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BGH Beschluss vom 22.07.2009 – 2 StR 173/09

2. Strafsenat

BUNDESGERICHTSHOF

2 StR 173/09

BESCHLUSS

vom

22. Juli 2009

in der Strafsache

gegen

wegen unerlaubten Erwerbs der tatsächlichen Gewalt über eine Kriegswaffe u. a.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundes-

anwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 22. Juli 2009 gemäß

§ 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:

1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landge-

richts Frankfurt am Main vom 29. Januar 2009 wird der Schuld-

spruch dahin abgeändert, dass der Angeklagte schuldig ist

des unerlaubten Erwerbs der tatsächlichen Gewalt über eine

Kriegswaffe

in Tateinheit mit

jeweils unerlaubtem Besitz

einer Repetierwaffe,

einer halbautomatischen Selbstladewaffe,

einer Vorderschaftsrepetierflinte, deren Hinterschaft durch

einen Pistolengriff ersetzt worden ist

und einer halbautomatischen Kurzwaffe in zwei Fällen.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu

tragen.

Gründe:

1

Das Landgericht hat den Angeklagten ausweislich des maßgeblichen Sit-

zungsprotokolls des "unerlaubten Erwerbs der tatsächlichen Gewalt und der

unerlaubten sonstigen Ausübung der tatsächlichen Gewalt über eine Kriegswaf-

fe in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz einer Repetierwaffe, unerlaubten Besit-

zes einer Vorderschaftsflinte, deren Hinterschaft durch einen Pistolengriff er-

setzt worden ist sowie des unerlaubten Besitzes einer halbautomatischen

Kurzwaffe in zwei Fällen" schuldig gesprochen. Es hat eine Freiheitsstrafe von

zwei Jahren und sechs Monaten verhängt, von denen im Hinblick auf die einge-

tretene Verfahrensverzögerung sechs Monate als vollstreckt gelten. Weiter hat

es die sichergestellten Waffen eingezogen. Hiergegen richtet sich die Revision

des Angeklagten, mit der er die Verletzung materiellen Rechts rügt.

Sein Rechtsmittel hat in dem aus der Beschlussformel ersichtlichen Um-

fang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des

§ 349 Abs. 2 StPO.

Der Schuldspruch war entsprechend dem Antrag des Generalbundesan-

walts zu ändern.

1. Zutreffend weist der Generalbundesanwalt darauf hin, dass die uner-

laubte sonstige Ausübung der tatsächlichen Gewalt über eine Kriegswaffe hin-

ter dem Erwerb der tatsächlichen Gewalt über eine Kriegswaffe zurücktritt (vgl.

Steindorf, Waffenrecht 8. Aufl. Rdn. 8 zu § 22 a KWKG).

2. In dem verkündeten Schuldspruch wurde vom Tatrichter versehentlich

vergessen, den in Tateinheit stehenden unerlaubten Besitz des Gewehres "Er-

ma" auszuurteilen. Die Anklage umfasste diese Tat, entsprechende Feststel-

lungen hat der Tatrichter getroffen und auch die Einziehung des Gewehres an-

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geordnet. Der Senat kann den Schuldspruch entsprechend ergänzen, da eine

Tat im Sinne des § 264 StPO vorliegt und der Angeklagte sich nicht erfolgrei-

cher hätte verteidigen können. Bei dem Gewehr "Erma" handelt es sich um eine

halbautomatische Selbstladewaffe, wie der Tatrichter selbst erkennt (vgl. UA

S. 8).

Der Senat schließt in Übereinstimmung mit dem Generalbundesanwalt

aus, dass der Strafausspruch darauf beruht, dass der Tatrichter hinsichtlich der

Kriegswaffe auch die Ausübung der tatsächlichen Gewalt in den Schuldspruch

aufgenommen hat, da dieses nicht strafschärfend gewertet wurde.

Im Hinblick auf den nur geringen Teilerfolg der Revision ist es nicht unbil-

lig, den Beschwerdeführer mit den gesamten Kosten und Auslagen seines

Rechtsmittels zu belasten (§ 473 Abs. 1 und 4 StPO).

Rissing-van Saan Athing Rothfuß

Appl Schmitt