BGH Urteil vom 04.10.2001 – IX ZR 174/99
IX. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
4. Oktober 2001
in dem Rechtsstreit
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter
Dr. Kreft und die Richter Dr. Fischer, Kirchhof, Raebel und Kayser
am 4. Oktober 2001
beschlossen:
Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 2. Zivilsenats
des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 1. April 1999
wird nicht angenommen.
Die Beklagte hat die Kosten der Revision zu tragen.
Der Streitwert für die Revisionsinstanz wird auf 70.000 DM fest-
gesetzt (vgl. § 4 Abs. 1 ZPO).
Gründe
Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung und die Revision
im Ergebnis keine Aussicht auf Erfolg (§ 554 b ZPO).
Zwar ist nach der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs der
formularmäßige umfassende Ausschluß der Bestimmung des § 776 BGB un-
wirksam (BGHZ 144, 52); jedoch liegt in der Verwertung einer anderen Sicher-
heit zur Tilgung von Forderungen, die nicht von der Bürgschaft gedeckt sind,
keine Aufgabe im Sinne des § 776 BGB, wenn jene Sicherungsmittel, wie im
Streitfall, von vorneherein auch zur Deckung der anderen Ansprüche bestimmt
waren (BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1144). Die
weite Zweckerklärung im Verpfändungsvertrag ist aus denselben Gründen, die
für Sicherungsabreden bei der Grundschuld gelten (vgl. dazu BGH, Urteil vom
24. Juni 1997 - XI ZR 288/96, ZIP 1997, 1538 m.w.N.), nicht nach § 9 AGBG zu
beanstanden.
Im übrigen ist das Berufungsurteil auch in der Begründung rechtlich ein-
wandfrei.
Kreft Kirchhof Fischer
Raebel Kayser