be­son­der­hei­ten be­steht eine Aus­nah­me zu vor­ge­nann­tem Be­en­di­gungs­tat­be­stand. Darin heißt es:

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„Bei In­an­spruch­nah­me einer vor­ge­zo­ge­nen Rente aus einem be­rufs­tän­di­schem Ver­sor­gungs­werk (z.B. Ver­sor­gungs­wer­ke für Ärzte und Zahn­ärz­te) wird von § 15 Abs. 1 c MB/KT 94 kein Ge­brauch ge­macht, wenn die Be­rufs­tä­tig­keit wei­ter aus­ge­übt wird.“

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Der Klä­ger litt in der Zeit vom 02.10. bis zum 30.11.2009 an einer Harn­in­kon­ti­nenz nach ra­di­ka­ler Pro­sta­to­ve­si­ku­lek­to­mie.

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Die Be­klag­te ver­wei­gert seit­her die Fort­set­zung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges sowie die Zah­lung von Kran­ken­ta­ge­geld.

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Der Klä­ger ist der An­sicht, er falle unter vor­ge­nann­te Aus­nah­me­re­gel mit der Folge, dass § 15 Abs. 1 c MB/KT 2009 nicht ein­schlä­gig sei. Oh­ne­hin er­ge­be sich ein An­spruch auf Fort­set­zung der Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung schon aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten vom 26.03.2007, je­den­falls aber aus der Über­sen­dung des Ver­si­che­rungs­scheins vom 08.09.2009. Un­ab­hän­gig davon be­ste­he aber auch ein An­spruch auf Fort­set­zung des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses auf­grund ent­spre­chend ge­stell­ten An­trags vom 29.10.2009 in Ver­bin­dung mit § 196 VVG.

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Der Klä­ger be­haup­tet zudem, in dem Zeit­raum vom 02.10. bis zum 30.11.2009 ar­beits­un­fä­hig ge­we­sen zu sein.

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Der Klä­ger be­an­tragt,

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1        die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Kran­ken­ta­ge­geld für die Zeit der Ar­beits­un­fä­hig­keit vom 02.10.2009 bis zum 30.11.2009 in Höhe von 5.777,69 € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz der EZB hie­raus seit Rechts­hän­gig­keit zu zah­len,

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2        fest­zu­stel­len, dass der zwi­schen den Par­tei­en am 27.04.1985 ab­ge­schlos­se­ne Ver­dienst­aus­fall­ver­si­che­rungs­ver­trag in Form einer Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung auch über den 31.03.2009 fort­be­steht,

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3        die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihn von au­ßer­ge­richt­li­chen, nicht an­re­chen­ba­ren An­walts­kos­ten in Höhe von 546,69 € frei­zu­stel­len.

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Die Be­klag­te be­an­tragt,

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die Klage ab­zu­wei­sen.

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Die Be­klag­te ist der An­sicht, der Um­stand, dass der Klä­ger nicht nur Rente aus dem Ver­sor­gungs­werk be­zieht, son­dern da­rü­ber hi­naus auch Rente von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung, habe sie zur Be­en­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges be­rech­tigt und schlie­ße ins­be­son­de­re die An­wen­dung der Aus­nah­me­re­ge­lung aus.

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Hilfs­wei­se be­strei­tet die Be­klag­te, dass der Klä­ger im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum, für den er das Kran­ken­ta­ge­geld be­gehrt, voll­stän­dig ar­beits­un­fä­hig war und sei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit in kei­ner Weise nach­ge­hen konn­te.

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Wegen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schrift­sät­ze sowie die zu den Akten ge­reich­ten Ur­kun­den Bezug ge­nom­men.

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Ent­schei­dungs­grün­de

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Die zu­läs­si­ge Klage ist un­be­grün­det.

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Dem Klä­ger steht weder die be­gehr­te Fest­stel­lung auf Fort­set­zung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges noch ein An­spruch auf Zah­lung von Kran­ken­ta­ge­geld für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum vom 02.10. bis zum 30.11.2009 aus dem zwi­schen den Par­tei­en ge­schlos­se­nen Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rungs­ver­hält­nis in Ver­bin­dung mit den §§ 1, 49, 178 Abs. 1 VVG a.F., 1 Abs. 2 AVB zu, da das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis ab dem 01.04.2009 be­en­det ist.

