BGH Urteil vom 09.11.2000 – III ZR 314/99
III. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
IM NAMEN DES VOLKES
URTEIL
Verkündet am: 9. November 2000 F r e i t a g Justizamtsinspektor als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle
in dem Rechtsstreit
Nachschlagewerk:
BGHZ:
BGHR:
ja
ja
ja
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BGB § 839 Fi
Zur Abgrenzung von Amtshaftung und persönlicher Vertragshaftung für
Pflichtverletzungen eines Gerichtsvollziehers bei einer Sequestration.
BGB § 839 Fi; GG Art. 34; PrStHG § 1 Abs. 3
Gerichtsvollzieher sind keine "Gebührenbeamten".
BGH, Urteil vom 9. November 2000 - III ZR 314/99 - OLG Schleswig
LG Lübeck
Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung
vom 9. November 2000 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Rinne und die
Richter Dr. Wurm, Streck, Schlick und Dörr
für Recht erkannt:
Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 11. Zivilsenats
des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 4. Februar
1999 wird zurückgewiesen.
Die Klägerin hat die Kosten des Revisionsrechtszuges zu tragen.
Von Rechts wegen
Tatbestand
Die Klägerin, ein Betrieb für Stahl- und Anlagenbau, insbesondere För-
dertechnik, stand in Geschäftsbeziehungen mit der F. Industrieanlagenbau
GmbH in A. (im folgenden: F.). Aufgrund einer entsprechenden Bestellung
lieferte die Klägerin - wie sie behauptet, unter Eigentumsvorbehalt - ab April
1994 an F. Förderelemente für den Transport von EURO-Paletten; das Auf-
tragsvolumen betrug 212.299 DM. F. wollte die gelieferten Teile für den Bau
einer Abfüllanlage verwenden, die für einen Besteller in Argentinien bestimmt
war.
Nachdem die Klägerin die Elemente geliefert hatte, geriet F. in Zah-
lungsschwierigkeiten. Am 20./21. Juni 1994 wurden zwei für die Klägerin be-
stimmte Schecks über insgesamt 82.593,81 DM nicht eingelöst. Daraufhin er-
wirkte die Klägerin am 22. Juni 1994 eine einstweilige Verfügung des Amtsge-
richts A., durch die der F. aufgegeben wurde, die ihr unter Eigentumsvorbehalt
gelieferten - in der Verfügung im einzelnen bezeichneten - Anlagen und Ge-
genstände an den zuständigen Gerichtsvollzieher als Sequester zur Sicher-
stellung und Aufbewahrung bis zur Entscheidung über den Verbleib herauszu-
geben.
Noch am gleichen Tag beauftragte die Klägerin den Beklagten als den
zuständigen Gerichtsvollzieher mit der Vollziehung der einstweiligen Verfü-
gung. Zugleich schloß sie mit ihm einen Sequestrationsvertrag, durch den er
sich verpflichtete, die Sache an einem von ihm zu bestimmenden Ort ord-
nungsgemäß zu verwahren, zu bewachen und in sonst geeigneter Weise für
den Erhalt zu sorgen. Bei der F. stellte der Beklagte ebenfalls noch am selben
Tage fest, daß ein Teil der in der einstweiligen Verfügung genannten Gegen-
stände dort nicht mehr vorhanden, sondern bereits ausgeliefert und der ande-
re, größere Teil in eine Förderstraße eingebaut war. Wegen der Schwierigkei-
ten, die von der Klägerin gelieferten Gegenstände herauszufinden, auszubau-
en und abzutransportieren, beließ er diese im Einvernehmen mit der Klägerin
auf dem Gelände der F., nachdem diese sich verpflichtet hatte, der Klägerin am
folgenden Tag einen bankbestätigten Scheck über 82.593,81 DM zur Verfü-
gung zu stellen. Durch schriftliche Vereinbarung mit dem Beklagten vom
22. Juni 1994 verpflichtete sich die F. ferner, die noch unter dem Eigentums-
vorbehalt der Klägerin stehenden Anlagenteile nicht ohne Genehmigung des
Beklagten als des Sequesters aus ihren Werkshallen zu verbringen. Der Be-
klagte verpflichtete sich seinerseits, die Genehmigung zu erteilen, falls die F.
glaubhaft machen könne, daß der Auslieferung der Anlagenteile ein zur Be-
gleichung der Restforderung der Klägerin ausreichender Liquiditätszufluß ge-
genüberstehe.
