Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluss vom 03.04.2003 – IX ZB 401/02

IX. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

3. April 2003

in dem Insolvenzverfahren

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter

Dr. Kreft und die Richter Kirchhof, Dr. Fischer, Raebel und

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am 3. April 2003

beschlossen:

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß der 4. Zivilkammer

des Landgerichts Zweibrücken vom 8. August 2002 wird auf Ko-

sten des Schuldners als unzulässig verworfen.

Der Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren wird auf

51.129,19

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Gründe

Die nach § 7 InsO statthafte Rechtsbeschwerde ist nicht zulässig, weil

die Rechtssache weder grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des

Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entschei-

dung des Bundesgerichtshofs erfordert (§ 4 InsO i.V.m. § 574 Abs. 2 ZPO

n.F.).

Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde kommt der Frage, ob ein

mangels Vertretungsbefugnis unwirksamer Gläubigerantrag nach Eröffnung

des Insolvenzverfahrens wirksam geheilt werden kann, keine grundsätzliche

Bedeutung zu. Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung kann ein

Mangel der Vollmacht im Rechtsstreit durch Genehmigung des Berechtigten

mit rückwirkender Kraft beseitigt werden, soweit noch nicht ein das Rechtsmit-

tel als unzulässig verwerfendes Prozeßurteil vorliegt (BGHZ 10, 147; BGH, Urt.

v. 19. März 1967 - VI ZR 82/66, NJW 1967, 2304; v. 27. März 1980 - IX ZR

20/77, RZW 1980, 112; GmS-OGB BGHZ 91, 111, 115). Es ist kein sachlich

einleuchtender Grund erkennbar, die Frage abweichend zu beurteilen, wenn

das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren trotz der Mängel des Antrags er-

öffnet hat. Es entspricht daher auch dort, soweit ersichtlich, einhelliger Mei-

nung, daß die Genehmigung noch möglich ist und den Antragsmangel rückwir-

kend beseitigt (Uhlenbruck, InsO 12. Aufl. § 13 Rn. 11; Schmerbach in Frank-

furter Kommentar zur InsO, 3. Aufl. § 14 Rn. 15; Hess, InsO § 13 Nr. 7).

Im übrigen legt die Rechtsbeschwerde nicht dar, daß die Frage der

Rückwirkung der Genehmigung eines Eröffnungsantrags für die hier zu treffen-

de Entscheidung über die Verfahrenseröffnung erheblich ist.

Kreft Kirchhof Fischer

Raebel

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