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Landgericht Köln Urteil vom 28.06.2012 – 24 O 78/12

ECLI:DE:LGK:2012:0628.24O78.12.00

Tenor

1.

Die Klage wird ab­ge­wie­sen.

2.

Die Klä­ge­rin trägt die Kos­ten des Rechts­streits.

3.

Das Urteil ist gegen Si­cher­heits­leis­tung in Höhe von 110 % des zu voll­stre­cken­den Be­tra­ges vor­läu­fig voll­streck­bar.

1

Tat­be­stand:

2

Die Klä­ge­rin und ihr Ehe­mann unter­zeich­ne­ten am 12.12.2000 Bei­tritts­erklä­run­gen zur A Ge­sell­schaft für inter­na­tio­na­le Film­pro­duk­tion mbH & Co. Me­dien­be­tei­li­gung KG (im Fol­gen­den Fa. A).  Das Be­tei­li­gungs­ka­pi­tal soll­te 50.000,- DM be­tra­gen zu­züg­lich eines fünf­pro­zen­ti­gen Agios von 2.500,- DM.

3

In dem Pros­pekt der vor­ge­nann­ten Fonds­ge­sell­schaft war die Ver­triebs­pro­vi­sion mit 12 % an­ge­ge­ben. Statt­des­sen wur­den, wie be­reits bei Auf­la­ge des Fonds be­ab­sich­tigt, Ver­triebs­pro­vi­sio­nen von 20 % ge­zahlt. Die Dif­fe­renz von 8 % wurde den Weich­kos­ten ent­nom­men, die nach dem Pros­pekt der A GmbH, der Kom­ple­men­tä­rin der Fonds­ge­sell­schaft,  zu­ste­hen soll­ten für Kon­zep­tion, Wer­bung, Pros­pekt­her­stel­lung und Grün­dung. Die Zah­lung von Ver­triebs­pro­vi­sio­nen er­folg­te an die B-Be­ra­tungs­ge­sell­schaft mbH (im Fol­gen­den: B-GmbH). In­ha­ber der B-GmbH war Herr P, der zu­gleich Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter der A GmbH war.

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Die Klä­ge­rin und ihr Ehe­mann wur­den weder über die be­ab­sich­tig­te Ab­wei­chung der pros­pek­tier­ten von den zu zah­len­den Ver­mitt­lungs­pro­vi­sions­kos­ten noch über die vor­ge­nann­te per­so­nel­le Ver­flech­tung vor Ab­ga­be ihrer Bei­tritts­erklä­rung in­for­miert.

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Der Bei­tritt der Klä­ge­rin und ihres Ehe­man­nes er­folg­te über die C Treu­hand­ge­sell­schaft mbH Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft (im Fol­gen­den: Fa. C), die als Treu­hän­de­rin für die Klä­ge­rin auf­trat. Im streit­gegen­ständ­li­chen Zeit­raum waren Herr Prof. Dr. X sowie Frau H Ge­schäfts­füh­rer der Fa. C. Den Ge­schäfts­füh­rern der Fa. C war vor dem Bei­tritt der Klä­ge­rin und ihres Ehe­man­nes be­kannt, dass der Pros­pekt bzgl. der vor­ge­nann­ten bei­den Um­stän­de un­rich­tig bzw. un­voll­stän­dig war.

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Prof. Dr. X und Frau H waren zudem So­zien von Q, X & Part­ner – Rechts­an­wäl­te Wirt­schafts­prü­fer Steuer­be­ra­ter -, die als sol­che eben­falls im Rah­men der Fonds be­ra­tend tätig waren.

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Die Klä­ge­rin und ihr Ehe­mann wären – hie­rin geht der Vor­trag der Klä­ge­rin und das Haupt­vor­brin­gen der Be­klag­ten über­ein - dem Fonds nicht bei­ge­tre­ten, wenn sie über eine der bei­den vor­be­zeich­ne­ten Um­stän­de, in denen die Par­tei­en Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zun­gen sehen, in­for­miert wor­den wären.

