Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluss vom 03.12.2007 – II ZR 22/07

II. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

3. Dezember 2007

in dem Rechtsstreit

Nachschlagewerk: ja

BGHZ:

BGHR:

nein

nein

Haben nach der Satzung eines gemeinnützigen Vereins die Vorstandsmitglieder ihre

Vorstandstätigkeit ehrenamtlich auszuüben und sieht die Satzung die Möglichkeit

einer Vergütung für die aufgewendete Arbeitszeit und Arbeitskraft nicht ausdrücklich

vor, sind die an ein Vorstandsmitglied als Entschädigung für aufgewendete Arbeits-

zeit und Arbeitskraft geleisteten Zahlungen satzungswidrig.

BGH, Beschluss vom 3. Dezember 2007 - II ZR 22/07 - LG Berlin

KG Berlin

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 3. Dezember 2007

durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und die Richter Kraemer,

Dr. Strohn, Caliebe und Dr. Reichart

einstimmig beschlossen:

1. Die Parteien werden darauf hingewiesen, dass der Senat be-

absichtigt, die Revision des Beklagten - soweit sie nicht zu-

rückgenommen wurde - durch Beschluss gemäß § 552 a ZPO

zurückzuweisen.

2. Der Streitwert

für das Revisionsverfahren wird auf

49.688,04 € festgesetzt.

Gründe

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Zulassungsgründe gemäß § 543 Abs. 2 ZPO sind nicht gegeben. Die

Revision des Beklagten hat auch keine Aussicht auf Erfolg.

Grundsätzliche Fragen stellen sich entgegen der Annahme des Beru-

fungsgerichts nicht und werden von der Revision auch nicht aufgezeigt. Die

maßgeblichen Fragen sind durch die Entscheidung des Senats vom 14. De-

zember 1987 (II ZR 53/87, ZIP 1988, 706 ff.) geklärt.

Die Entscheidung des Berufungsgerichts ist auch in der Sache richtig.

Das Berufungsgericht hat rechtsfehlerfrei die an den Beklagten geleiste-

ten Zahlungen als satzungswidrig beurteilt, weil nach der Satzung des Klägers

die Vorstandsmitglieder ihre organschaftliche Tätigkeit ehrenamtlich auszuüben

haben und die Satzung die Möglichkeit einer Vergütung der aufgewendeten

Arbeitszeit und Arbeitskraft gerade nicht vorsieht. Entgegen der Auffassung der

Revision begegnet auch die weitere Annahme des Berufungsgerichts, der Be-

klagte habe durch die Entgegennahme der satzungswidrigen Zahlungen seine

Pflichten als Vorstand schuldhaft verletzt, keinen rechtlichen Bedenken. In Ein-

klang mit der Rechtsprechung des Senats (vgl. z.B. Sen.Urt. v. 14. Dezember

1987 aaO 710) hat das Berufungsgericht ferner eine Verzichtswirkung der jähr-

lichen Entlastungsbeschlüsse verneint und hat ebenso ohne Rechtsfehler dem

Beklagten die Berufung auf den Einwand der Verwirkung versagt.

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Die Verfahrensrüge hat der Senat geprüft und nicht für durchgreifend er-

achtet.

Goette Kraemer Strohn

Caliebe Reichart

Hinweis: Das Revisionsverfahren ist durch Zurückweisungsbeschluss

erledigt worden.

Vorinstanzen:

LG Berlin, Entscheidung vom 06.05.2005 - 28 O 397/04 -

KG Berlin, Entscheidung vom 18.01.2007 - 12 U 115/05 -