Rechtsprechung / BPatG / 2000
BPatG Urteil vom 07.11.2000 – 1 Ni 29/99 (EU)
1. Senat
BUNDESPATENTGERICHT
IM NAMEN DES VOLKES
URTEIL§
Verkündet am 7. November 2000 …
In der Patentnichtigkeitssache
1 Ni 29/99 (EU)
(Aktenzeichen)
… 9.72
betreffend das europäische Patent 0 357 517
(= deutsches Patent 689 10 757)
hat der 1. Senat (Nichtigkeitssenat) des Bundespatentgerichts auf die mündliche
Verhandlung vom 14. September 2000 unter Mitwirkung des Richters Dr. Hacker
als Vorsitzender sowie der Richter Dr. K. Vogel, Dr. Henkel, Dr. W. Maier und
Dr. van Raden
für Recht erkannt:
I. Das europäische Patent 0 357 517 wird für das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland im Umfang der Patentansprüche 1 bis 11, 15 bis 24 sowie 28 und 29 für nichtig erklärt.
Im übrigen wird die Klage abgewiesen.
II. Von den Kosten des Verfahrens tragen die Beklagte 85%,
die Klägerin 15%.
III. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar, für die Klägerin gegen
Sicherheitsleistung in Höhe von 14.000,- DM, für die Beklagte gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 2.500,- DM.
Tatbestand§
Die Beklagte ist Inhaberin des am 15. Juni 1989 angemeldeten und mit Wirkung
für die Bundesrepublik Deutschland erteilten europäischen Patents 0 357 517
(Streitpatent), für das die Priorität der französischen Patentanmeldung 8810159
vom 21. Juli 1988 beansprucht ist. Das in der Verfahrenssprache Französisch
veröffentlichte Streitpatent, das vom Deutschen Patent- und Markenamt unter der
Nummer 689 10 757 geführt wird, betrifft ein "Système de liaison d´un élément tel
qu´un bâton de ski à la main d´un utilisateur". Es umfaßt 29 Patentansprüche, die
sämtlich mit der Nichtigkeitsklage angegriffen sind.
Die Patentansprüche 1 bis 14 sowie die nebengeordneten Patentansprüche 15
und 28 haben gemäß der deutschen Übersetzung in der Streitpatentschrift folgenden Wortlaut:
1. Gesamtheit Handschuh/Skistock von dem Typ, der durch
eine Umhüllung (1) gebildet ist, die dazu bestimmt ist, über
die Hand (11) eines Benutzers übergestreift zu werden und
aus einem Skistock (2), der mit einem Handgriff (3) versehen
ist, wobei die Umhüllung (1) und der Handgriff (3) mit Befestigungseinrichtungen (5, 4), die sich jeweils ergänzen, für
die Verbindung der Umhüllung (1) mit dem Handgriff (3) versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungseinrichtungen (5, 4) der Umhüllung und des Handgriffes (3)
auf dem Niveau des Drehzentrums des Stockes bezüglich
der Hand beim Skifahren angeordnet sind, die Umhüllung (1)
Einrichtungen (6) zum Übertragen der vom Benutzer beim
Skifahren erzeugten Kräfte aufweist, und die Einrichtungen
zum Übertragen der Kräfte (6) mit den Befestigungseinrichtungen (5) der Umhüllung für eine direkte Übertragung dieser
Kräfte auf den Stock beim Skifahren verbunden sind.
2. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Befestigungseinrichtungen (5) der
Umhüllung (1) auf dem Niveau des Schnittbereiches (11a)
des Daumens und des Zeigefingers der Hand (11) des
Benutzers angeordnet sind.
3. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen zum Übertragen der Kräfte durch einen Gurt (6) oder
ähnliches gebildet sind, der eine geschlossene Schlaufe bildet, die in die Umhüllung (1) integriert ist.
4. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Befestigungseinrichtungen (5) des
Handschuhes oder ähnlichem auf dem Gurt (6) angeordnet
sind.
5. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Befestigungseinrichtungen (5) auf
einem Teil des Gurtes (6), der nach außen vorspringt, angeordnet sind.
6. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Gurt (6) im
wesentlichen die Form eines Faustriemens hat.
7. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß Einrichtungen zum Einstellen der Position der Befestigungseinrichtungen (5) der Umhüllung bezüglich der dem Stock zugeordneten Befestigungseinrichtungen (4) vorgesehen sind.
8. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungseinrichtungen (4, 5) auslösbar sind.
9. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen (6) zum Übertragen der Kräfte einen Teil (7) aufweisen, der eine Manschette bildet, die dazu bestimmt ist
das Handgelenk der Hand des Benutzers zu umgeben.
10. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Teil, der eine Manschette (7) bildet,
in der Länge einstellbar ist.
11. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Teil, der die Manschette (7) bildet,
offen ist, und daß seine Enden (7a) mit selbstklammernden
Einrichtungen versehen sind.
12. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen (6) zum Übertragen der Kräfte einen Teil (8) aufweisen,
der dazu bestimmt ist, sich längs des Handrückens zu erstrecken, und der die Befestigungseinrichtungen (5) mit dem
Teil (7), der eine Manschette bildet, verbindet.
13. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen (6) zum Übertragen der Kräfte einen Teil (10) aufweisen,
der dazu bestimmt ist, sich längs der Kante (14) der
Hand (11) zu erstrecken, und der sich in der Verlängerung
des Teiles, der eine Manschette (7) bildet, erstreckt.
14. Gesamtheit Handschuh/Stock gemäß Anspruch 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einrichtungen (6) zum Übertragen
der Kräfte einen Teil (9) aufweisen, der dazu bestimmt ist,
sich längs der Handfläche der Hand zu erstrecken, und der
die Befestigungseinrichtungen (5) mit dem Teil (10) verbindet, der dazu bestimmt ist, sich längs der Kante (14) der
Hand zu erstrecken.
15. Skihandschuh, der dazu bestimmt ist, über die Hand (11) eines Benutzers gestreift zu werden, und der mit Befestigungseinrichtungen (5) für die Befestigung auf einem Skistock versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß er Einrichtungen (6) zum Übertragen der von dem Benutzer beim Skifahren erzeugten Kräfte aufweist, daß die Einrichtungen (6)
zum Übertragen mit den Befestigungseinrichtungen (5) des
Handschuhs für eine direkte Übertragung dieser Kräfte auf
den Stock verbunden sind, und daß die Befestigungseinrichtungen (5) den Bereich des Drehzentrums des Handschuhs
bezüglich des Stockes definieren.
28. Skistock, der Befestigungseinrichtungen (4) zur Verbindung
mit einem Skihandschuh aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Befestigungseinrichtungen (4) den Bereich des
Drehzentrums des Stockes bezüglich des Handschuhs definieren und eine Blockiereinrichtung aufweisen, die durch einen Nocken (4) betätigt wird.
Wegen des Wortlauts der unmittelbar oder mittelbar auf den Patentanspruch 15
rückbezogenen Patentansprüche 16 bis 27, die im wesentlichen den Patentansprüchen 2 bis 7 und 9 bis 14 entsprechen, sowie wegen des Patentanspruchs 29
wird auf die Streitpatentschrift Bezug genommen.
Die Klägerin macht geltend, daß die Gegenstände der Patentansprüche 1, 15 und
28 nicht neu seien und die der Unteransprüche entweder nicht neu seien oder
nicht auf erfinderischer Tätigkeit beruhten.
Hierzu beruft sie sich auf die im europäischen Prüfungsverfahren recherchierten
Druckschriften
AT-PS 376 579
[Anlage Ni 2]
US 3 232 632
[Anlage Ni 3]
US 3 687 472
[Anlage Ni 4]
US 4 653 121
[Anlage Ni 5]
US 4 698 851
[Anlage Ni 6]
und als weiteren Stand der Technik auf die Druckschriften
US 3 170 703
[Anlage Ni 7]
DE-OS 21 19 453
[Anlage Ni 8]
SE-B 419 168
[Anlage Ni 9a mit deutscher Übersetzung in Anlage
Ni 9b]
DE 29 06 312 A1
[Anlage Ni 10].
Die Klägerin beantragt,
das europäische Patent 0 357 517 für das Hoheitsgebiet der
Bundesrepublik Deutschland in vollem Umfang für nichtig zu
erklären.
