Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Oelseniederung mit Torfstichen“
VO-NSG_OELSENIEDERUNG§ 3 Schutzzweck
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als charakteristischer Teil der eiszeitlich entstandenen Oelse-Chossewitzer Seenrinne mit verschiedenen, durch die Oelse verbundenen Gewässern ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von naturnahen Fließgewässern, Kleingewässern, Ufer- und Verlandungszonen, nährstoffreichen Mooren, Röhrichten und Seggenrieden, Erlenbruch- und Erlen-Eschenwäldern, Laubmischwäldern und Waldmänteln, gewässerbegleitenden Hochstaudenfluren sowie von Feucht- und Nasswiesen;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, insbesondere Sumpf-Schlangenwurz (Calla palustris), Wasserfeder (Hottonia palustris), Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Gewöhnliches Weißmoos (Leucobryum glaucum), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua) sowie verschiedene Torfmoosarten (Sphagnum ssp.);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Insekten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Biber (Castor fiber), Wasserfledermaus (Myotis daubentoni), Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri), Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Eisvogel (Alcedo atthis), Krickente (Anas crecca), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Kleinspecht (Dryobates minor), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Bekassine (Gallinago gallinago), Kranich (Grus grus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Rotmilan (Milvus milvus), Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Waldwasserläufer (Tringa ochropus), Ringelnatter (Natrix natrix), Moorfrosch (Rana arvalis), Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) und Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) sowie einer artenreichen, an Feuchtgebiete gebundenen Heuschreckenfauna;
die Erhaltung und Entwicklung als störungsarmes Nahrungsgebiet für Greifvögel, insbesondere Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Fischadler (Pandion haliaetus) sowie für den Schwarzstorch (Ciconia nigra) und als störungsarmes Rastgebiet von regionaler Bedeutung;
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit eines charakteristischen Ausschnitts des eiszeitlich entstandenen, vermoorten Fließtals, das durch die Oelse mit begleitenden Erlen-Eschenwäldern und die Kleingewässer ehemaliger Torfstiche geprägt wird;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes in seiner Funktion als Wanderungs- und Ausbreitungskorridor gewässergebundener Arten und als wesentlicher Teil des regionalen Biotopverbundes insbesondere zwischen den Gewässersystemen der Oelse, Demnitz und Schlaube sowie der Spreeniederung.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Oelseniederung mit Torfstichen“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinem Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions und Hydrocharitions, Flüssen der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Calliticho-Batrachion, Mitteleuropäischem Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli ) sowie Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion) als prioritärem natürlichen Lebensraumtyp von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Fischotter (Lutra lutra), Rotbauchunke (Bombina bombina), Schmaler Windelschnecke (Vertigo angustior) sowie Bauchiger Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
Einzelnorm