Auf Antrag der F. erteilte ihr der Beklagte am 7. Juli 1994 die Zustim-
mung zur Auslieferung der sequestrierten Anlagenteile vorbehaltlich des
Nachweises des Liquiditätszuflusses. Der Geldnachweis habe zu erfolgen, be-
vor die Anlagenteile das Werksgelände verließen. Daraufhin lieferte F. die
Förderstraßen nach Argentinien aus. Der vom Käufer auf das Konto der F. bei
der Raiffeisenbank B. überwiesene Kaufpreis von mehr als 400.000 DM wurde
von dieser Bank vollständig mit eigenen Forderungen gegen die F. verrechnet.
Die Klägerin erhielt auf ihre noch offene Restforderung von 97.657,53 DM kei-
ne Zahlungen. Am 19. Juli 1994 stellte die F. Konkursantrag; wenige Tage
später wurde das Konkursverfahren über ihr Vermögen eröffnet. Die Klägerin
meldete
ihre
restliche
Forderung
zuzüglich Kosten
- insgesamt
107.739,96 DM - zur Konkurstabelle an. Die Forderung wurde vom Konkurs-
verwalter anerkannt; eine Konkursquote ist jedoch nicht zu erwarten.
Die Klägerin nimmt nunmehr den Beklagten auf Schadensersatz in An-
spruch. Sie wirft ihm vor, den Sequestrationsvertrag dadurch verletzt zu haben,
daß er die Anlagenteile freigegeben habe, ohne den Zahlungszufluß an die
Klägerin ausreichend abzusichern. Der Beklagte hat eine Pflichtverletzung be-
stritten und eingewendet, Schuldner eines etwaigen Schadensersatzanspru-
ches sei nicht er persönlich, sondern nach Amtshaftungsgrundsätzen das Land
Schleswig-Holstein, dem die Klägerin den Streit verkündet hat.
Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Mit der Revision verfolgt
die Klägerin ihren Anspruch gegen den Beklagten weiter.
Entscheidungsgründe
Die Revision ist zulässig, im Ergebnis aber nicht begründet.
Die Klageforderung scheitert bereits daran, daß für etwaige Pflichtver-
letzungen keine vertragliche Eigenhaftung des Beklagten, sondern allenfalls
eine Amtshaftung des streitverkündeten Landes (§ 839 BGB i.V.m. Art. 34 GG)
eintreten kann.
1.
