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BGH Beschluß vom 16.05.2000 – 4 StR 110/00
4. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
16. Mai 2000
in der Strafsache
gegen
wegen Vergewaltigung u.a.
Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 16. Mai 2000 gemäß § 346
Abs. 2 StPO beschlossen:
1. Der Beschluß des Landgerichts Mannheim vom 29. November
1999 wird aufgehoben.
2. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landge-
richts Mannheim vom 12. August 1999 ist durch Rücknahme
erledigt.
3. Der Angeklagte hat die Kosten seiner zurückgenommenen Re-
vision und die den Nebenklägern hierdurch entstandenen not-
wendigen Auslagen zu tragen.
Gründe:
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen "gefährlichen Eingriffs in
den Straßenverkehr in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Sach-
beschädigung, tateinheitlich in zwei Fällen begangener Vergewaltigung in Ta-
teinheit mit Körperverletzung und Freiheitsberaubung sowie gefährlicher Kör-
perverletzung" zur Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt und ein
Messer eingezogen.
Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte durch seinen Verteidiger Revisi-
on einlegen und diese mit der Rüge der Verletzung materiellen Rechts begrün-
den lassen. Mit in englischer Sprache verfaßtem Schreiben vom 14. November
1999, eingegangen beim Landgericht am 16. November 1999, hat der Ange-
klagte das Rechtsmittel wirksam zurückgenommen. Dieses Schreiben wurde
mit dem Eingang der am 16. November 1999 richterlich angeordneten deut-
schen Übersetzung beim Landgericht am 23. November 1999 für das Verfahren
beachtlich (§ 184 GVG; vgl. BGHR StPO § 302 Abs. 1 Rücknahme 1; BGH,
Beschluß vom 27. März 1996 - 2 StR 480/95). Die Rücknahmeerklärung konnte
durch deren in englischer Sprache verfaßten Widerruf vom 18. November
1999, der am 22. November 1999 und dessen am selben Tag richterlich ange-
ordnete Übersetzung am 25. November 1999 beim Landgericht eingegangen
ist, nicht rückgängig gemacht werden (vgl. BGHR StPO § 302 Abs. 1 Rück-
nahme 2). Ein Rechtsmittel, über das der Senat zu entscheiden hätte, liegt da-
her nicht mehr vor. Es hätte in der Sache selbst auch keine Aussicht auf Erfolg
gehabt.
Der Beschluß des Landgerichts vom 29. November 1999, in dem festge-
stellt wird, daß die Revision des Angeklagten durch Zurücknahme erledigt ist,
und gegen den der Angeklagte fristgerecht Rechtsmittel eingelegt hat, muß
allerdings aufgehoben werden, weil das Landgericht für diese Entscheidung
nicht zuständig war (vgl. BGH bei Kusch NStZ 1997, 378; BGH, Beschluß vom
6. November 1991 - 5 StR 549/91; Kuckein in KK 4. Aufl. § 346 Rdn. 3, 22
m.w.N.).
Da der Angeklagte die Revision zurückgenommen hat, hat er die hier-
durch entstandenen Kosten und die den Nebenklägern entstandenen notwen-
digen Auslagen zu tragen (vgl. Kleinknecht/Meyer-Goßner StPO 44. Aufl. § 473
Rdn. 5, 10 f. und § 346 Rdn. 12).
Maatz Kuckein Athing
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