Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluss vom 22.07.2009 – IV ZR 74/08

IV. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

22. Juli 2009

in dem Rechtsstreit

Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-

zenden Richter Terno, die Richter Wendt, die Richterin Dr. Kessal-Wulf,

den Richter Felsch und die Richterin Harsdorf-Gebhardt

am 22. Juli 2009

beschlossen:

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision

in dem Urteil des 16. Zivilsenats des Oberlandesgerichts

Frankfurt am Main vom 13. März 2008 wird zurückgewie-

sen.

Die Streithelferin des Klägers trägt die Kosten des Be-

schwerdeverfahrens einschließlich der durch die Nichtzu-

lassungsbeschwerde verursachten Kosten des Streithel-

fers der Beklagten.

Der Kläger trägt die ihm entstandenen Kosten selbst.

Streitwert: bis 65.000 €.

Gründe

1

Die Nichtzulassungsbeschwerde zeigt nicht auf, dass die Rechts-

sache grundsätzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts

oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entschei-

dung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

2

Soweit die Nichtzulassungsbeschwerde geltend macht, der

4

Rechtssache komme grundsätzliche Bedeutung zu, weil einzelne Bedin-

gungen der hier in Rede stehenden Directors & Officers-Versicherung

(D & O-Versicherung) einer Klauselkontrolle zu unterziehen seien, über-

sieht sie, dass nach dem Parteivortrag feststeht, dass die Beklagte nicht

Verwender der hier vereinbarten "H. & P. Bedingungen für

die Directors & Officers-Versicherung" (HPDO 2002) ist. Eine Überprü-

fung dieser Bedingungen anhand der §§ 305 ff. BGB scheidet mithin aus,

weshalb es auf die von der Beschwerde insoweit aufgeworfenen Fragen

nicht ankommt.

Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen ist derjenige, auf

dessen Veranlassung die Einbeziehung der vorformulierten Bedingungen

in den Vertrag zurückgeht (vgl. P. Ulmer in Ulmer/Brandner/Hensen,

AGB-Recht 10. Aufl. § 305 BGB Rdn. 27; Staudinger/Schlosser, BGB

[2006] § 305 Rdn. 28, jeweils m.w.N.).

Die HPDO 2002 sind unstreitig von der durch die Versicherungs-

nehmerin beauftragte Versicherungsmaklerin H. & Co GmbH ent-

worfen und auf deren Betreiben in den Versicherungsvertrag einbezogen

worden. Unstreitig ist weiter, dass die Beklagte anders gestaltete eigene

Bedingungen für die D & O-Versicherung für diejenigen Verträge ver-

wendet, die nicht unter Vermittlung der H. & Co GmbH abge-

schlossen werden. Dem Vortrag der Beklagten, wonach es hier auf Ver-

langen der Maklerin und nicht auf ihre Veranlassung zur Einbeziehung

der HPDO 2002 in den Vertrag gekommen sei, hat der Kläger lediglich

die pauschale Behauptung entgegengestellt, die H. & Co GmbH

sei "Hausmaklerin" der Beklagten. Dafür ist indes nichts ersichtlich. Al-

lein der Umstand, dass die Maklerin die von ihr entworfenen Vertragsbe-

dingungen auch in einer "HPDO 2003 - Version ACE" genannten Fas-

sung bereit hält, reicht nicht aus, um eine solche Annahme zu belegen.

6

Die Rüge, das Berufungsgericht habe bei der Auslegung der Ziffer

6.4 der Versicherungsbedingungen Art. 3 Abs. 1 GG verletzt, greift nicht

durch.

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2

Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Terno Wendt Dr. Kessal-Wulf

Felsch Harsdorf-Gebhardt

Vorinstanzen:

LG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 25.05.2007 - 2/8 O 475/06 - OLG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 13.03.2008 - 16 U 134/07 -