Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluss vom 17.07.2008 – V ZR 149/07

V. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

17. Juli 2008

in dem Rechtsstreit

V ZR 149/07

Nachschlagewerk:

ja

BGHZ:

BGHR:

nein

ja

Der Anwendungsbereich des § 321a ZPO ist auf die Rüge der Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör beschränkt.

BGH, Beschl. v. 17. Juli 2008 - V ZR 149/07 - OLG Brandenburg

LG Neuruppin

Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 17. Juli 2008 durch den Vor-

sitzenden Richter Prof. Dr. Krüger und die Richter Dr. Klein, Dr. Lemke,

Dr. Czub und Dr. Roth

beschlossen:

Die Anhörungsrüge des Beklagten gegen das Urteil des Senats

vom 20. Juni 2008 wird als unzulässig verworfen.

Gründe

1

Der Anwendungsbereich des § 321a ZPO ist auf die Rüge der Verlet-

zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör beschränkt. Eine entsprechende

Anwendung auf die Verletzung anderer Verfahrensgrundrechte kommt ange-

sichts des klaren Wortlauts (Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Norm) und des deutlich ge-

äußerten gesetzgeberischen Willens (BT-Drs. 15/3706, S. 14) nicht in Betracht

(BVerfG NJW 2006, 2907 f.; vgl. für die Parallelnorm des § 133a FGO BFH

NJW 2005, 2639; s. im Übrigen nur Zöller/Vollkommer, ZPO, 26. Aufl., § 321a

Rdn. 3 m.w.N., auch zu abw. Auffassungen).

2

Eine Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG macht die Beklagte nicht gel-

tend. Sie beschränkt sich auf die Rüge, der Senat habe die Eigentumsgarantie

nach Art. 14 GG und den Gleichbehandlungsgrundsatz nach Art. 3 Abs. 1 GG

missachtet. Es fehlt damit an der nach § 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO vorgeschrie-

benen Darlegung der in Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 der Norm genannten Vorausset-

zungen. Die Rüge entspricht daher nicht der gesetzlichen Form und ist nach

§ 321a Abs. 4 Satz 2 ZPO als unzulässig zu verwerfen.

Krüger Klein Lemke

Czub Roth

Vorinstanzen:

LG Neuruppin, Entscheidung vom 03.11.2006 - 3 O 155/06 -

OLG Brandenburg, Entscheidung vom 09.08.2007 - 5 U 211/06 -