Besteht die einstweilige Verfügung in einer Sequestration (§ 938 Abs. 2
ZPO), so sind bei ihrer Vollziehung die Zuständigkeitsbereiche des hoheitlich
handelnden Gerichtsvollziehers als Vollstreckungsorgan einerseits und des
privatrechtlich tätig werdenden Sequesters andererseits zu unterscheiden und
voneinander abzugrenzen. Die Tätigkeit des Gerichtsvollziehers als Sequester
ist keine ihm kraft seines Gerichtsvollzieheramtes zugewiesene Aufgabe; er ist
deshalb zur Übernahme des Sequesteramtes nicht verpflichtet (§ 195 Nr. 2
Satz 3 GVGA; Noack JR 1963, 295, 297). Der Sequester selbst ist kein Voll-
streckungsorgan im Sinne der Zivilprozeßordnung. Deswegen hat er auch kei-
ne staatlichen Zwangsbefugnisse gegenüber dem Schuldner. Er ist somit nicht
schon kraft seines Amtes als Sequester befugt, die zu sequestrierende Sache
gegen den Willen des Schuldners wegzunehmen (Gleußner DGVZ 1996, 33,
35). Die Wegnahme des Sequestrationsobjektes fällt vielmehr in den hoheitli-
chen Bereich der Vollziehung der einstweiligen Verfügung und obliegt daher
dem Gerichtsvollzieher kraft seines Amtes. Dabei handelt der Gerichtsvollzie-
her in Ausübung öffentlicher Gewalt. Durch ihn als sein Organ übt der Staat als
alleiniger Träger der Vollstreckungsgewalt sein Zwangsmonopol in hoheitlicher
Weise aus (vgl. Zöller/Vollkommer ZPO 21. Aufl. 1999 vor § 704 Rn. 1 m.w.N.;
BVerfGE 61, 126, 136). Mit der Übergabe an den Sequester ist die Vollziehung
beendet (vgl. § 195 Nr. 2 Satz 2 GVGA; Gleußner aaO); zugleich beginnt die
Sequestration. Sie umfaßt die Sicherstellung, Verwahrung und Verwaltung ei-
ner Sache und ist keine Maßnahme der Zwangsvollstreckung, sondern beruht
auf einem privatrechtlichen Sequestrationsvertrag (OLG Koblenz MDR 1981,
855; OLG München MDR 1984, 62; Zöller/Vollkommer aaO § 938 Rn. 9;
Schuschke/Walker, Vollstreckung und vorläufiger Rechtsschutz, 2. Aufl., ZPO
§ 938 Rn. 22).
2.
Haftungsrechtlich hat dies die Konsequenz, daß bei pflichtwidrigem
Handeln des Gerichtsvollziehers als Vollstreckungsorgan die Amtshaftung, bei
pflichtwidrigem Handeln als Sequester dagegen die persönliche Vertragshaf-
tung eintritt. Von diesem rechtlichen Ansatz sind auch beide Vorinstanzen zu-
treffend ausgegangen; im Gegensatz zum Berufungsurteil und in Übereinstim-
mung mit dem Landgericht ist das Handeln des Beklagten hier dem hoheitli-
chen Aufgabenbereich des Gerichtsvollziehers zuzuordnen.
a) Dies folgt - worauf die Revisionserwiderung zu Recht hinweist - schon
daraus, daß hier eine Sequestration überhaupt (noch) nicht stattgefunden hatte
und deshalb für eine Durchführung des von den Parteien abgeschlossenen
Sequestrationsvertrages kein Raum war. Der Beklagte hatte bei der Schuldne-
rin festgestellt, daß die zu sequestrierenden Gegenstände, soweit sie über-
haupt noch vorhanden waren, zum Teil weiterverarbeitet worden, zum Teil in
einen Verbund mit fremden Gegenständen gelangt waren. Um die Teile weg-
zunehmen, wären daher eine Fachfirma zum Zerlegen sowie eine Speditions-
firma mit geeigneten Fahrzeugen und Lagerräumen hinzuzuziehen gewesen.
