Rechtsprechung / Amtsgericht Brandenburg an der Havel / 2018
Amtsgericht Brandenburg an der Havel Beschluss vom 05.07.2018 – 31 C 107/18
Tenor§
1. Von den Gerichtskosten des Verfahrens werden dem Verfügungskläger und dem Verfügungsbeklagten zu 1.) - Herr ... - jeweils 50 % auferlegt. Von den außergerichtlichen Kosten des Verfahrens hat der Verfügungskläger die der Verfügungsbeklagten zu 2.) - Frau ... - in voller Höhe und die Hälfte seiner eigenen außergerichtlichen Kosten zu tragen. Der Verfügungsbeklagte zu 1.) - Herr ... - hat seine eigenen außergerichtlichen Kosten des Verfahrens in voller Höhe selbst zu tragen sowie die Hälfte der außergerichtlichen Kosten des Verfügungsklägers.
2. Der Streitwert des Verfahrens wird auf insgesamt 500,00 Euro festgesetzt.
Gründe§
Die Kostenentscheidung beruht auf § 91a Abs. 1 ZPO. Die Prozessparteien haben das einstweilige Verfügungsverfahren übereinstimmend für erledigt erklärt.
Da die Prozessparteien somit in der hiesigen Sache übereinstimmend das Verfahren in der Hauptsache für erledigt erklärten, ist das erkennende Gericht nunmehr auch an diese übereinstimmenden Erledigungserklärungen der Prozessparteien gebunden (OLG Hamm, Beschluss vom 06.12.2000, Az.: 13 W 47/00, u.a. in: MDR 2001, Seite 470; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 21.08.1998, Az.: 2 WF 154/97, u.a. in: FamRZ 1999, Seiten 1216 f.; OLG Köln, Beschluss vom 30.10.1995, Az.: 1 W 52/95, u.a. in: NJW-RR 1996, Seite 1023). Diese übereinstimmenden Erledigungserklärungen beenden insofern auch zwingend die Rechtshängigkeit des hiesigen einstweiligen Verfügungsverfahrens auch in der „Hauptsache“ (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 27.08.2012, Az.: I-7 W 70/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seite 124).
Das Gericht muss und darf somit hier nur noch über die Kosten des Verfahrens entscheiden. Es ist an diese übereinstimmenden Erledigungserklärungen der Parteien gebunden und darf nicht mehr prüfen, ob tatsächlich durch ein erledigendes Ereignis wirklich ein zunächst zulässiger und begründeter Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung nachträglich ggf. unzulässig oder unbegründet wurde (OLG Naumburg, Beschluss vom 17.04.2012, Az.: 10 W 25/12, u.a. in: NJOZ 2013, Seite 552; Flockenhaus, in: Musielak/Voit, ZPO-Kommentar, 15. Auflage 2018, § 91a ZPO, Rn. 17).
Dies folgt aus dem Dispositionsgrundsatz der Parteien; die Parteien entziehen mit ihrer Erledigungserklärung übereinstimmend dem Gericht die Befugnis, über den Streitgegenstand in der „Hauptsache“ zu entscheiden (Flockenhaus, in: Musielak/Voit, ZPO-Kommentar, 15. Auflage 2018, § 91a ZPO, Rn. 17), d.h. also darüber, ob hier tatsächlich eine Erledigung der „Hauptsache“ des einstweiligen Verfügungsverfahrens vorgelegen hat oder nicht.
Ausschlaggebend für die Kostenentscheidung ist jedoch dessen ungeachtet im Allgemeinen der ohne die Erledigung zu erwartende Verfahrensausgang. Danach hat in der Regel derjenige die Kosten zu tragen, dem sie auch nach den allgemeinen kostenrechtlichen Bestimmungen der ZPO aufzuerlegen gewesen wären (BGH, Beschluss vom 07.05.2007, Az.: VI ZR 233/05, u.a. in: NJW 2007, Seite 3429; OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 22.07.2016, Az.: 8 W 38/16, u.a. in: NJW-RR 2016, Seiten 1394 ff.; OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 22.03.2013, Az.: 11 W 8/13, u.a. in: GRUR-RR 2013, Seite 246; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 22.10.2009, Az.: 31 C 133/09, u.a. in: FamRZ 2010, Seiten 396 ff.).