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Nach § 15 Abs. 1 c) MB/KT 2009 endet das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis mit dem Bezug von Al­ters­ren­te und zwar ohne Be­en­di­gungs­frist bis zum Ende des lau­fen­den Ka­len­der­jah­res wie dies nur für den Fall des Er­rei­chens des 65. Le­bens­jah­res in Ab­schnitt E Nr. 2 der Ta­rif­be­din­gun­gen als Aus­nah­me ge­re­gelt ist.

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Der Klä­ger be­zieht un­strei­tig seit dem 01.04.2009 eine Rente von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung in Höhe von mo­nat­lich 306,50 € und er­füllt damit die Vo­raus­set­zung für eine Be­en­di­gung nach vor­ge­nann­ter Vor­schrift.

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Dass er zu­gleich eine Rente vom zahn­ärzt­li­chen Ver­sor­gungs­werk emp­fängt und über­dies sei­ner Tä­tig­keit als selb­stän­di­ger Zahn­arzt in ei­ge­ner Pra­xis wei­ter­hin nach­geht, führt nicht zu einer Fort­set­zung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges. Ins­be­son­de­re ist ent­ge­gen dem klä­ge­ri­schen Vor­brin­gen die Aus­nah­me­re­ge­lung aus den zu dem ein­schlä­gi­gen Tarif VA gel­ten­den in­ter­nen Ri­si­ko­be­ur­tei­lun­gen und Be­son­der­hei­ten nicht ein­schlä­gig. Denn darin wird aus­drück­lich nur auf die vor­ge­zo­ge­ne Rente aus einem be­rufs­tän­di­schen Ver­sor­gungs­werk ab­ge­stellt, bei deren In­an­spruch­nah­me § 15 Abs. 1 c) MB/KT nicht grei­fen soll. Eine Aus­le­gung da­hin­ge­hend, dass dies auch dann gel­ten soll, wenn zu­sätz­lich eine Al­ters­ren­te be­zo­gen wird, würde den kla­ren Wort­laut über­deh­nen und dem Cha­rak­ter der Be­stim­mung als Aus­nah­me­re­ge­lung zu­wi­der­lau­fen. Es be­steht auch nicht etwa eine die er­gän­zen­de Aus­le­gung vo­raus­set­zen­de plan­wid­ri­ge Re­ge­lungs­lü­cke, da die Be­stim­mung in § 15 Abs. 1 c) MB/KT ein­deu­tig fest­hält, dass das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis mit dem Bezug von Al­ters­ren­te endet.

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Eben­so wenig kann dem streit­ge­gen­ständ­li­chen Schrei­ben der Rechts­vor­gän­ge­rin der Be­klag­ten vom 26.03.2007 eine Zu­sa­ge auf Wei­ter­füh­rung der Ver­si­che­rung nach Vol­len­dung des 65. Le­bens­jah­res ent­nom­men wer­den. Der Klä­ger wird le­dig­lich auf die be­reits dis­ku­tier­te und auf den Bezug einer Rente aus dem Ver­sor­gungs­werk be­schränk­te Aus­nah­me hin­ge­wie­sen. Oh­ne­hin bie­tet die Wort­wahl aus Sicht eines ob­jek­ti­ven Emp­fän­gers (§§ 133, 157 BGB) kei­nen An­lass auf einen Rechts­bin­dungs­wil­len der Be­klag­ten zu schlie­ßen. Viel­mehr bringt die Wort­wahl („grund­sätz­lich“ und „kann“) nebst an den Klä­ger ge­rich­te­te Bitte, bei­lie­gen­de Selbst­aus­kunft zu er­gän­zen und zu­rück­zu­sen­den zum Aus­druck, dass der Ver­si­che­rer sich eine Prü­fung der Mög­lich­keit einer Wei­ter­ver­si­che­rung vor­be­hält, diese aber nicht ver­bind­lich zu­sagt.