Für diesen Fall hätte die Klägerin einen Kostenvorschuß in Höhe von
30.000 DM zahlen müssen. Deshalb erklärte sich der Geschäftsführer der Klä-
gerin damit einverstanden, daß das Verfahren zunächst nicht fortgesetzt wer-
de, sofern ihm am folgenden Tag, dem 23. Juni 1994, ein bankbestätigter
Scheck über 82.593,81 DM übergeben werde und darüber hinaus sichergestellt
sei, daß die noch bei der Schuldnerin befindlichen Gegenstände nicht ohne
Genehmigung des Sequesters die Werkshallen verließen. Über diese Fest-
stellungen hatte der Beklagte einen mit seinem Dienstsiegel als Gerichtsvoll-
zieher versehenen amtlichen Vermerk aufgenommen. Sämtliche vom Beklagten
in diesem Zusammenhang ergriffenen Maßnahmen dienten dem Zweck, einen
ungehinderten Zugriff der Schuldnerin auf die Vollstreckungsobjekte nach
Möglichkeit auszuschließen. Damit sollten die Risiken vermindert werden, die
sich für die Klägerin als Gläubigerin daraus ergaben, daß die angeordnete
Wegnahme der Objekte (§ 883 ZPO), die eine Sequestration erst ermöglicht
hätte, nicht erfolgt war. War aber der wesentliche Zweck der getroffenen Maß-
nahmen, die Gegenstände dem Einflußbereich der Schuldnerin zu entziehen
und ihr die Möglichkeit zu nehmen, weiterhin darüber zu verfügen, noch nicht
erreicht, so verblieb das Verfahren in dem der eigentlichen Sequestration vor-
ausgehenden Stadium des hoheitlichen Zugriffs auf die Sequestrationsobjekte
und damit im Zuständigkeitsbereich des Beklagten in seiner Eigenschaft als
Gerichtsvollzieher, nicht als Sequester. Daran ändert es nichts, daß der Ge-
schäftsführer der Klägerin sein Einverständnis mit dieser Verfahrensweise er-
teilt hatte; die diesbezügliche Erklärung stellte lediglich einen Aufschub der
Vollstreckung dar und bedeutete nicht etwa, daß nunmehr der Sequestrations-
vertrag in Vollzug gesetzt werde. Auch die Verwendung des Begriffes "Seque-
ster" in dem amtlichen Vermerk des Beklagten besagte nichts darüber, daß die
Sequestration bereits begonnen hatte.
b) Auch die Vereinbarung vom 22. Juni 1994, die der Beklagte mit der F.
getroffen hatte, fiel in seine Zuständigkeit als Gerichtsvollzieher und nicht als
Sequester, obwohl er dort als "Sequester" bezeichnet wird und auch in seiner
späteren Freigabeerklärung vom 7. Juli 1994 von den "sequestrierten" Anla-
genteilen die Rede ist. Diese Absprachen betrafen nämlich lediglich den durch
den Beginn der Vollziehung, aber noch vor deren Beendigung geschaffenen
Zwischenzustand. Sie sollten gewährleisten, daß die Vollziehung der einstwei-
ligen Verfügung fortgesetzt werden konnte, sofern sich das Verfahren nicht
durch Befriedigung der Klägerin anderweitig erledigte. An den tatsächlichen
Besitzverhältnissen änderte sich dadurch nichts; eine Wegnahme im Sinne des
§ 883 ZPO, die den Beginn der Sequestration hätte einleiten können, fand
nicht statt. Insbesondere verblieb es dabei, daß die zu sequestrierenden Ge-
genstände mit anderen verbunden waren und eine Aussonderung ohne erheb-
lichen Aufwand nicht möglich war. Indem der Beklagte lediglich die Verpflich-
tung der F. erwirkte, sie werde diese Sachen nicht ohne seine Genehmigung
wegschaffen, wurde er nicht in den Stand gesetzt, seine vertraglichen Seque-
sterpflichten der Verwahrung, Bewachung und Erhaltung zu erfüllen. Dement-
sprechend hat sich hier nicht etwa eine Gefahr verwirklicht, wie sie aus un-
sorgfältiger Verwahrung, Bewachung oder Erhaltung entstehen kann, sondern
gerade die Gefahr, der die hoheitliche Inbesitznahme als solche hatte vorbeu-
gen sollen: Die Sachen sind nämlich deswegen verlorengegangen, weil die
Schuldnerin trotz der Anordnung der Sequestration über sie verfügt hatte. Dies
wäre nicht möglich gewesen, wenn die der Übernahme des Sequestrationsob-
jekts durch den Sequester vorausgehende Verfahrensphase der Ausschaltung
der Schuldnerin vom Zugriff auf die Objekte beendet gewesen wäre.
