BGH Beschluss vom 10.04.2003 – IX ZR 137/02
IX. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
10. April 2003
in dem Rechtsstreit
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter
(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:10)(cid:9)(cid:4)(cid:11)
Dr. Kreft und die Richter Dr. Ganter, Raebel, Kayser und
am 10. April 2003
beschlossen:
Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil
des 13. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Nürnberg vom
18. April 2002 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.
Der Beschwerdewert wird auf 28.632,35
(cid:1)(cid:4)(cid:14)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)(cid:4)(cid:1)(cid:4)(cid:14)(cid:19)(cid:1)(cid:10)(cid:15)(cid:21)(cid:20)(cid:19)(cid:15)(cid:23)(cid:22)
Gründe
Die Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 543
Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO) ist nur dann zuzulassen, wenn es auf die auf-
geworfene Rechtsfrage für die Entscheidung des Rechtsstreits ankommt; glei-
ches gilt für die Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung der
Rechtssache (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO; vgl. BGH, Beschl. v. 19. Dezem-
ber 2002 - VII ZR 101/02, NJW 2003, 831). Dies ist hier nicht der Fall, weil der
Kläger schon nicht hinreichend dargetan hat, daß der Beklagte seine Pflichten
aus dem Anwaltsvertrag schuldhaft verletzt hat. Denn er wurde von der O.
AG mit der Interessenwahrnehmung erst zu einem Zeitpunkt be-
traut, als der Rechtsstreit beim Landgericht Nürnberg-Fürth bereits anhängig
war. Im Blick auf die unstreitige Kaufmannseigenschaft beider Parteien, die
(cid:12) (cid:13)
vorliegenden Vertragsurkunden, aus denen sich eine Gerichtsstandsvereinba-
rung schlüssig ergab, und die bereits angefallenen erheblichen Mehrkosten
war es zumindest vertretbar, wenn nicht sogar naheliegend, den Verweisungs-
antrag zunächst nicht zu stellen.
Dies gilt auch für den Fall, daß sich die Zuständigkeit des Landgerichts
Nürnberg-Fürth nur aus § 38 Abs. 1 und 2 ZPO ergeben konnte, weil das Für-
stentum Liechtenstein und die Bundesrepublik Deutschland das Lugano-
Übereinkommen vom 16. September 1988 noch nicht in Kraft gesetzt hatten
(vgl. MünchKomm-ZPO/Gottwald, 2. Aufl. vor Art. 1 EuGVÜ Rn. 17; Baum-
bach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO 61. Aufl. Schlußanhang V D Übersicht
Rn. 1).
Kreft Ganter Raebel
Kayser
(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:10)(cid:9)(cid:4)(cid:11)
(cid:12)