Bei der hier nur noch zu treffenden Kostenentscheidung sind durch das Gericht somit die allgemeinen kostenrechtlichen Vorschriften (§§ 91, 92 ff. ZPO) mit heranzuziehen. An die Stelle des Kriteriums des gegenseitigen Unterliegens und Obsiegens tritt dabei jedoch das Kriterium, wie das hiesige Verfahren ohne die übereinstimmenden Erledigungserklärungen ausgegangen wäre und wer die Kosten des Verfahrens hätte tragen müssen. Dies erfordert eine Prognoseentscheidung, für die § 91a ZPO als Entscheidungsparameter die „Billigkeit“ und den „bisherigen Sach- und Streitstand“ vorgibt, wobei Entscheidungsgrundlage der Stand des Verfahrens zu dem Zeitpunkt ist, da die übereinstimmenden Erledigungserklärungen der Parteien wirksam geworden sind.
In diesem Zusammenhang sind zwar auch die näheren Umstände und Motive, die zur Abgabe der Erledigungserklärung geführt haben, mitzuberücksichtigen (BGH, Beschluss vom 14.07.1969, Az.: X ZR 40/65, u.a. in: MDR 1970, Seite 46; BGH, NJW 1965, Seite 103; OLG Celle, Beschluss vom 17.03.2003, Az.: 6 W 23/03, u.a. in: OLG-Report 2003, Seiten 239 f.; OLG Brandenburg, Beschluss vom 19.04.1995, Az.: 1 W 2/95, u.a. in: NJW-RR 1995, Seiten 1212 f.; OLG Brandenburg, Beschluss vom 30.01.1995, Az.: 8 W 4/95, u.a. in: NJW 1995, Seiten 1843 f.; OLG München, OLGZ 1990, Seite 350; OLG Bremen, Beschluss vom 12.09.1988, Az.: 2 W 88/88, u.a. in: OLGZ 1989, Seiten 100 ff.; OLG Zweibrücken, OLGZ 1983, Seite 80; OLG Stuttgart, NJW-RR 1999, Seite 148; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 22.10.2009, Az.: 31 C 133/09, u.a. in: FamRZ 2010, Seiten 396 ff.; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO-Kommentar 76. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 112), so dass die hier jetzt insofern nach den übereinstimmenden Erledigungserklärungen allein noch zu treffende Kostenentscheidung gemäß § 91a ZPO auch unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes erfolgt, aber doch zugleich auch nur noch nach billigem Ermessen.
Danach braucht das nunmehr erkennende Gericht aber auch nur noch eine summarische Prüfung der Erfolgsaussichten vorzunehmen (BVerfG, Beschluss vom 18.09.1992, Az.: 1 BvR 1074/92, u.a. in: NJW 1993, Seiten 1060 f.; BGH, Beschluss vom 06.03.2014, Az.: V ZB 35/13, u.a. in: BeckRS 2014, Nr. 08036 = „juris“; BGH, Urteil vom 18.04.2013, Az.: III ZR 156/12, u.a. in: NJW 2013, Seiten 2201 ff.; BGH, Beschluss vom 20.06.2012, Az.: XII ZR 131/10, u.a. in: GuT 2012, Seite 394; BGH, Beschluss vom 18.10.2011, Az.: KVR 35/08, u.a. in: GesR 2012, Seite 53; BGH, Beschluss vom 15.09.2009, Az.: IX ZB 36/08, u.a. in: ZInsO 2009, Seiten 2113 f.; BGH, Beschluss vom 28.10.2008, Az.: VIII ZB 28/08, u.a. in: NJW-RR 2009, Seite 422; OLG Saarbrücken, Urteil vom 12.01.2017, Az.: 4 U 4/15, u.a. in: NJW-RR 2017, Seiten 473 ff.; OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 22.07.2016, Az.: 8 W 38/16, u.a. in: NJW-RR 2016, Seiten 1394 ff.; AG Ellwangen, Beschluss vom 03.02.2016, Az.: 2 C 374/15, u.a. in: „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 16.10..2017, Az.: 31 C 10/17, u.a. in: BeckRS 2017, Nr. 127942 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 22.10.2009, Az.: 31 C 133/09, u.a. in: FamRZ 2010, Seiten 396 ff.; Vollkommer, in: Zöller, ZPO-Kommentar, 32. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 27; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO-Kommentar, 76. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 125).
