Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluss vom 10.11.2009 – IX ZB 257/08

IX. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

IX ZB 257/08

BESCHLUSS

vom

10. November 2009

in dem Insolvenzverfahren

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter

Dr. Ganter, die Richter Raebel und Vill, die Richterin Lohmann und den Richter

Dr. Pape

am 10. November 2009

beschlossen:

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für die Rechts-

beschwerde gegen den Beschluss der 7. Zivilkammer des Land-

gerichts Essen vom 15. Oktober 2008 wird abgelehnt.

Gründe

1

Prozesskostenhilfe war dem Beschwerdeführer nicht zu gewähren, weil

seine Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg hatte. Zwar ist die Grundsatz-

frage, ob § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO voraussetzt, dass durch einen Verstoß gegen

Auskunfts- und Mitwirkungspflichten die Befriedigungsaussichten der Gläubiger

beeinträchtigt werden, erst nach Einlegung der Rechtsbeschwerde - zum Nach-

teil des Schuldners - entschieden worden (BGH, Beschl. v. 8. Januar 2009

- IX ZB 73/08, ZInsO 2009, 395, 396 f Rn. 8 ff). Die Beurteilung der Erfolgsaus-

sichten richtet sich jedoch nach der Entscheidung über die Rechtsbeschwerde,

wenn die maßgeblichen Rechtsfragen zu diesem Zeitpunkt geklärt sind (vgl.

BGH, Beschl. v. 27. Januar 1982 - IVb ZB 925/08, FamRZ 1982, 367, 368; v.

26. Februar 2009 - III ZR 330/08 n.v.).

Ganter Raebel Vill

Lohmann Pape

Vorinstanzen:

AG Essen, Entscheidung vom 15.01.2008 - 164 IN 82/04 -

LG Essen, Entscheidung vom 15.10.2008 - 7 T 60/08 -