BGH Beschluss vom 17.01.2002 – IX ZR 178/99
IX. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
17. Januar 2002
in dem Rechtsstreit
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter
Dr. Kreft und die Richter Stodolkowitz, Dr. Ganter, Raebel und Kayser
am 17. Januar 2002
beschlossen:
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des 19. Zivilsenats des
Oberlandesgerichts Stuttgart vom 22. April 1999 wird nicht ange-
nommen.
Der Kläger hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen.
Streitwert
für
das Revisionsverfahren:
bis
60.000 DM
(= 30.677,51 Euro) - § 6 ZPO.
Gründe
Die Revision wirft keine klärungsbedürftigen Rechtsfragen von grund-
sätzlicher Bedeutung auf und verspricht im Ergebnis keinen Erfolg (§ 554 b
ZPO a.F.).
Grundlage des mit Klage und Widerklage wechselseitig erhobenen An-
spruchs auf Zustimmung zur Auszahlung und Urkundenherausgabe ist § 812
Abs. 1 Satz 1 Fall 2 BGB. Für die Frage der Freigabepflicht ist entscheidend,
wer im Verhältnis zum hinterlegenden Schuldner, dem Bankhaus M., Inhaber
der Forderung ist (BGH, Urt. v. 15. Oktober 1999 - V ZR 141/98, NJW 2000,
291, 294). Im vorliegenden Fall hat die Beklagte durch den Pfändungs- und
Überweisungsbeschluß vom 4. August 1994 eine vorrangige Gläubigerstellung
erworben, weil die angebliche Abtretung vom 7. Mai 1994 den Lebensversiche-
rungen nicht vor dem Wirksamwerden der Pfändung angezeigt worden ist (vgl.
BGHZ 112, 387, 389 f.).
Kreft Stodolkowitz Ganter
Raebel Kayser