Insbesondere erfolgt hier grundsätzlich jetzt auch keine Beweisaufnahme mehr über die streitigen Behauptungen der Prozessparteien. Dies widerspricht zwar den Anforderungen, die sich aus dem Subsidiaritätsgrundsatz für das Betreiben des Verfahrens ergeben. Das Verfahren gemäß § 91a ZPO dient aber gerade nicht mehr der Klärung schwieriger Rechtsfragen grundsätzlicher Art; die Beurteilung der Erfolgsaussichten der Parteien nach „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ genügt hier somit völlig (BVerfG, Beschluss vom 18.09.1992, Az.: 1 BvR 1074/92, u.a. in: NJW 1993, Seiten 1060 f.; BGH, Beschluss vom 06.03.2014, Az.: V ZB 35/13, u.a. in: BeckRS 2014, Nr. 08036 = „juris“; BGH, Urteil vom 18.04.2013, Az.: III ZR 156/12, u.a. in: NJW 2013, Seiten 2201 ff.; BGH, Beschluss vom 20.06.2012, Az.: XII ZR 131/10, u.a. in: GuT 2012, Seite 394; BGH, Beschluss vom 18.10.2011, Az.: KVR 35/08, u.a. in: GesR 2012, Seite 53; BGH, Beschluss vom 15.09.2009, Az.: IX ZB 36/08, u.a. in: ZInsO 2009, Seiten 2113 f.; BGH, Beschluss vom 28.10.2008, Az.: VIII ZB 28/08, u.a. in: NJW-RR 2009, Seite 422; OLG Saarbrücken, Urteil vom 12.01.2017, Az.: 4 U 4/15, u.a. in: NJW-RR 2017, Seiten 473 ff.; OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 22.07.2016, Az.: 8 W 38/16, u.a. in: NJW-RR 2016, Seiten 1394 ff.; AG Ellwangen, Beschluss vom 03.02.2016, Az.: 2 C 374/15, u.a. in: „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 16.10..2017, Az.: 31 C 10/17, u.a. in: BeckRS 2017, Nr. 127942 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 22.10.2009, Az.: 31 C 133/09, u.a. in: FamRZ 2010, Seiten 396 ff.; Vollkommer, in: Zöller, ZPO-Kommentar, 32. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 27; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO-Kommentar, 76. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 125).
Grundlage der hiesigen Entscheidung ist demgemäß lediglich eine summarische Prüfung, bei der das Gericht aber auch grundsätzlich davon absehen kann nur wegen der Verteilung der Kosten, alle für den Ausgang bedeutsamen Rechtsfragen noch mit abzuhandeln (BVerfG, Beschluss vom 18.09.1992, Az.: 1 BvR 1074/92, u.a. in: NJW 1993, Seiten 1060 f.; BGH, Beschluss vom 06.03.2014, Az.: V ZB 35/13, u.a. in: BeckRS 2014, Nr. 08036 = „juris“; BGH, Urteil vom 18.04.2013, Az.: III ZR 156/12, u.a. in: NJW 2013, Seiten 2201 ff.; BGH, Beschluss vom 20.06.2012, Az.: XII ZR 131/10, u.a. in: GuT 2012, Seite 394; BGH, Beschluss vom 18.10.2011, Az.: KVR 35/08, u.a. in: GesR 2012, Seite 53; BGH, Beschluss vom 15.09.2009, Az.: IX ZB 36/08, u.a. in: ZInsO 2009, Seiten 2113 f.; BGH, Beschluss vom 28.10.2008, Az.: VIII ZB 28/08, u.a. in: NJW-RR 2009, Seite 422; OLG Saarbrücken, Urteil vom 12.01.2017, Az.: 4 U 4/15, u.a. in: NJW-RR 2017, Seiten 473 ff.; OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 22.07.2016, Az.: 8 W 38/16, u.a. in: NJW-RR 2016, Seiten 1394 ff.; AG Ellwangen, Beschluss vom 03.02.2016, Az.: 2 C 374/15, u.a. in: „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 16.10..2017, Az.: 31 C 10/17, u.a. in: BeckRS 2017, Nr. 127942 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 22.10.2009, Az.: 31 C 133/09, u.a. in: FamRZ 2010, Seiten 396 ff.; Vollkommer, in: Zöller, ZPO-Kommentar, 32. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 27; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO-Kommentar, 76. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 125).
