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BGH Beschluss vom 26.08.2009 – 2 ARs 363/09
2. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
26. August 2009
in der Anzeigesache
gegen
wegen Rechtsbeugung
Antragstellerin:
Az.: 1 Js 50546/09 Staatsanwaltschaft Stuttgart Az.: 24 Zs 1858/09 Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart
Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-
desanwalts am 26. August 2009 beschlossen:
Die Übertragung der Sache an das Oberlandesgericht München
wird abgelehnt.
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Die Antragstellerin hat gegen den Richter am Oberlandesgericht Stuttgart
Gründe:
W. Strafanzeige wegen Rechtsbeugung bei der Leitung und Entscheidung
einer beim Oberlandesgericht Stuttgart anhängigen Zivilsache erstattet. Die
Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Verfahren mangels tatsächlicher Anhalts-
punkte für ein strafbares Verhalten eingestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft
hat die Beschwerde der Antragstellerin gegen die Einstellungsverfügung zu-
rückgewiesen. Die Antragstellerin beantragt, die Zuständigkeit für das Klageer-
zwingungsverfahren vom Oberlandesgericht Stuttgart auf das Oberlandesge-
richt München zu übertragen. Das Oberlandesgericht Stuttgart sei durch das
vorhergehende Zivilverfahren und weil der Richter am Oberlandesgericht W.
dort als Mitarbeiter bekannt sei voreingenommen.
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Die Voraussetzungen für eine Zuständigkeitsübertragung an ein anderes
Oberlandesgericht gemäß § 15 StPO liegen nicht vor.
Das Oberlandesgericht Stuttgart ist rechtlich nicht verhindert, über einen
Antrag nach § 172 Abs. 2 StPO zu entscheiden. Ein Fall der rechtlichen Verhin-
derung liegt nur vor, wenn so viele Richter - einschließlich ihrer Vertreter - aus-
geschlossen (§ 22 StPO) oder abgelehnt (§ 24 StPO) und die Ablehnungen für
begründet erklärt worden sind (§ 28 Abs. 1 StPO), dass das Gericht nicht mehr
ordnungsgemäß besetzt (§ 27 Abs. 4 StPO) werden kann. Die Gefahr allein,
dass das gesamte Gericht voreingenommen sei, genügt nicht (BGH NStZ 2007,
475; Meyer-Goßner StPO 52. Auflage § 15 Rdn. 3). Die Richter des zuständi-
gen Strafsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart und ihre Vertreter sind bis-
lang nicht wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt worden. Abgesehen
davon, dass nur einzelne Richter oder einzelne Mitglieder eines Gerichts, nicht
ein Kollegialgericht als Ganzes oder sämtliche Richter eines Gerichts abgelehnt
werden können (Meyer-Goßner a.a.O. § 24 Rdn. 3), ist ein Ablehnungsgrund
für die Strafrichter des Oberlandesgerichts Stuttgart aber auch nicht ersichtlich.
Allein dienstliche Beziehungen der Richter zu dem Beschuldigten lassen keine
Voreingenommenheit besorgen (Meyer-Goßner a.a.O. § 24 Rdn. 10).
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Für eine tatsächliche Verhinderung des Oberlandesgerichts Stuttgart
oder eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit liegen keine Anhaltspunkte
vor.
Rissing-van Saan Fischer Roggenbuck
Cierniak Schmitt