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Am 10.12.2010 wurde über das Ver­mö­gen der Fa. C das In­sol­venz­ver­fah­ren er­öff­net.

9

Die Klä­ge­rin mel­de­te ihre ver­meint­li­chen Scha­dens­er­satz­an­sprü­che – jeden­falls in Höhe von 25.000,- DM (s. An­la­ge zum Schrift­satz der Klä­ge­rin vom 14.03.2012, Bl. 93 ff GA), die sich auf die bei­den vor­ge­nann­ten Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zun­gen grün­den, zur In­sol­venz­ta­bel­le an. Eine bin­den­de Fest­stel­lung zur Ta­bel­le liegt nicht vor.

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Die Fa. C war zum Zeit­punkt der Bei­tritts­erklä­rung Mit­ver­si­cher­te einer Ver­mö­gens­scha­dens­haft­pflicht­ver­si­che­rung. Diese be­inhal­te­te fol­gen­den De­ckungs­aus­schluss:

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„Der Ver­si­che­rungs­schutz be­zieht sich nicht auf Haft­pflicht­an­sprü­che wegen Scha­den­stif­tung durch wis­sent­li­ches Ab­wei­chen von Ge­setz, Vor­schrift, An­wei­sung oder Be­din­gung des Macht­ge­bers (Be­rech­tig­ten) oder durch sons­ti­ge wis­sent­li­che Pflicht­ver­let­zung.“ § 4 Nr. 6 AVB (VH 550:03)

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„Der Ver­si­che­rungs­schutz be­zieht sich nicht auf Haft­pflicht­an­sprü­che: wegen Scha­dens­ver­ur­sa­chung durch wis­sent­li­ches Ab­wei­chen von Ge­setz, Vor­schrift, An­wei­sung oder Be­din­gung des Auf­trag­ge­bers oder durch sons­ti­ge wis­sent­li­che Pflicht­ver­let­zung.“ § 4 Nr. 5 AVB-W (VH 555:02)

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Die Be­klag­te er­klär­te gegen­über der Fa. C mit Schrei­ben vom 22.07.2010 die De­ckungs­ab­leh­nung wegen wis­sent­li­cher Pflicht­ver­let­zung und wegen vor­sätz­li­cher Aus­kunfts­ob­lie­gen­heits­ver­let­zung, nach­dem mit Schrei­ben vom 12.05.2010 ein ent­spre­chen­der Vor­be­halt er­folgt war.

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Der In­sol­venz­ver­wal­ter der Fa. C er­klär­te, et­wai­ge De­ckungs­an­sprü­che gegen die Be­klag­te nicht gel­tend zu ma­chen und die Ab­son­de­rungs­an­sprü­che an den De­ckungs­an­sprü­chen aus der In­sol­venz­mas­se frei­zu­ge­ben.

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Die Klä­ge­rin hält die Klage für zu­läs­sig, da ihr schon mit Rück­sicht auf die So­zial­bin­dung des Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­an­spruchs ein schutz­wür­di­ges In­te­res­se an der Fest­stel­lung der De­ckungs­pflicht der Be­klag­ten zu­ste­he. Die Vo­raus­set­zun­gen für die An­nah­me einer Ver­jäh­rung der Haft­pflicht­an­sprü­che lägen nicht vor, ab­ge­se­hen davon, dass dies wegen des Tren­nungs­prin­zips oh­ne­hin im vor­lie­gen­den De­ckungs­pro­zess nicht zu prü­fen sei.

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Sie be­haup­tet, sie und ihr Ehe­mann – die Ab­tre­tung der An­sprü­che ihres ge­schie­de­nen Ehe­man­nes an die Klä­ge­rin sowie der Bei­tritt der Klä­ge­rin selbst sind nach der Rep­lik un­strei­tig ge­wor­den – hät­ten auch die ver­ein­bar­te Ein­la­ge ge­leis­tet.

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Sie be­haup­tet, durch den Fonds­bei­tritt sei ihr (und ihrem Ehe­mann)  ein näher be­zeich­ne­ter Scha­den ent­stan­den.