Im Verfahren auf Erlass einer einstweiligen Verfügung – so wie hier – treten alle Wirkungen der Rechtshängigkeit – also auch die Begründung des Prozessrechtsverhältnisses – aber bereits mit der Einreichung der Antragsschrift bei Gericht (Anhängigkeit) ein (OLG Hamburg, Beschluss vom 23.10.2013, Az.: 4 W 100/13, u.a. in: NJW-RR 2014, Seiten 157 f.; OLG Köln, Urteil vom 12.01.2001, Az.: 6 U 98/00, u.a. in: GRUR 2001, Seiten 424 ff.; OLG München, Beschluss vom 02.11.1992, Az.: 6 W 2274/92, u.a. in: NJW 1993, Seite 1604; OLG Düsseldorf, FamRZ 1992, Seite 962; KG Berlin, JurBüro 1993, Seite 486; KG Berlin, MDR 1988, Seite 239; LG Braunschweig, WuM 2002, Seite 221; AG Weilheim, MDR 1985, Seite 148; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO-Kommentar, 76. Auflage 2018, § 91a ZPO, Rn. 42; Jaspersen, in: BeckOK ZPO, Vorwerk/Wolf, 28. Edition, Stand: 01.03.2018, § 91a ZPO, Rn. 22).
Hinsichtlich des insofern erforderlichen Verfügungs-Anspruchs steht dem Verfügungskläger grundsätzlich zwar ein Anspruch auf Unterlassung des Betretens seines Grundstücks und auf Untersagung von Maurerarbeiten einer auf seinem Grundstück befindlichen Ziegelmauer gegenüber jeder dritten, nicht dazu berechtigten Person – mithin auch gegenüber den hiesigen Verfügungsbeklagten zu 1.) und 2.) – zu. Es begeht nämlich grundsätzlich jede dritte Person eine verbotene Eigenmacht, die ohne Willen des Grundstücksbesitzers/-eigentümers dessen Grundstück betritt und dort dann sogar noch Maurerarbeiten an einer Ziegelmauer auf dessen Grundstück vornimmt. Sind insofern aufgrund eines konkreten Anlasses somit auch noch künftige Störungen zu befürchten, so kann der Grundstücksbesitzer/-eigentümer vorbeugend deren Unterlassung auch im einstweiligen Verfügungsverfahren verlangen (§ 858, § 862, § 1004 BGB; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff.; BGH, Urteil vom 23.02.2001 Az.: V ZR 389/99, u.a. in: NJW 2001, Seiten 1865 ff.; OLG Celle, Beschluss vom 27.06.2017, Az.: 2 U 63/17, u.a. in: MietRB 2017, Seiten 351 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 20.03.2017, Az.: I-9 U 159/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr. 134476 = „juris“; OLG Brandenburg, Urteil vom 31.08..2016, Az.: 4 U 195/11, u.a. in: BeckRS 2016, Nr. 16212 = „juris“; OLG Rostock, Urteil vom 28.03.2013, Az.: 3 U 32/12, u.a. in: JurBüro 2014, Seite 200; OLG Hamm, Urteil vom 23.08.2012, Az.: I-10 U 68/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 209 ff.; OLG Stuttgart, Beschluss vom 22.11.2011, Az.: 10 W 47/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 625 ff.; OLG Köln, Urteil vom 31.08.2010, Az.: 23 U 5/10, u.a. in: Mietrecht kompakt 2013, Seite 19 = BeckRS 2010, Nr. 23585= „juris“; OLG Rostock, Urteil vom 03.05.2001, Az.: 1 U 233/00, u.a. in: OLG-NL 2001, Seiten 279 ff.; LG Berlin, Urteil vom 20.04.2016, Az.: 65 S 424/15, u.a. in: Grundeigentum 2016, Seiten 860 ff.; LG Duisburg, Beschluss vom 05.09.2011, Az.: 10 O 282/11, u.a. in: BeckRS 2016, Nr. 08349 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.09.2016, Az.: 31 C 70/15, u.a. in: NJOZ 2016, Seiten 1641 ff. = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 13.06.2013, Az.: 31 C 153/13, u.a. in: NZM 2013, Seiten 828 f.).
