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BGH Beschluss vom 30.08.2007 – 4 StR 127/07

4. Strafsenat

BUNDESGERICHTSHOF

4 StR 127/07

BESCHLUSS

vom

30. August 2007

in der Strafsache

gegen

wegen Anstiftung zur Untreue

Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-

desanwalts und des Beschwerdeführers am 30. August 2007 gemäß § 349

Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des

Landgerichts Kaiserslautern vom 20. November 2006,

soweit es ihn betrifft, im gesamten Strafausspruch auf-

gehoben.

2.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Ver-

handlung und Entscheidung, auch über die Kosten des

Rechtsmittels, an eine andere Wirtschaftsstrafkammer

des Landgerichts zurückverwiesen.

3. Die weiter gehende Revision wird verworfen.

Gründe:

1

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Anstiftung zur Untreue in

23 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten

verurteilt. Mit seiner Revision gegen dieses Urteil rügt der Angeklagte die Ver-

letzung materiellen Rechts. Das Rechtsmittel hat nur zum Strafausspruch Er-

folg; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2

Die verhängten Einzelstrafen und die Gesamtstrafe haben keinen Be-

stand, weil das Landgericht von einem zu hohen Strafrahmen ausgegangen ist.

Dieser beträgt nicht sechs Monate bis zu zehn Jahren (UA 23), sondern nur

einen Monat bis zu sieben Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Das

Treueverhältnis nach § 266 Abs. 1 StGB ist nämlich ein strafbegründendes per-

sönliches Merkmal im Sinne des § 28 Abs. 1 StGB (st. Rspr., vgl. nur BGHSt

26, 53 f.; BGH StV 1995, 73; Tröndle/Fischer, StGB 54. Aufl. § 266 Rdn. 80

m.w.N.), das beim Angeklagten fehlte; denn er hatte nicht die Pflicht, die Ver-

mögensinteressen der Sparkasse wahrzunehmen, die der Mitangeklagte S.

als deren Geschäftsstellenleiter durch die Taten, zu denen der Angeklagte ihn

angestiftet hatte, jeweils verletzt hat. Der von der Wirtschaftsstrafkammer zu

Grunde gelegte Strafrahmen des § 266 Abs. 2 i.V.m. § 263 Abs. 3 Satz 1 StGB

hätte daher gemäß den §§ 28 Abs. 1, 49 Abs. 1 StGB gemildert werden müs-

sen.

3

Obwohl die verhängten Strafen nicht überhöht sind, kann der Senat nicht

ausschließen, dass sie niedriger ausgefallen wären, wenn das Landgericht von

dem gemilderten Strafrahmen ausgegangen wäre, zumal die meisten Einzel-

strafen in Höhe der Mindeststrafe des nicht gemilderten Strafrahmens (sechs

Monate Freiheitsstrafe) festgesetzt wurden (UA 26).

4

Die Einzelstrafen und die Gesamtstrafe müssen daher neu zugemessen

werden. Die Feststellungen können bestehen bleiben. Ergänzende Feststellun-

gen, die den getroffenen nicht widersprechen, sind statthaft.

5

Mit der Teilaufhebung ist die sofortige Beschwerde gegen die Kostenent-

scheidung des angefochtenen Urteils gegenstandslos.

Maatz Kuckein Athing

Ernemann Sost-Scheible