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Was den sei­tens der Be­klag­ten an­ge­führ­ten De­ckungs­aus­schluss wegen wis­sent­li­cher Pflicht­ver­let­zung an­ge­he, so grei­fe die­ser nicht, weil von einer wis­sent­li­chen Pflicht­ver­let­zung nicht aus­ge­gan­gen wer­den könne.

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Die Klä­ge­rin be­an­tragt,

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1.

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fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr Schä­den in Höhe von 15.389,90 € nebst Zin­sen in Höhe von 4% seit dem 18.12.2000 zu er­set­zen, die ihr und ihrem da­ma­li­gen Ehe­mann Herrn Dr. F da­durch ent­stan­den sind, dass sie vor und bei Zeich­nung der Be­tei­li­gung an der A Ge­sell­schaft für inter­na­tio­na­le Film­pro­duk­tion mbH & Co. Me­dien­be­tei­li­gungs KG durch die C Treu­hand­ge­sell­schaft mbH nicht über Pros­pekt­feh­ler auf­ge­klärt wur­den, Zug um Zug gegen Ab­tre­tung sämt­li­cher An­sprü­che aus dem Treu­hand­ver­trag mit der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin, die der Klä­ge­rin und Herrn Dr. F  in Bezug auf die Kom­man­dit­be­tei­li­gung zu­ste­hen;

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2.

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hilfs­wei­se,

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fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Fa. C be­din­gungs­ge­mäß De­ckungs­schutz zu er­tei­len im Hin­blick auf die In­an­spruch­nah­me durch die Klä­ge­rin wegen der streit­gegen­ständ­li­chen Pflicht­ver­let­zun­gen.

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Die Be­klag­te be­an­tragt,

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die Klage ab­zu­wei­sen.

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Die Be­klag­te hält die Klage man­gels Rechts­schutz­in­te­res­ses für un­zu­läs­sig, da der Klä­ge­rin im Hin­blick auf die vor­lie­gend ge­ge­be­ne Pflicht­haft­pflicht­ver­si­che­rung oh­ne­hin in­fol­ge der Un­tä­tig­keit der Fa. C bzw. des In­sol­venz­ver­wal­ters kein Rechts­ver­lust durch Ver­jäh­rung drohe. Zudem fehle es am er­for­der­li­chen Rechts­schutz­in­te­res­se auch des­halb, weil et­wai­ge Haft­pflicht­an­sprü­che der Klä­ge­rin oh­ne­hin ver­jährt seien.

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Die Be­klag­te be­strei­tet, dass die Klä­ge­rin nach wie vor an dem Fonds be­tei­ligt sei.

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Die Be­klag­te hält den De­ckungs­aus­schluss der wis­sent­li­chen Pflicht­ver­let­zung für ge­ge­ben und trägt hier­zu im Ein­zel­nen vor. Schon aus der Ak­ten­no­tiz vom 12./13.01.1999, die von der Ge­schäfts­füh­rung der Fa. C er­stellt wor­den sei, er­ge­be sich nicht nur, dass Herrn Prof. Dr. X und Frau H so­wohl die pros­pekt­wid­ri­ge Ver­schie­bung der Weich­kos­ten im Hin­blick auf die Ver­gü­tung für Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fung als auch die vor­ge­nann­te per­so­nel­le Ver­flech­tung posi­tiv be­kannt ge­we­sen sei, son­dern auch, dass die Ge­schäfts­füh­rung der Fa. C be­wusst dahin mit­ge­wirkt habe, dass dies den An­le­gern, also den Treu­ge­bern der Fa. C, nicht be­kannt wer­den solle, mit­hin be­wusst pflicht­wid­rig ge­han­delt habe. Zudem er­ge­be die be­ruf­li­che Stel­lung von Herrn Prof. Dr. X und Frau H sowie ihre frü­he­re Be­fas­sung mit den Pflich­ten eines Treu­hän­ders in An­la­ge­mo­del­len, dass ihnen – an­ders als einem ju­ris­ti­schen Laien – die ent­spre­chen­den Auf­klä­rungs­pflich­ten sehr wohl be­wusst ge­we­sen seien.

