Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluß vom 17.06.2003 – XI ZR 242/02

XI. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

17. Juni 2003

in dem Rechtsstreit

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden

Richter Nobbe, die Richter Dr. Müller, Dr. Wassermann, die Richterin

Mayen und den Richter Dr. Appl

am 17. Juni 2003

beschlossen:

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulas-

sung der Revision in dem Urteil des 7. Zivilsenats des

Oberlandesgerichts München vom 19. Juni 2002 wird

auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.

Wert des Beschwerdegegenstandes: bis 13.000

Gründe

Die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin ist unzulässig; der

Wert des Beschwerdegegenstandes übersteigt die Wertgrenze von

(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:5)(cid:0)(cid:2)(cid:6)(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:8)(cid:11)(cid:10)(cid:7)(cid:8)(cid:7)(cid:12)(cid:14)(cid:13)

20.000

26 Nr. 8 EGZPO nicht.

1. Für die Wertgrenze der Nichtzulassungsbeschwerde nach § 26

Nr. 8 EGZPO ist nicht die Beschwer aus dem Berufungsurteil, sondern

der Wert des Beschwerdegegenstandes aus dem beabsichtigten Revisi-

onsverfahren maßgebend (BGH, Beschluß vom 27. Juni 2002 - V ZR

148/02, NJW 2002, 2720 f.). Mit der beabsichtigten Revision begehrt die

Klägerin - wie bereits in der Berufungsinstanz - allein die Feststellung,

daß die Zahlungsklage aus der von der Beklagten im Urkundenprozeß

gestellten Prozeßbürgschaft angesichts der Aufhebung des landgerichtli-

chen Endurteils vom 17. Mai 2001 durch das Berufungsgericht und der

Zurückverweisung der Sache an das Landgericht in der Hauptsache er-

ledigt ist.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bemißt

sich der Streitwert bei einseitiger Erledigungserklärung der klagenden

Partei in aller Regel nach den bis zur Erledigungserklärung entstandenen

Kosten (siehe z.B. BGH, Beschluß vom 9. Mai 1996 - VII ZR 143/94,

NJW-RR 1996, 1210 m.w.Nachw.). Eine andere rechtliche Beurteilung

kommt zwar ausnahmsweise in Betracht, wenn auch nach tatsächlicher

Erledigung das Interesse der Parteien an einer mittelbaren Rechtferti-

gung des jeweiligen Standpunktes deutlich im Vordergrund steht (vgl.

BGH, Beschluß vom 8. Dezember 1981 - VI ZR 161/80, NJW 1982, 768).

Für einen solchen Sonderfall ist hier aber nichts ersichtlich. Der Einwand

der Nichtzulassungsbeschwerde, die Klägerin verfolge angesichts des

Streits der Parteien über die Entstehung der Bürgschaftsforderung be-

reits mit Erlaß des rechtskräftigen landgerichtlichen Vorbehalts- und An-

erkenntnisurteils und nicht erst mit der Entscheidung des Berufungsge-

richts ein über die Fortsetzung des Rechtsstreits wegen der sie bela-

stenden Kostenentscheidung hinausgehendes

Interesse, greift nicht

durch. Das Gericht hat bei einer einseitigen Erledigungserklärung des

Klägers stets zu prüfen, ob die Klage bis zu dem behaupteten erledigen-

den Ereignisses zulässig und begründet war und ob sie durch das erledi-

gende Ereignis unzulässig oder unbegründet geworden ist (BGHZ 106,

359, 366 f.; BGH, Beschluß vom 9. Mai 1996, aaO). Insoweit weist der

vorliegende Streitfall keine Besonderheiten auf.

2. Ihre Erledigungserklärung hat die Klägerin mit der Berufung ab-

gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in erster Instanz auf die Klage

(cid:12)(cid:19)(cid:18)(cid:20)(cid:8)(cid:21)(cid:6)(cid:23)(cid:22)(cid:25)(cid:24)(cid:27)(cid:26)(cid:29)(cid:28)(cid:7)(cid:30)(cid:7)(cid:24)

mit einem Streitwert von 203.700 DM rund 9.338

(cid:15)(cid:17)(cid:16)

DM =

(cid:8)(cid:21) !(cid:0)#"%$&(cid:18)’(cid:12)%(

(cid:12))(cid:18)’(cid:8)(cid:21)(cid:6)+*,(cid:6)(cid:9)(cid:10)+".-(cid:27)(cid:26)(cid:14)/.0(cid:27)(cid:26)21(cid:7)1(cid:7)1

(cid:6)(cid:19)45-(cid:27)67(cid:18)(cid:20)(cid:12)%(

2.691,95

DM = 6.646,79

o-

sten auf beiden Seiten) angefallen. Der Streitwert in der Berufungsin-

(cid:26)98(cid:5)-,:

(cid:6);-(cid:21)*(cid:9)(cid:12).<(cid:7)(cid:8)(cid:21)$(cid:9)(cid:8)(cid:21)(cid:6)(cid:9)(cid:10)

stanz betrug daher für die Klage nur noch 9.338

(cid:12))(cid:18)’(cid:8)(cid:21)(cid:6)=(cid:22)(cid:25)>(cid:9)>,(cid:28)

(cid:8)(cid:21) !(cid:0)#"%$&(cid:18)’(cid:12)%(

(cid:12))(cid:18)’(cid:8)(cid:21)(cid:6)

sind in der Berufungsinstanz rund 3.882

(cid:15)(cid:17)(cid:16)

(cid:6)(cid:19)4?-(cid:27)6@(cid:18)’(cid:12)%(

(cid:12))(cid:18)’(cid:8)(cid:21)(cid:6)A-(cid:21)*.BDC(cid:9)(cid:8)(cid:21)(cid:0)E(cid:10)(cid:7)(cid:8)(cid:21)(cid:6)F(cid:3)G(cid:8)(cid:21)(cid:0)7(cid:18)(cid:20)(cid:8)(cid:21)(cid:6)(cid:7)HI-(cid:21)(cid:6)(cid:9)<(cid:7)(cid:8)%BJ-(cid:21)6(cid:29)6#(cid:8)(cid:21)(cid:6)K(cid:26)L8(cid:5)(cid:8)(cid:21) NMO(cid:8)(cid:21) (cid:20)(cid:18)

und ca. 3.000

des Beschwerdegegenstandes beträgt

infolgedessen

lediglich

rund

*(cid:7)(cid:6)(cid:9)(cid:10)P6(cid:2)(cid:0)E(cid:8)(cid:7)<,(cid:18)(cid:17)(cid:10)(cid:7)(cid:8)(cid:21)*&(cid:18)(cid:25)6(cid:29)(cid:0)#"%$(cid:11)*(cid:7)(cid:6)&(cid:18)’(cid:8)Q G(cid:10)(cid:7)(cid:8)(cid:21)

(cid:25)(cid:8)(cid:21)(cid:6)&RS(cid:8)T(cid:10)(cid:7)(cid:8)(cid:7)(cid:12)(cid:14)(cid:13)

13.000

26 Nr. 8 EGZPO.

Nobbe Müller Wassermann

Mayen Appl

(cid:31) (cid:16) 3 (cid:16)

(cid:31) (cid:16) 3 (cid:16) (cid:31)