Die Beklagte beantragt,
die Klage abzuweisen.
Hilfsweise verteidigt sie das Streitpatent im Umfang der aus der Sitzungsniederschrift vom 14. September 2000 nebst Anlagen 1 bis 3 hierzu ersichtlichen Hilfsanträge 1 bis 7.
Sie tritt dem Vorbringen der Klägerin in allen Punkten entgegen.
Der Senat hat in der mündlichen Verhandlung darauf hingewiesen, daß die in dem
parallelen Nichtigkeitsverfahren 1 Ni 30/99 eingeführten Druckschriften
US 3 923 317 [dortige Anlage A 4]
NO-B 160 116 [dortige Anlage A 14]
als weiterer Stand der Technik in Betracht kommen. Das genannte Nichtigkeitsverfahren 1 Ni 30/99 ist - ohne förmliche Verbindung - zusammen mit dem vorliegenden Verfahren mündlich verhandelt worden.
Entscheidungsgründe§
Die zulässige Klage ist teilweise begründet. Die Gegenstände der Patentansprüche 1 bis 11, 15 bis 24 sowie 28 und 29 sind nicht patentfähig (Art. 138 Abs. 1
lit. a, 52 ff. EPÜ, Art. II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPatÜG). Die weitergehende Klage war
hingegen abzuweisen.
I.
1. Das Streitpatent betrifft einen Handschuh und einen Skistock sowie gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 die Gesamtheit, die durch diese beiden
Elemente gebildet ist (siehe hierzu die Beschreibungseinleitung Seite 1, 1. Abs., in
der deutschen Übersetzung DE 689 10 757 T2 der Streitpatentschrift, auf die im
folgenden Bezug genommen wird).
Traditionell sind Skistöcke auf dem Niveau ihres Handgriffs mit einer geschlossenen Gurtschlaufe (Faustriemen) versehen. Nach den Ausführungen in der Beschreibung des Streitpatents ist ein solcher Gurt nicht nur dazu bestimmt, zu vermeiden, daß der Skiläufer seinen Stock verliert, wenn er unvermutet den Verschluß seiner Hand lockert, sondern gleichfalls dazu, sowohl beim alpinen Skifahren als auch beim Langlaufskifahren eine bessere Übertragung der Kräfte des
Skiläufers, insbesondere bei der Abstützphase auf den Stock, zu erlauben. Um
effektiv zu wirken, müsse ein Faustriemen daher so verlaufen, daß er teilweise
das Handgelenk umgebe, wobei die beiden Endstränge der Schlaufe, die mit dem
Handgriff verbunden seien, durch die Unterfläche der Hand verliefen. Die Mehrzahl der Skiläufer, insbesondere Anfänger, positionierten indessen den Faustriemen schlecht, was dessen Wirksamkeit und den Übertragungseffekt der Kräfte
durch diesen völlig beseitige. Außerdem seien, wenn der Faustriemen gut umgelegt sei, die Kräfte, die durch ihn auf die Hand ausgeübt würden, sehr lokalisiert,
was zu einer Behinderung und sogar zu Verletzungen führen könne. Des weiteren,
insbesondere beim Langlaufskifahren, verhindere das Vorhandensein des
Faustriemens nicht immer den Verlust des Stockes, insbesondere in der Rückführphase des Stockes nach der Abstoßphase. Hinzu kämen die Probleme des
Gleitens und des schlechten Plazierens des Faustriemens bezüglich der Hand des
Skiläufers, vor allem beim Langlaufskifahren, sowie des "Empfindens" des
Stockes über den Faustriemen durch die Handschuhe (Streitpatentschrift, Seite 1,
2. Abs., bis Seite 2, 2. Abs.).
2. Hiervon ausgehend gibt die Streitpatentschrift als Aufgabe an, diese Unzulänglichkeiten zu beseitigen und insbesondere ein System der Verbindung eines
Elementes, wie z.B. eines Skistockes, mit der Hand des Benutzers zu liefern, das
die vorgenannten Probleme zu lösen erlaubt (aaO S 3, Abs 1).
