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BGH Beschluss vom 15.08.2000 – 4 StR 308/00
4. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
15. August 2000
in der Strafsache
gegen
wegen schwerer räuberischer Erpressung
Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbun-
desanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 15. August 2000
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:
I.
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des
Landgerichts Saarbrücken vom 29. März 2000, soweit
es ihn betrifft, im Strafausspruch mit den Feststellun-
gen aufgehoben.
II.
Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer
Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten
des Rechtsmittels, an eine andere Jugendkammer des
Landgerichts zurückverwiesen.
III.
Die weiter gehende Revision wird verworfen.
Gründe:
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schwerer räuberischer Er-
pressung ”unter Einbeziehung der Jugendstrafe aus dem Urteil des Amtsge-
richts – Jugendschöffengericht – Saarbrücken vom 16.07.99” zu einer Ein-
heitsjugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Die hiergegen
gerichtete Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung formellen und
materiellen Rechts rügt, hat zum Strafausspruch Erfolg.
1. Die Formalrüge ist nicht ausgeführt und daher unzulässig (§ 344
Abs. 2 Satz 2 StPO).
2. Die Überprüfung des Urteils auf die Sachrüge hat zum Schuldspruch
keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben. Der Strafaus-
spruch kann hingegen nicht bestehen bleiben. Hierzu hat der Generalbun-
desanwalt in seiner Antragsschrift vom 27. Juli 2000 ausgeführt:
"Durchgreifenden Bedenken begegnen jedoch nach der stän- digen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (u.a. Be- schlüsse des 1. Strafsenats vom 24. September 1991 - 1 StR 489/91 - und des 3. Strafsenats vom 20. Juli 1994 - 3 StR 216/94 - sowie die Senatsentscheidungen vom 21. August 1997 - 4 StR 400/97 - und vom 20. August 1998 - 4 StR 387/98) die Darlegungen zur Höhe der Jugendstrafe, soweit das Landgericht gemäß § 31 Abs. 2 JGG das Urteil (nicht: die Jugendstrafe aus dem Urteil) des Amtsgerichts - Jugend- schöffengerichts - Saarbrücken vom 16. Juli 1999 einbezogen hat. Die Jugendkammer hat bereits davon abgesehen, die frühere Straftat darzustellen, sogar vorgegeben, der Ange- klagte sei in Deutschland strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten (UA S. 4), so dass den Ausführungen auf Seite 10 der Urteilsabschrift zur "erziehungspsychologischen Ver- gleichbarkeit der vorliegenden und der einbezogenen Tat" die erforderliche Beurteilungsgrundlage fehlt."
Dem schließt sich der Senat an; er weist ergänzend auf die Entschei-
dungen BGHR JGG § 31 Abs. 2 Einbeziehung 2, 3, 7 und auf die Kommentie-
rung bei Brunner/Dölling JGG 10. Aufl. § 31 Rdnr. 11 hin.
Meyer-Goßner Kuckein Athing
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Ernemann