3.
Der Beklagte ist auch kein "Gebührenbeamter" i.S.d. § 1 Abs. 3 des - in
Schleswig-Holstein noch geltenden (GS Schl.-H. II 2030-1) - preußischen Ge-
setzes über die Haftpflicht des Staates und anderer Verbände für Amtspflicht-
verletzungen von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt (Gesetz vom
1. August 1909 - PrGS S. 691 [PrStHG]). Deswegen trifft die amtshaftungs-
rechtliche Verantwortlichkeit nicht ihn persönlich, sondern das streitverkündete
Land Schleswig-Holstein als seinen Dienstherrn (Art. 34 GG). Schon das
Reichsgericht hatte aus der Entstehungsgeschichte des preußischen Staats-
haftungsgesetzes entnommen, daß die Aufrechterhaltung der persönlichen Be-
amtenhaftung
für Gebührenbeamte nicht die Gerichtsvollzieher betreffe
(RGZ 138, 178, 180 f). Dementsprechend ist der Eintritt der Staatshaftung für
Amtspflichtverletzungen von Gerichtsvollziehern durchgängig anerkannt (RGZ
87, 294; 138, 178; 144, 262; Senatsurteile vom 26. September 1957 - III ZR
67/56 = VersR 1957, 735, und vom 25. Oktober 1962 - III ZR 105/61 = VersR
1963, 88; BGB-RGRK/Kreft 12. Aufl. 1984 § 839 Rn. 27; MünchKomm/Papier
Rn. 242; Palandt/Thomas BGB 59. Aufl. 2000 § 839 Rn. 6;). Nach § 1 Abs. 3
PrStHG ist die Verantwortlichkeit des Staates bei Beamten ausgeschlossen,
die ausschließlich auf den Bezug von Gebühren angewiesen sind, sowie bei
solchen Amtshandlungen anderer Beamter, für die diese eine besondere Ver-
gütung durch Gebühren von den Beteiligten zu beziehen haben. Der Gerichts-
vollzieher unterfällt bei seiner amtlichen Tätigkeit als Vollstreckungsorgan we-
der der ersten noch der zweiten Alternative. Er erhält als Beamter gemäß § 10
Nr. 1 GVO Dienstbezüge nach Besoldungsrecht (Besoldungsgruppen A 8 oder
A 9) und ist damit nicht ausschließlich auf den Bezug von Gebühren angewie-
sen (§§ 3 Abs. 1, 20 Abs. 1 Bundesbesoldungsgesetz vom 23. Mai 1975
[BGBl. I S. 1173] i.d.F. der Bekanntmachung vom 9. März 1992 [BGBl. I S. 409]
i.V.m. Anlage I zum Bundesbesoldungsgesetz). Zwar erhält der Gerichtsvoll-
zieher daneben Anteile von den Gebühren, die er vereinnahmt hat (§ 10 Nr. 1
GVO). Damit bezieht er für seine Vollstreckungstätigkeit aber keine "besondere
Vergütung durch Gebühren von den Beteiligten" i.S.d. § 1 Abs. 3 2. Alt.
PrStHG. Diese Bestimmung betrifft nur solche Amtshandlungen, in denen ein
unmittelbarer Gebührenanspruch des Beamten gegen die Beteiligten besteht
(RGZ 88, 256, 258 f unter Bezug auf die Entstehungsgeschichte des Gesetzes;
ferner RGZ 138, 178 ff). Gläubiger des Gebührenanspruchs ist vielmehr aus-
schließlich das Land als Dienstherr des Gerichtsvollziehers. Der dem Gerichts-
vollzieher zustehende Anteil der Gebühren ist somit im Rechtssinn Bestandteil
seiner beamtenrechtlichen Bezüge.
Rinne
Wurm
Streck
Schlick
Dörr