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Die Be­klag­te ist auch der Auf­fas­sung, dass der De­ckungs­aus­schluss der ge­schäfts­füh­ren­den Treu­hand­tä­tig­keit ein­schlä­gig sei und trägt hier­zu vor.

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Zudem sei eine wegen In­te­res­sen­kol­li­sion von vorn­he­rein un­zu­läs­si­ge Tä­tig­keit der Fa. C an­zu­neh­men, die daher als sol­che eben­falls nicht in der De­ckung sei.

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Hilfs­wei­se be­strei­tet die Be­klag­te, dass die bei­den streit­gegen­ständ­li­chen Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zun­gen ur­säch­lich für den Fonds­bei­tritt der Klä­ge­rin und ihres Ehe­man­nes ge­wor­den seien und dass ihr der gel­tend ge­mach­te Scha­den der Höhe nach ent­stan­den sei.

33

Wegen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die wech­sel­sei­ti­gen Schrift­sät­ze der Par­tei­en nebst An­la­gen sowie auf die im Ter­min vom 19.04.2012 ab­ge­ge­be­nen Er­klä­run­gen Bezug ge­nom­men.

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Ent­schei­dungs­grün­de:

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In­wie­weit das Rechts­schutz­in­te­res­se für die vor­lie­gen­de Fest­stel­lungs­kla­ge be­steht, kann da­hin­ste­hen.

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Die Klage ist jeden­falls un­be­grün­det.

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Die Be­klag­te ist leis­tungs­frei.

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Die Kam­mer ist davon über­zeugt, dass die tat­säch­li­chen Vo­raus­set­zun­gen für die An­nah­me des De­ckungs­aus­schlus­ses der Scha­dens­ver­ur­sa­chung durch wis­sent­li­che Pflicht­ver­let­zung vor­lie­gen.

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Der Ak­ten­ver­merk von Q, X & Part­ner vom 13.01.1999 (An­la­ge BLD 8), der als Fax an die Fa. A ging, hat fol­gen­den Wort­laut:

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„Ak­ten­no­tiz Ver­triebs­ver­ein­ba­rung B

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Sehr ge­ehr­ter Herr L2,

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in der An­la­ge über­sen­den wir Ihnen unse­re Stel­lung­nah­me zur Ver­triebs­ver­ein­ba­rung mit der B-Be­ra­tungs­ge­sell­schaft mbH, Düs­sel­dorf.

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Ak­ten­no­tiz

44

Sach­ver­halt :

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Herr P ist zu 60 % am Ka­pi­tal der A GmbH und zu 100 % am Ka­pi­tal der J GmbH be­tei­ligt.

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Die B-Be­ra­tungs­ge­sell­schaft mbH ("B") ist von der A KG mit Ver­trag vom 04.06.1997 be­auf­tragt wor­den, das Kom­man­dit­ka­pi­tal ein­zu­wer­ben. Sie er­hält hier­für eine Pro­vi­sion von 20 %. Die Pro­vi­sion ent­spricht an­ga­ben­ge­mäß üb­li­chen Kon­di­tio­nen. Nach dem Fi­nanz­plan im Pros­pekt der A KG ist eine Ge­bühr für die Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fung in Höhe von 7 % sowie das Agio vor­ge­se­hen. Zum Aus­gleich der nicht pros­pekt­ge­mäß vor­ge­se­he­nen Pro­vi­sion ver­zich­tet die A GmbH bei dem von der B ge­wor­be­nen Kom­man­dit­ka­pi­tal auf die Ver­gü­tung für die Ab­si­che­rung der Pro­duk­tions­kos­ten in Höhe von 3 % sowie auf 5-Pro­zent­punk­te der ihr ver­trags­ge­mäß zu­ste­hen­den Ver­gü­tung für Kon­zep­tion, Wer­bung, Pros­pekt­her­stel­lung und Grün­dung.

