Rechtsprechung / Oberlandesgericht Köln
Oberlandesgericht Köln Beschluss vom 09.12.1996 – 17 W 262/96
ECLI:DE:OLGK:1996:1209.17W262.96.00
Tenor
G r ü n d e
Die zulässige Beschwerde hat im Ergebnis keinen Erfolg.
Da ein Antrag nach § 10 Abs. 1 BRAGO bisher nicht gestellt ist, geht der Senat davon aus, daß die von Amts wegen im angefochtenen Beschluß erfolgte Wertfestsetzung lediglich die Gerichtsgebühren betrifft. Nur hierüber ist vom Beschwerdegericht zu entscheiden.
Gemäß § 15 GKG in seiner - hier maßgeblichen - seit dem 1. Juli 1994 geltenden Fassung ist für die Wertberechnung der Gerichtsgebühren grundsätzlich der Zeitpunkt der die Instanz einleitenden Antragstellung maßgeblich. Geht - wie im hier zu entscheidenden Fall - das gerichtliche Mahnverfahren in das Prozeßverfahren über, richtet sich der Streitwert für die Gebühr nach GKG KV Nr. 1201 nach dem Wert des Gegenstandes, der in die Streitinstanz gelangt ist. Diese Instanz wird in dem Zeitpunkt eröffnet, in dem nach Widerspruch gegen den Mahnbescheid der Antrag auf Durchführung des streitigen Verfahrens (§ 696 Abs. 1 Satz 1 ZPO) gestellt wird (OLG Düsseldorf, JurBüro 1992, 102; Hartmann, Kostengesetze, 26. Auflage, Rn. 5 zu GKG KV Nr. 1201). Wird dieser Antrag vorsorglich bereits mit dem Mahnantrag gestellt, beginnt das Prozeßverfahren mit dem Widerspruch gegen den Mahnbescheid (Hartmann, a.a.O.). Dabei ist der Umfang des Widerspruchs dafür maßgeblich, inwieweit der im Mahnverfahren geltend gemachte Anspruch Gegenstand des Prozeßverfahrens wird.
In der hier betreffenden Sache, in der der Kläger bereits mit dem Mahnantrag den Antrag nach § 696 Abs. 1 Satz 1 ZPO gestellt hatte und von der Beklagten Gesamtwiderspruch erhoben worden ist, ist der Gegenstand des Mahnverfahrens - die Forderung wegen Warenlieferungen zum Betrage vom 89.832,25 DM - uneingeschränkt in das streitige Verfahren übergegangen. Die mit Schriftsätzen vom 28. November 1995 und 18. März 1996 vorgenommenen Reduzierungen der geltend gemachten Forderung haben den für die Wertberechnung der Prozeßverfahrensgebühr maßgeblichen Streitwert nicht vermindert (Hartmann, a.a.O., Rn. 26). Eine Teilerledigung des Gegenstandes ist für die gerichtliche Verfahrensgebühr ohne Bedeutung.
Soweit das Landgericht für die Zeit ab 28. März 1996 einen Streitwert von 3.361,25 DM festgesetzt hat, ist dieser Streitwert für die Gerichtsgebühren unerheblich. Er hat nur für die Verhandlungsgebühr des Prozeßbevollmächtigten der Klägerin nach § 33 Abs. 1 BRAGO Bedeutung. Angemerkt sei, daß sich die anwaltliche Prozeßgebühr nach dem Umfang des dem Anwalt erteilten Prozeßauftrages richtet.
Die Entscheidung über die Gebührenfreiheit des Beschwerdeverfahrens und die Nichterstattung von Kosten beruht auf § 25 Abs. 4 GKG.