Auch etwaig bestehende Ansprüche dieser dritten Person gegenüber dem Grundstücksbesitzer/-eigentümer auf Duldung des Zutritts und ggf. sogar auch auf Ausführung von Maurerarbeiten (z.B. gemäß den nachbarrechtlichen Vorschriften) erlauben in der Regel noch keine Eigenmacht dieser dritten Person. Diese etwaigen Ansprüche müssen vielmehr durch diese dritte Person dann im Klagewege (bzw. in Eilfällen im Wege der einstweiligen Verfügung) gegenüber dem Grundstücksbesitzer/-eigentümer verfolgt werden (OLG Brandenburg, Urteil vom 31.08..2016, Az.: 4 U 195/11, u.a. in: BeckRS 2016, Nr. 16212 = „juris“), so dass das erkennende Gericht auch vorliegend grundsätzlich von einem allgemeine bestehenden Verfügungs-Anspruch des Verfügungsklägers hier gegenüber jeder dritten Person auszugehen hat, da die Verfügungsklägerseite durch Vorlage des Grundbuchauszuges und der Grenzanzeige eines öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs glaubhaft machen konnte, dass der Verfügungskläger alleiniger Eigentümer des klägerischen Grundstücks ist und zudem die hier streitbefangene Ziegelmauer sich zumindest auch (wenn nicht sogar ausschließlich) auf dem im Eigentum des Verfügungsklägers befindlichen Grundstück liegt und der Verfügungsbeklagte zu 1.) an dieser Ziegelmauer auch Maurerarbeiten ausgeführt hatte.
Jedoch ist „Hauptsache“ im Sinne des § 91a ZPO bei einem einstweiligen Verfügungsverfahren – wie hier – nicht der zu sichernde materielle Verfügungs-Anspruch, sondern vielmehr die begehrte Rechtsfolge auf einstweilige Regelung oder Sicherung (BGH, Urteil vom 16.03.2006, Az.: I ZR 92/03, u.a. in: NJW-RR 2006, Seiten 1378 ff.; OLG Köln, Urteil vom 12.01.2001, Az.: 6 U 98/00, u.a. in: GRUR 2001, Seiten 424 ff.; OLG Hamm, Beschluss vom 20.01.1987, Az.: 4 W 136/86, u.a. in: MDR 1987, Seite 589; OLG Köln, Urteil vom 15.05.1985, Az.: 6 U 42/85, u.a. in: WRP 1985, Seiten 660 f.; OLG Köln, Beschluss vom 18.12.1978, Az.: 6 W 42/78, u.a. in: WRP 1979, Seiten 392 f.; LG Duisburg, Beschluss vom 06.12.2010, Az.: 7 T 214/10, u.a. in: MDR 2011, Seite 567; LG Köln, Urteil vom 26.10.2005, Az.: 28 O 456/05, u.a. in: NJW-RR 2006, Seiten 908 ff.; LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 01.09.2016, Az.: 5 SaGa 6/15, u.a. in: BeckRS 2016, Nr. 74482 = „juris“; Vossler, MDR 2009, Seiten 667 ff.; Althammer, in: Zöller, Zivilprozessordnung, 32. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 58, Stichwort: „Arrest und einstw Verfügung“; Flockenhaus, in: Musielak/Voit, ZPO-Kommentar, 15. Auflage 2018, § 91a ZPO, Rn. 57; Jaspersen, in: BeckOK ZPO, Vorwerk/Wolf, 28. Edition, Stand: 01.03.2018, § 91a ZPO, Rn. 16), mithin der Verfügungs-Grund.
Dieser nach §§ 935, 940 ZPO erforderliche Verfügungsgrund ist zwar in der Regel bei der Geltendmachung possessorischen Besitzschutzes gegeben, da insoweit eine tatsächliche Vermutung besteht (OLG Düsseldorf, Urteil vom 20.03.2017, Az.: I-9 U 159/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr. 134476 = „juris“; OLG Stuttgart, Beschluss vom 22.11.2011, Az.: 10 W 47/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 625 ff.).