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Fra­ge­stel­lung:

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Be­grün­det der Ver­zicht der A GmbH eine ver­deck­te Ge­winn­aus­schüt­tung (vGA) i.S. des § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG 1997 der A GmbH an Herrn P?

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Recht­li­che Wür­di­gung:

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(Es fol­gen Aus­füh­run­gen steuer­recht­li­cher Art dazu, dass ein Ver­zicht der A GmbH zu­guns­ten der B auf die ihr ver­trag­lich zu­ste­hen­den Ge­büh­ren sei­tens der Steuer­ver­wal­tung als ver­deck­te Ge­winn­aus­schüt­tung an­ge­se­hen wer­den könn­te und statt des­sen ein Ver­triebs­ver­trag zwi­schen der A GmbH und der Fa. B ge­schlos­sen wer­den soll­te, bei dem dann kein Ver­zicht der A GmbH auf die ihr zu­ste­hen­den Ge­büh­ren er­for­der­lich sei .In die­sem Zu­sam­men­hang heißt es u.a.:)

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Eine ver­deck­te Ge­winn­aus­schüt­tung kann grund­sätz­lich auch dann vor­lie­gen, wenn die Leis­tung, die zu der Ver­mö­gens­min­de­rung oder ver­hin­der­ten Ver­mö­gens­meh­rung beim Kör­per­schafts­steuer­sub­jekt, A GmbH, führt, nicht un­mit­tel­bar an den Ge­sell­schaf­ter, Herrn P, son­dern an eine ihm na­he­ste­hen­de Per­son, die B, er­folgt.

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Da­rüber­hin­aus birgt unse­rer Auf­fas­sung nach die vor­lie­gen­de Ge­stal­tung die Ge­fahr, dass Zwei­fel hin­sicht­lich der Wert­hal­tig­keit der pros­pek­tier­ten Leis­tung der A GmbH be­tref­fend die Ab­si­che­rung der Pro­duk­tions­kos­ten, Kon­zep­tion und Mar­ke­ting auf­kom­men könn­ten, die nicht nur aus steuer­li­chen Grün­den ver­mie­den wer­den soll­ten. Es er­scheint daher emp­feh­lens­wert, die Ver­triebs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der A GmbH und der B zu schlie­ßen.

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Frank­furt, den 12.01.1999

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unter­zeich­net von Frau H sowie pro ab­sen­te Dr. X.“

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Aus der Ak­ten­no­tiz er­gibt sich un­zwei­deu­tig, dass Herrn Prof. Dr. X sowie Frau H be­kannt war, dass für die Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fung pros­pekt­wid­rig nicht 12 % son­dern 20 % des je­wei­li­gen An­la­ge­be­tra­ges – und zwar letzt­lich an die B-GmbH - ge­zahlt wer­den soll­ten. In­so­weit wei­sen Prof. Dr. X und Frau H einen Weg auf, wie eben die­ses Ziel er­reicht wer­den kann, ohne dass von einer ver­deck­ten Ge­winn­aus­schüt­tung ge­spro­chen wer­den könne. Dem­ent­spre­chend ist dann auch ent­spre­chend dem zwi­schen der Fa. A und der B-GmbH ge­schlos­se­nen Ver­trag vom 04.06.1997 ver­fah­ren wor­den (An­la­ge BLD 5). So­weit dann spä­ter ein Ver­trag vom 10.06.1997 zwi­schen der Fa. A und der B-GmbH vor­ge­legt wor­den ist, in dem von einer Eigen­ka­pi­tal­ver­mitt­lungs­ge­bühr in Höhe von 12 % und einem Zu­schuss in Höhe von 8 % für die Pro­duk­tions­über­wa­chung, Pro­duk­tions­aus­wahl, Kon­zep­tion, Wer­bung und Pros­pekt­le­gung die Rede ist (An­la­ge BLD 10), hat die Kam­mer kei­nen Zwei­fel – im Üb­ri­gen ist dies im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren auch un­strei­tig - , dass es sich um einen rück­da­tier­ten, fin­gier­ten Ver­trag han­delt, was sich schon da­raus er­gibt, dass er – was an­dern­falls zu er­war­ten ge­we­sen wäre – mit kei­nem Wort da­rauf ein­geht, ob in­so­weit denn der an­ders lau­ten­de Ver­trag vom 04.06.1997 ab­ge­än­dert wer­den solle. Schon aus dem Wort­laut der Ak­ten­no­tiz vom 12./13.01.1999 er­gibt sich, dass die­ser ge­ra­de nicht auf ein blo­ßes ge­dank­li­ches Kon­s­t­rukt des Herrn L2 als Ge­schäfts­füh­rer der Fa. A ab­stellt, son­dern den tat­säch­lich ein­ge­schla­ge­nen Weg, die Zah­lung einer Pro­vi­sion für die Eigen­kap­tal­be­schaf­fung in Höhe von 20 % an­statt, wie im Pros­pekt vor­ge­se­hen, von nur 12 % vor­nehm­lich unter Steuer­rechts­ge­sichts­punk­ten ab­han­delt. Die Un­rich­tig­keit des Pros­pek­tes in die­sem Punkt war Herrn Prof. Dr. X und Frau H als Ge­schäfts­füh­rern der  Fa. C mit­hin posi­tiv be­kannt.

