BGH Beschluss vom 09.01.2008 – XII ZB 93/07
XII. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
9. Januar 2008
in der Familiensache
Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 9. Januar 2008 durch die
Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke,
Prof. Dr. Wagenitz und Dose
beschlossen:
1. Der Beschluss des 18. Zivilsenats - Senat für Familiensachen -
des Oberlandesgerichts Celle vom 5. April 2007 (Verwerfung
der Berufung) ist gegenstandslos.
2. Von der Erhebung der Gerichtsgebühren für das Rechtsbe-
schwerdeverfahren wird abgesehen.
3. Die außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfah-
rens folgen den Kosten der Hauptsache.
4. Beschwerdewert: 1.000 €
Gründe
I.
Die Parteien streiten über den Versorgungsausgleich.
Die Ehe der Parteien wurde durch Verbundurteil vom 10. Januar 2007
geschieden; zugleich wurde - entsprechend einer von den Parteien getroffenen
und vom Familiengericht genehmigten Vereinbarung - festgestellt, dass ein
Versorgungsausgleich nicht stattfindet. Die Parteien verzichteten auf Rechtsmit-
tel. Das Urteil wurde der Antragsgegnerin am 18. Januar 2007 zugestellt.
Am 22. Januar 2007 erklärte die Antragsgegnerin gegenüber dem Fami-
liengericht die Anfechtung des Rechtsmittelverzichts, soweit dieser den Ver-
sorgungsausgleich erfasse. Am 16. Februar 2007 legte sie gegen das Urteil
Berufung und gegen die Entscheidung über den Versorgungsausgleich Be-
schwerde ein.
Das Oberlandesgericht hat die Berufung mit Beschluss vom 5. April 2007
verworfen, weil die Antragsgegnerin die Berufung nicht rechtzeitig begründet
habe. Am 31. Mai 2007 hat die Antragsgegnerin die Wiedereinsetzung in die
Berufungsbegründungsfrist beantragt. Das Oberlandesgericht hat den Wieder-
einsetzungsantrag mit Beschluss vom 2. Juli 2007 zurückgewiesen.
Gegen den die Berufung verwerfenden Beschluss hat die Antragsgegne-
rin am 18. Juni 2007 Rechtsbeschwerde eingelegt und geltend gemacht, der
angefochtene Beschluss verstoße gegen § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO. Ein vom
Vorsitzenden des Berufungsgerichts am 23. März 2007 verfügtes Schreiben, in
dem auf die beabsichtigte Verwerfung der Berufung hingewiesen werde, sei bei
ihrem Prozessbevollmächtigten nicht eingegangen. Auch der Verwerfungsbe-
schluss sei ihrem Prozessbevollmächtigten erst nachträglich - aufgrund einer
Sachstandsnachfrage - zugestellt worden.
Das Oberlandesgericht hat mit Beschluss vom 14. August 2007 auf eine
Gegenvorstellung der Antragsgegnerin seinen Beschluss vom 2. Juli 2007 ab-
geändert und der Antragsgegnerin Wiedereinsetzung in die Berufungsbegrün-
dungsfrist gewährt. Es hat zugleich ausgesprochen, dass sein Beschluss vom
5. April 2007 damit gegenstandslos sei. Die Antragsgegnerin hat daraufhin ihre
Rechtsbeschwerde für in der Hauptsache erledigt erklärt. Der Antragsteller hat
keine Erklärung abgegeben. Mit Beschluss vom 10. Oktober 2007 hat das
Oberlandesgericht die Beschwerde der Antragsgegnerin gegen die Entschei-
dung über den Versorgungsausgleich wegen des von ihr erklärten Rechtsmit-
telverzichts als unzulässig verworfen.
II.
Der die Berufung verwerfende Beschluss des Oberlandesgerichts vom
5. April 2007 ist gegenstandslos, nachdem das Oberlandesgericht der Antrags-
gegnerin auf deren Gegenvorstellung Wiedereinsetzung in die Berufungsbe-
gründungsfrist gewährt hat (vgl. Senatsbeschluss vom 15. August 2007 - XII ZB
101/07 - FamRZ 2007, 1725, 1726).
Hahne
Sprick
Weber-Monecke
Wagenitz
Dose
Vorinstanzen:
AG Stade, Entscheidung vom 10.01.2007 - 42 F 603/05 -
OLG Celle, Entscheidung vom 05.04.2007 - 18 UF 8/07 -