Insofern kommt es für die Kostenentscheidung gemäß § 91a ZPO hier aber nicht nur darauf an, ob allgemein ein Verfügungs-Anspruch des Verfügungsklägers gegenüber dritten Personen vorgelegen hat, sondern vor allem auch darauf, ob auch ein Verfügungs-Grund zum Zeitpunkt der Antragstellung vorliegend hinsichtlich eines oder gar beider Verfügungsbeklagten hier tatsächlich gegeben war (BGH, Urteil vom 16.03.2006, Az.: I ZR 92/03, u.a. in: NJW-RR 2006, Seiten 1378 ff.; OLG Köln, Urteil vom 12.01.2001, Az.: 6 U 98/00, u.a. in: GRUR 2001, Seiten 424 ff.; OLG Hamm, Beschluss vom 20.01.1987, Az.: 4 W 136/86, u.a. in: MDR 1987, Seite 589; OLG Köln, Urteil vom 15.05.1985, Az.: 6 U 42/85, u.a. in: WRP 1985, Seiten 660 f.; OLG Köln, Beschluss vom 18.12.1978, Az.: 6 W 42/78, u.a. in: WRP 1979, Seiten 392 f.; LG Duisburg, Beschluss vom 06.12.2010, Az.: 7 T 214/10, u.a. in: MDR 2011, Seite 567; LG Köln, Urteil vom 26.10.2005, Az.: 28 O 456/05, u.a. in: NJW-RR 2006, Seiten 908 ff.; LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 01.09.2016, Az.: 5 SaGa 6/15, u.a. in: BeckRS 2016, Nr. 74482 = „juris“; Vossler, MDR 2009, Seiten 667 ff.; Althammer, in: Zöller, Zivilprozessordnung, 32. Aufl. 2018, § 91a ZPO, Rn. 58, Stichwort: „Arrest und einstw Verfügung“; Flockenhaus, in: Musielak/Voit, ZPO-Kommentar, 15. Auflage 2018, § 91a ZPO, Rn. 57; Jaspersen, in: BeckOK ZPO, Vorwerk/Wolf, 28. Edition, Stand: 01.03.2018, § 91a ZPO, Rn. 16).
Eine „Hauptsache“ eines einstweiligen Verfügungsverfahrens im Sinne von § 91a ZPO hätte vorliegend also nur dann vorgelegen, wenn der Verfügungskläger auch dringend der sofortigen Erfüllung des hier geltend gemachten Anspruchs auf Unterlassung gegenüber den Verfügungsbeklagten zu 1.) und 2.) bedurft hätte, die geschuldete Handlung also derartig kurzfristig hätte erbracht werden müssen, dass die Erwirkung eines Titels im ordentlichen Zivilverfahren nicht mehr möglich erschien und die dem Verfügungskläger drohenden Nachteile derartig schwer gewogen hätten, dass diese außer Verhältnis zu den Nachteilen gestanden hätten, die die Verfügungsbeklagten zu 1.) und 2.) bei Erlass der einstweiligen Verfügung erlitten hätten (OLG Celle, Beschluss vom 27.06.2017, Az.: 2 U 63/17, u.a. in: MietRB 2017, Seiten 351 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 20.03.2017, Az.: I-9 U 159/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr. 134476 = „juris“; OLG Stuttgart, Beschluss vom 22.11.2011, Az.: 10 W 47/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 625 ff.; OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 02.02.2004, Az.: 19 U 240/03, u.a. in: MDR 2004, Seiten 1019 f.; OLG Rostock, Urteil vom 03.05.2001, Az.: 1 U 233/00, u.a. in: OLG-NL 2001, Seiten 279 ff.; OLG Köln, Beschluss vom 11.01.1995, Az.: 16 W 73/94, u.a. in: NJW-RR 1995, Seite 1088; OLG Bamberg, Beschluss vom 24.10.1994, Az.: 2 UF 149/94, u.a. in: NJW-RR 1995, Seiten 579 f.; OLG Nürnberg, Beschluss vom 14.06.1994, Az.: 7 WF 1664/94, u.a. in: NJW-RR 1995, Seite 264 OLG Düsseldorf, Beschluss vom 30.09.1993, Az.: 3 WF 156/93, u.a. in: FamRZ 1994, Seite 387 OLG Celle, Beschluss vom 01.12.1989, Az.: 17 WF 246/89, u.a. in: NJW-RR 1991, Seite 137; OLG Hamburg, Beschluss vom 24.05.1988, Az.: 12 WF 60/88 U, u.a. in: FamRZ 1988, Seiten 1181 f.; AG Hamburg-Blankenese, Urteil vom 12.08.2015, Az.: 531 C 190/15, u.a. in: ZMR 2016, Seiten 923 f.).