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Eben­so war ihnen, wie der Ein­gangs­satz der Ak­ten­no­tiz be­reits be­legt, eben­falls be­kannt, dass Herr P zu 100 % die Ge­schäfts­an­tei­le der B-GmbH hielt.

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Wel­chen Fonds die Ak­ten­no­tiz be­trifft, ist un­er­heb­lich, denn un­strei­tig ist bei dem streit­gegen­ständ­li­chen Fonds eben­so ver­fah­ren wor­den wie bei den an­de­ren A Fonds.

60

Dass wegen bei­der vor­ge­nann­ten Um­stän­de auch zum Zeit­punkt der streit­gegen­ständ­li­chen Fonds­bei­trit­te eine Auf­klä­rungs­pflicht be­stand, ist an­erkann­te Recht­spre­chung (vgl. BGH, Urteil vom 15.07.2010 – III ZR 321/08 -, zu re­cher­chie­ren über Juris).

61

Es kann auch nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass den Ge­schäfts­füh­rern der Fa. C etwa nicht be­wusst ge­we­sen wäre, dass so­wohl die von vorn­he­rein be­ab­sich­tig­te Ab­wei­chung vom Pros­pekt bzw. die vor­ge­nann­te per­so­nel­le Ver­flech­tung den An­le­gern vor dem über die Fa. C er­fol­gen­den Bei­tritt nicht mit­zu­tei­len ge­we­sen wäre.

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Dass der Ge­schäfts­füh­rung der Fa. C die Ver­pflich­tung be­kannt war, ent­spre­chen­de per­so­nel­le Ver­flech­tun­gen offen zu legen, er­gibt sich schon aus ihrer be­ruf­li­chen Stel­lung, da Herr Prof. Dr. X Wirt­schafts­prü­fer und Steuer­be­ra­ter war und Frau H Rechts­an­wäl­tin, Wirt­schafts­prü­fe­rin und Steuer­be­ra­te­rin. Es han­del­te sich mit­hin nicht um ju­ris­ti­schen Laien, die sich über Vo­raus­set­zun­gen und Um­fang von Auf­klä­rungs­pflich­ten nicht im Kla­ren ge­we­sen sein mögen.