3. Als Lösung schlägt das Streitpatent eine Gesamtheit Handschuh/Skistock sowie
einen Handschuh und einen Skistock gemäß den Ansprüchen 1, 15 und 28 vor.
Patentanspruch 1 stellt - in gegliederter Form - unter Schutz eine
Gesamtheit Handschuh/Skistock, die gebildet ist durch
(A) eine Umhüllung (1), die dazu bestimmt ist, über die Hand (11) eines Benutzers übergestreift zu werden;
(B) einen Skistock (2), der mit einem Handgriff (3) versehen ist;
(C) die Umhüllung (1) und der Handgriff (3) sind mit Befestigungseinrichtungen
(5, 4) versehen, die sich jeweils für die Verbindung der Umhüllung (1) mit
dem Handgriff (3) ergänzen;
(D) die Befestigungseinrichtungen (5, 4) der Umhüllung (1) und des Handgriffes (3) sind auf dem Niveau des Drehzentrums des Stockes bezüglich der
Hand beim Skifahren angeordnet;
(E) die Umhüllung (1) weist Einrichtungen (6) zum Übertragen der vom Benutzer
beim Skifahren erzeugten Kräfte auf;
(F) die Einrichtungen (6) zum Übertragen der Kräfte sind mit den Befestigungseinrichtungen (5) der Umhüllung für eine direkte Übertragung dieser Kräfte
auf den Stock beim Skifahren verbunden.
4. a) Unter einer "Gesamtheit Handschuh/Skistock" sind dabei aus Sicht des
Fachmanns - hier eines Technikers mit (zumindest) Fachhochschulabschluß und
mehrjähriger praktischer Berufserfahrung bei der Entwicklung von Skiausrüstungen - zwei Gegenstände zu verstehen, die sich während des Skifahrens zusammenwirkend ergänzen und so eine Gesamtheit bilden. Vor oder nach dem Skilaufen können diese Gegenstände getrennt sein und sind insoweit funktionell zum
einen als Handschuh oder Umhüllung (Merkmal A) und zum anderen als (gurtloser) Skistock mit Handgriff (Merkmal B) zu verstehen.
Wie die Streitpatentschrift auf S 12, Abs 4 lehrt, kann bei dem Handschuh auch
der Umhüllungsteil, der den Handschuh bildet, weggelassen werden, wodurch sich
dieses System auf eine Hülle von geeigneter Form reduziert, die mit Befestigungseinrichtungen versehen ist. Hierfür läßt sich der für eine Gurtkonstruktion
anschauliche Begriff "Geschirr" verwenden.
b) Nach Merkmal D des Patentanspruchs 1 sind die Befestigungseinrichtungen (5, 4) der Umhüllung und des Handgriffs (3) auf dem Niveau des Drehzentrums des Stockes bezüglich der Hand beim Skifahren angeordnet. Damit wird in
funktioneller Hinsicht derselbe Sachverhalt beschrieben, den das kennzeichnende
Merkmal des Patentanspruchs 2, wonach die Befestigungseinrichtungen (5) der
Umhüllung (1) auf dem Niveau des Schnittbereichs (11a) des Daumens und des
Zeigefingers der Hand (11) des Benutzers angeordnet sind, in konstruktiver
Hinsicht festlegt. Merkmal D ist demnach - auch nach Auffassung der Beklagten -
nicht weiter auszulegen als das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 2. Die
beiden komplementären Befestigungseinrichtungen sind so angeordnet, daß sie
beim Skifahren stets das Drehzentrum des Stockes bezüglich der Hand bilden.
Dies zeigen so auch die Figuren 4 und 5 mit den beiden extremen Handhaltungen
beim Langlauf (Abstoßphase in Figur 4 und Rückholphase in Figur 5). In diesem
Sinne ist auch das entsprechende Merkmal in den Ansprüchen 15 und 28 zu verstehen, wonach die Befestigungseinrichtungen den Bereich des Drehzentrums
des Handschuhs bezüglich des Stockes definieren.
c) Unter den beim Skifahren vom Benutzer erzeugten Kräften (Merkmal E und F)
sind primär die insbesondere beim Skilanglaufen auftretenden Kräfte in der Phase
des Abstoßens (Fig. 4) und der Stockrückführung (Fig. 5) zu verstehen (vgl. Patentbeschreibung S 4, Abs 4 und 5 sowie S 9, Abs 7 bis S 10, Abs 5). Es handelt
sich also im wesentlichen um eine Abstoß- und eine Rückholkraft.