Ob insofern hier auch ein Verfügungs-Grund gemäß §§ 935, 940 ZPO als „Hauptsache“ des einstweiligen Verfügungsverfahrens im Sinne des § 91a ZPO vorgelegen hat, blieb zwar zwischen den Parteien streitig, jedoch sprechen nach Überzeugung des erkennenden Gerichts hier nach dem „bisherigen Sach- und Streitstand“ gewichtige Gründe für das Vorliegen eines Verfügungsgrundes bezüglich des Verfügungsbeklagten zu 1.), da dieser unstreitig ohne Einwilligung des Verfügungsklägers an der streitbefangenen Ziegelmauer gewisse Mauerarbeiten vorgenommen hatte.
Jedoch sprechen hier ebenso gewichtige Gründe auch dafür, dass hinsichtlich der Verfügungsbeklagten zu 2.) ein derartiger Verfügungsgrund gerade nicht gegeben war, da diese – ebenso unstreitig – an der streitbefangenen Ziegelmauer gerade keine Mauerarbeiten vorgenommen hatte.
Insofern hat hier nämlich unstreitig nur der Verfügungsbeklagte zu 1.) durch die Vornahme von Maurerarbeiten an der streitbefangenen Ziegelmauer und das Ergreifen von Baumaßnahmen auf dem im Besitz des Verfügungsklägers stehenden Grundstückes eine verbotene Eigenmacht im Sinne des § 858 BGB begangen. Dass hier jedoch auch die Verfügungsbeklagte zu 2.) Maurerarbeiten an der streitbefangenen Ziegelmauer ausgeführt hatte, wird noch nicht einmal von der Verfügungsklägerseite behauptet.
Nach den o.g. Maßstäben hält es das erkennende Gericht hier dann aber auch gemäß § 91a ZPO für angemessen, dass von den Gerichtskosten des Verfahrens dem Verfügungskläger und dem Verfügungsbeklagten zu 1.) jeweils 50 % auferlegt werden, von den außergerichtlichen Kosten des Verfahrens der Verfügungskläger die der Verfügungsbeklagten zu 2.) in voller Höhe und die Hälfte seiner eigenen außergerichtlichen Kosten zu tragen hat sowie der Verfügungsbeklagte zu 1.) seine eigenen außergerichtlichen Kosten des Verfahrens in voller Höhe selbst zu tragen hat und die Hälfte der außergerichtlichen Kosten des Verfügungsklägers. Denn bei einer summarischen Prüfung sprechen hier nur Gesichtspunkte dafür, dass dem Verfügungskläger bei Rechtshängigkeit des einstweiligen Verfügungsverfahrens sowohl ein Verfügungsanspruch als auch ein Verfügungsgrund nur gegenüber dem Verfügungsbeklagten zu 1.) zugestanden hat, nicht aber auch gegenüber der Verfügungsbeklagten zu 2.).
Erklären die Parteien in diesem Verfahrensstadium gegenüber dem Gericht das Verfahren insofern nämlich übereinstimmend in der Hauptsache für erledigt und beantragen eine Kostenentscheidung nach § 91a ZPO, so ist zwar dann auch eine Entscheidung nach § 91a ZPO durch das Gericht zu treffen, jedoch stehen die o.g. Grundsätze der § 91 und §§ 92 ff. ZPO dem dann auch dem nicht entgegen, weil nach dem in diesem Fall durch das Gericht auszuübende „billige Ermessen“ diese hier nunmehr erfolgte Kostenverteilung vorzunehmen ist, welche sich an dem voraussichtlichen Ausgang des Verfahrens orientiert.