63

Zudem er­gibt sich die Kennt­nis der Ge­schäfts­füh­rung der Fa. C von den Of­fen­le­gungs­pflich­ten betr. die bei­den vor­ge­nann­ten Um­stän­de auch aus den Aus­füh­run­gen in dem von Herrn Prof. Dr. X und Frau H ver­fass­ten Be­richt über die Prü­fung des Pros­pek­tes be­züg­lich einer Be­tei­li­gung an der A Ge­sell­schaft für Inter­na­tio­na­le Film­pro­duk­tion mbH & Co. Me­dien­be­tei­li­gungs KG vom 30.07.1997 (An­la­ge BLD 13), wo­rauf die Be­klag­te zu Recht hin­weist. Die von Prof. Dr. X und Frau H in dem vor­ge­nann­ten Prüf­be­richt auf­ge­stell­ten eige­nen Maß­stä­be betr. den Um­fang der Of­fen­ba­rungs­pflicht­ha­ben gehen mit dem über­ein, was nach Auf­fas­sung des BGH zum Zeit­punkt der Auf­le­gung der Fonds auch ob­jek­tiv galt, so dass auch nichts für einen Rechts­irr­tum der Ge­schäfts­füh­rung der Fa. C spricht. Nach eben die­sen Maß­stä­ben hät­ten so­wohl die Pros­pekt­ab­wei­chung hin­sicht­lich der Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fungs­kos­ten wie auch die vor­ge­nann­te per­so­nel­le Ver­flech­tung of­fen­ge­legt wer­den müs­sen.

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Be­zeich­nend sind die Aus­füh­run­gen in der Ak­ten­no­tiz vom 12./13.01.1999, dass im Hin­blick auf die pros­pekt­wid­ri­ge Mehr­zah­lung für die Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fung Zwei­fel an der Wert­hal­tig­keit an­de­rer pros­pek­tier­ter Leis­tun­gen, deren Ver­gü­tung nun­mehr zur Be­strei­tung der hö­he­ren Eigen­ka­pi­tal­be­schaf­fungs­kos­ten ver­wandt wer­den soll­te, „nicht nur aus steuer­li­chen Grün­den ver­mie­den wer­den soll­ten“. Dass ein Treu­hän­der ein auf Täu­schung aus­ge­rich­te­tes Ver­hal­ten der Fonds­ge­sell­schaft dem Treu­ge­ber mit­zu­tei­len hat, ver­steht sich von selbst und ist auch keine Er­kennt­nis, die die Recht­spre­chung erst in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt hätte.

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Die Urkun­den­la­ge ist ein­deu­tig. Gegen­be­weis durch An­ge­bot der Ver­neh­mung der Zeu­gen Prof. Dr. X und Frau H hat die Klä­ge­rin nicht an­ge­bo­ten – was auch im Hin­blick auf die vor­ge­nann­ten Aus­füh­run­gen nicht er­folg­ver­spre­chend ge­we­sen wäre.

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Die Frage, ob De­ckungs­schutz be­steht, wenn der näm­li­che Scha­den – der Fonds­bei­tritt trotz nicht ge­hö­ri­ger Auf­klä­rung – so­wohl auf einer wis­sent­lich be­gan­ge­nen Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung be­ruht als auch auf einer nicht wis­sent­lich be­gan­ge­nen Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung, braucht vor­lie­gend nicht ent­schie­den zu wer­den, da so­wohl die pros­pekt­wid­ri­ge Weich­kos­ten­ver­schie­bung als auch die per­so­nel­le Ver­flech­tung sei­tens der Ge­schäfts­füh­rung der Fa. C wis­sent­lich nicht den An­le­gern/Treu­ge­bern mit­ge­teilt wor­den sind. Im Üb­ri­gen geht die Kam­mer an­ge­sichts des Zwecks der De­ckungs­aus­schluss­klau­sel auch davon aus, dass eine De­ckungs­pflicht ins­ge­samt ent­fällt, wenn der­sel­be Scha­den jeden­falls auch auf einer wis­sent­li­chen Pflicht­ver­let­zung be­ruht.

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Die pro­zes­sua­len Neben­ent­schei­dun­gen be­ru­hen auf §§ 91, 709 ZPO.

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Streit­wert: 12.311,92 € (80 % von 15.389,90 €; der in der Kla­ge­schrift an-

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ge­nom­me­ne hö­he­re Streit­wert fand auch in der Kla­ge­be­grün­dung

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kei­nen An­halt und ist daher nicht ver­bind­lich)