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BGH Beschluss vom 14.08.2002 – 2 ARs 237/02
2. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
14. August 2002
in der Strafsache
gegen
Az.: 496 Js 14261/99 Staatsanwaltschaft Potsdam Az.: 3 Ls 496 Js 14261/99 (34/99) Amtsgericht Rathenow Az.: 4 AR 3/02 Amtsgericht Zerbst Az.: 21 AR 236/02 Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg
Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundes-
anwalts am 14. August 2002 beschlossen:
1. Der Abgabebeschluß des Amtsgerichts Rathenow - Jugend-
schöffengericht - vom 2. April 2002 wird aufgehoben.
2. Das Amtsgericht Rathenow ist für die Untersuchung und Ent-
scheidung der Sache weiterhin zuständig.
Gründe:
Die Abgabe der Sache an das Amtsgericht Zerbst ist nicht zweckmäßig.
Zwar soll der inzwischen erwachsene Angeklagte im dortigen Bezirk wohnen;
das Amtsgericht Rathenow ist jedoch mit der Sache, in der es Tatbeteiligte ab-
geurteilt und auch gegen den Angeklagten bereits eine Hauptverhandlung be-
gonnen hat, vertraut; hierbei kommt es darauf, ob sich die Geschäftsverteilung
seither geändert hat, nicht an. Da der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten
jedenfalls teilweise bestreitet, müßten zu einer Hauptverhandlung auch die
Zeugen nach Zerbst reisen. Der sonst im Verfahren gegen Heranwachsende
maßgebliche Gesichtspunkt der Entscheidungsnähe tritt daher hier zurück.
Rissing-van Saan Detter Bode
Otten Fischer