II.
1. Die Gesamtheit Handschuh/Skistock nach Anspruch 1 ist nicht neu.
a) In der DE-OS 21 19 453 (Anlage Ni 8) ist ein Skihandschuh für schlaufenlose
Skistöcke gezeigt und beschrieben, der im streitpatentgemäßen Sinne eine Gesamtheit Handschuh/Skistock darstellt. Diese Gesamtheit wird einerseits durch
eine Umhüllung gebildet, die dazu bestimmt ist, über die Hand eines Benutzers
übergestreift zu werden (Skihandschuh 1), und besteht andererseits aus einem
Skistock (schlaufenloser Skistock), der mit einem Handgriff (Skistockgriff 4) versehen ist (streitpatentgemäße Merkmale A und B).
Entsprechend dem Merkmal C sind die Umhüllung (Skihandschuh 1) und der
Handgriff (Skistockgriff 4) mit Befestigungseinrichtungen versehen (freie Schlaufenenden 7 und Befestigungsmittel 5), die sich jeweils für die Verbindung der Umhüllung mit dem Handgriff ergänzen (aaO S 3, Z 18 bis 20).
b) Entgegen der Auffassung der Beklagten ist bei der aus der DE-OS 21 19 453
vorbekannten Gesamtheit Handschuh/Skistock auch das Merkmal D des Patentanspruchs 1 des Streitpatents verwirklicht.
aa) Damit im streitpatentgemäßen Sinne nach Merkmal D die Befestigungseinrichtungen der Umhüllung und des Handgriffs auf dem Niveau des Drehzentrums
des Stockes bezüglich der Hand beim Skifahren angeordnet sind, müssen die Befestigungseinrichtungen der Umhüllung auf dem Niveau des Schnittbereichs des
Daumens und des Zeigefingers der Hand des Benutzers angeordnet sein (s.o.
unter Abschn. I, Ziff. 4 b)). Welche Toleranz dem Schnittbereich zuzumessen ist,
wird in den Figuren 4 und 5 des Streitpatents verdeutlicht, wonach die Lasche 5
des Gurtes 6 leicht nach oben aus der Faust heraustritt und dort zur Befestigungseinrichtung (Nocken 4) des Handgriffs führt. Damit die Lage dieses Drehzentrums in allen Stock-Haltungsphasen des Skifahrens in etwa beibehalten werden kann, muß die von der Umhüllung abstehende Lasche möglichst kurz sein,
damit das Spiel zwischen Umhüllung und Handgriff gering bleibt.
bb) Dies ist auch bei der Gesamtheit Handschuh/Skistock nach der vorgenannten
DE-OS 21 19 453 der Fall. Dort ist nämlich die Skistockschlaufe 2 mit dem Skihandschuh 1 vernäht und zwar, wie auch die Figur zeigt, beginnend in dem Bereich 3 zwischen Daumen und Zeigefinger und um die hintere Handkante herum
verlaufend (aaO S 3, Z 14 bis 16). Oberhalb dieses Bereiches 3 stehen die freien,
also nicht vernähten Schlaufenenden 7 von dem Skihandschuh ab und sind zur
Aufnahme eines Befestigungsmittels 5 geeignet (aaO S 3, Z 16 bis 20). Nach der
Zeichnung und der Beschreibung sind diese freien Enden 7 am oberen Ende des
Skistockgriffs 4 mit dem Befestigungsmittel 5 lösbar befestigt. Diese Lage des Befestigungsmittels 5 wenig oberhalb der geschlossenen Faust des Skifahrers fällt,
wie oben ausgeführt, sinngemäß in den Schnittbereich des Daumens und des
Zeigefingers der Hand des Benutzers. Dies kommt auch im Anspruch 1 der
DE-OS 21 19 453 klar zum Ausdruck.
cc) Die Beklagte ist der Auffassung, daß die in der Figur der DE-OS 21 19 453
gezeichnete Anordnung der Befestigungsvorrichtungen auf der Oberseite des Skistocks nicht das Drehzentrum des Stockes bezüglich der Hand beim Skifahren zu
definieren vermag. Nach der Lehre des Streitpatents müsse die Befestigungsvorrichtung vielmehr am Skistock unterhalb dessen Oberkante angeordnet sein.
