Rechtsprechung / Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken
Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken Beschluss vom 27.10.2003 – 4 W 94/03
ECLI:DE:POLGZWE:2003:1027.4W94.03.0A
Tenor
I. Der angefochtene Beschluss wird in Ziffer 2 des Beschlusssatzes wie folgt geändert:
Die Antragstellerin hat die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens zu tragen.
II. Die Antragstellerin hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.
III. Der Wert des Beschwerdegegenstandes wird auf bis zu 1 200,00 Euro festgesetzt.
Gründe
Die Beschwerde ist verfahrensrechtlich nicht zu beanstanden und hat auch in der Sache Erfolg.
Die Antragsgegnerin hat nach Rücknahme des Antrags der Antragstellerin auf Beweiserhebung im selbständigen Beweisverfahren Anspruch auf eine Kostengrundentscheidung entsprechend § 269 Abs. 3 ZPO (vgl. z.B. OLG München, BauR 98, 891; OLG Koblenz, BauR 98, 1045; Brandenburgisches OLG, BauR 96, 584). Der Auffassung des Erstgerichts, wonach die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens "in das Hauptverfahren eingebunden sind und dort hierüber entschieden werden müsse", kann nicht beigetreten werden. Eine einheitliche Kostenentscheidung im Hauptverfahren kann vielmehr nur in Betracht kommen, wenn die Kosten des Beweisverfahrens zugleich notwendige Kosten des Hauptverfahrens sein können. Dies ist bei Rücknahme des Antrags auf Durchführung des selbständigen Beweisverfahrens jedoch nicht mehr der Fall. Die Rücknahme bewirkt vielmehr, dass das selbständige Beweisverfahren als nicht anhängig geworden anzusehen ist (§ 269 Abs. 3 S. 1 ZPO). Auf den Ausgang des Hauptverfahrens kann es daher keinerlei Auswirkung mehr haben (vgl. z.B. OLG München, BauR 98, 1279). Der angefochtene Beschluss kann daher keinen Bestand haben und ist auf die Beschwerde hin zu ändern.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.