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Ein An­spruch auf Fort­set­zung des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses folgt auch nicht aus der Über­sen­dung des Ver­si­che­rungs­scheins am 16.09.2009 und damit nach Er­rei­chen des 65. Le­bens­jah­res. Zwar be­wirkt der Zu­gang des Ver­si­che­rungs­scheins auf einen An­trag des Ver­si­che­rungs­neh­mers hin grund­sätz­lich das Zu­stan­de­kom­men des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges, vgl. § 2 Satz 1 MB/KT. Grund für die Über­sen­dung war je­doch vor­lie­gend nicht ein Neu­ab­schluss des Ver­tra­ges, son­dern viel­mehr die er­folg­te Rechts­nach­fol­ge, die eine An­pas­sung der Ver­trags­do­ku­men­ta­tion er­for­der­lich mach­te. Auch in­so­fern durf­te ent­ge­gen der An­sicht des Klä­gers nicht auf eine rechts­ver­bind­li­che Be­stä­ti­gung des Ver­si­che­rungs­schut­zes über die Al­ters­gren­ze hi­naus ge­schlos­sen wer­den.

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Schließ­lich hat der Klä­ger auch kei­nen An­spruch auf Fort­set­zung des 1985 be­grün­de­ten Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges aus dem vom Klä­ger mit Schrei­ben vom 29.10.2009 ge­stell­ten ent­spre­chen­den An­trag. Grund für die­sen An­trag war der in­so­weit zu­tref­fen­de Ver­weis der Be­klag­ten im Schrei­ben vom 19.10.2009 auf § 196 Abs. 1 VVG, auf den wie­de­rum § 15 Abs. 1 c) Satz 2 MB/KT Bezug nimmt. Da­nach kann der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Falle der Be­en­di­gung des Ver­tra­ges wegen Er­rei­chens der Al­ters­gren­ze vom Ver­si­che­rer ver­lan­gen, dass die­ser den An­trag auf Ab­schluss einer mit Vol­len­dung des 65. Le­bens­jah­res be­gin­nen­den neuen Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung an­nimmt, die spä­tes­tens mit Vol­len­dung des 70. Le­bens­jah­res endet. Der vom Klä­ger be­gehr­te Fort­be­stand des ur­sprüng­lich be­ste­hen­den Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ist hin­gegen von der Re­ge­lung schon gar nicht vor­ge­se­hen. Viel­mehr be­steht nach § 196 VVG bei Vor­lie­gen der Vo­raus­set­zun­gen al­len­falls ein An­spruch auf Ab­schluss eines neuen Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges. Davon ab­ge­se­hen greift diese Re­ge­lung vor­lie­gend aber schon des­halb nicht, weil sie auf den Fall der Be­en­di­gung wegen Vol­len­dung des 65. Le­bens­jah­res be­schränkt ist. Eine ent­spre­chen­de Re­ge­lung für Fälle der Be­en­di­gung wegen Be­zu­ges von Al­ters­ren­te sieht das Ge­setz nicht vor.

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Weil das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis mit­hin auto­ma­tisch ab dem 01.04.2009 be­en­det war, be­steht auch ein An­spruch auf Zah­lung von Kran­ken­ta­ge­geld für den be­haup­te­ten Ver­si­che­rungs­fall in der Zeit vom 02.10. bis zum 30.11.2009 nicht.

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Eine wei­te­re Auf­klä­rung zur strei­ti­gen Frage der Ar­beits­un­fä­hig­keit war daher nicht ver­an­lasst.

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Die pro­zes­sua­len Ne­ben­ent­schei­dun­gen be­ru­hen hin­sicht­lich der Kos­ten auf § 91 Abs. 1 ZPO, hin­sicht­lich der vor­läu­fi­gen Voll­streck­bar­keit auf § 709 S. 1 und S. 2 ZPO.

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Streit­wert: 11.824,43 €

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An­trag zu 1): 5.777,69 €

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An­trag zu 2): 6.046,74 € (143,97 € x 12 x 3,5)

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Ge­samt: 11.824,43 €