BGH Beschluss vom 11.01.2007 – IX ZR 25/04
IX. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
IX ZR 25/04
BESCHLUSS
vom
11. Januar 2007
in dem Rechtsstreit
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter
Dr. Fischer, die Richter Raebel, Dr. Kayser, Cierniak und die Richterin
Lohmann
am 11. Januar 2007
beschlossen:
Die Anhörungsrüge des Klägers gegen den Senatsbeschluss vom
9. November 2006 wird zurückgewiesen.
Die Kosten des Rügeverfahrens hat der Kläger zu tragen.
Gründe
Die Anhörungsrüge ist unbegründet. Die Gerichte sind nach Art. 103
Abs. 1 GG verpflichtet, das Vorbringen der Parteien zur Kenntnis zu nehmen
und in Erwägung zu ziehen. Hingegen ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte
des Parteivortrags in den Gründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu be-
scheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f). Der Senat hat in dem Beschluss vom
9. November 2006 die von der Anhörungsrüge des Klägers umfassten Angriffe
der Nichtzulassungsbeschwerde in vollem Umfang darauf geprüft, ob sie einen
Zulassungsgrund ergeben. Er hat unter diesem Gesichtspunkt die Beanstan-
dungen sämtlich für nicht durchgreifend erachtet und dies in der Begründung
des Beschlusses zum Ausdruck gebracht (§ 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO). Dies ent-
spricht regelmäßig und auch hier den Anforderungen, die an die Begründung
einer letztinstanzlichen Entscheidung zu stellen sind (vgl. BVerfG NJW 2004,
1371, 1372).
Von einer weiterreichenden Begründung kann auch in dem Verfahrens-
abschnitt der Anhörungsrüge abgesehen werden. Weder aus § 321a Abs. 4
Satz 5 ZPO, nach dem der Beschluss kurz begründet werden soll, noch unmit-
telbar aus dem Verfassungsrecht ergibt sich eine Verpflichtung zu einer weiter-
gehenden Begründung der Entscheidung. Ansonsten hätte es eine Partei in der
Hand, mittels einer Anhörungsrüge nach § 321a ZPO die Bestimmung des
§ 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO auszuhebeln. Nach der Gesetzesbegründung kann
eine Gehörsrüge gegen die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwer-
de nicht dazu eingelegt werden, eine Begründungsergänzung herbeizuführen
(vgl. BT-Drucks. 15/3706 S. 16; s. weiter BGH, Beschl. v. 28. Juli 2005 - III ZR
443/04, NJW-RR 2006, 63, 64; v. 11. Mai 2006 - IX ZB 225/04).
Fischer
Raebel
Kayser
Cierniak
Lohmann
Vorinstanzen: LG Berlin, Entscheidung vom 12.03.2002 - 2 O 394/01 - KG Berlin, Entscheidung vom 04.11.2003 - 21 U 92/02 -