Mit dieser Betrachtungsweise verkürzt die Beklagte den Offenbarungsgehalt der
DE-OS 21 19 453. Das dortige Befestigungsmittel 5 ist nicht auf die gezeigte
Druckknopfverbindung auf der Oberseite des Handgriffs beschränkt. Einen ersten
Hinweis darauf, daß die Befestigung des Handschuhs am Skistock auch anderswo
erfolgen kann, erhält der fachmännische Leser der Entgegenhaltung zum einen
aus dem in der DE-OS 21 19 453 formulierten Patentanspruch 1. Danach soll das
Befestigungsmittel 5 ganz allgemein "am Stockgriff 4" einhängbar sein. Des
weiteren ist in der Entgegenhaltung (Seite 3, 1. Abs.) ausgeführt, daß die zusammenwirkenden Befestigungsmittel in beliebiger Weise ausgeführt sein können. Die
Verbindung kann u.a. durch Klemm- oder Bolzenverbindungen erfolgen (aaO,
Seite 3, Zeile 6 und Zeile 23). Derartige Klemm- oder Bolzenverbindungen aber
treten knapp unterhalb der Oberkante aus dem Skistock-Handgriff, wozu beispielsweise auf die Ausführungsform nach der DE-OS 29 06 312 (Anlage Ni 10)
hingewiesen wird. Dementsprechend enthält die DE-OS 21 19 453 auch keinen
Anhaltspunkt dafür, daß es auf die im Ausführungsbeispiel beschriebene und in
der Figur gezeichnete Befestigung des Handschuhs am oberen Ende des Stockgriffs besonders ankäme. Das zeigt sich auch daran, daß in die griffseitigen Befestigungsmittel gegebenenfalls eine Skistockschlaufe herkömmlicher Art eingehängt werden können soll, wenn der Skistock ohne Handschuh benutzt wird (aaO,
Seite 3, 2. Abs.). Herkömmliche Skistockschlaufen aber sind regelmäßig unterhalb
der Oberkante des Stockgriffs befestigt.
Nach alledem ist die Anordnung der Befestigungseinrichtungen des Handschuhs
und des Handgriffs auf dem Niveau des Drehzentrums des Stockes bezüglich der
Hand beim Skifahren dem fachmännischen Leser der DE-OS 21 19 453 als eine
Möglichkeit mitoffenbart.
c) Die nach DE-OS 21 19 453 mit dem Handschuh vernähte Skistockschlaufe 2
wirkt als Einrichtung zum Übertragen der vom Benutzer beim Skifahren erzeugten
Kräfte (Merkmal E) und zwar nicht nur in der Abstoßphase, sondern durch die bis
in den Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger vernähte Schlaufe 2 (aaO, Seite 3, 1. Satz von Abs. 6), also kurz bemessenen freien Schlaufenenden 7, auch in
der Rückholphase des Skistocks, zumal die vorbekannte Verbindung der Befestigungseinrichtungen so ausgelegt ist, daß sie den auftretenden Belastungen
standhält (aaO Seite 3, Zeilen 25/26).
d) Die Skistockschlaufe 2 ("Einrichtung zum Übertragen der Kräfte") ist mit ihren
freien Schlaufenenden 7 am Skistock befestigt und gestattet so eine direkte Übertragung der beim Skifahren auftretenden Kräfte auf den Skistock (Merkmal F).
Somit erfüllt die vorbekannte Gesamtheit Handschuh/Skistock alle Merkmale des
streitpatentgemäßen Anspruchs 1.
e) Daß der in der DE-OS 21 19 453 offenbarte Skihandschuh die Anpassung der
Schlaufenlänge an die Hand des jeweiligen Skiläufers entbehrlich machen soll
(aaO, Seite 2, 1. Abs.) und demnach von einer anderen Aufgabenstellung ausgeht
als das Streitpatent, kann entgegen der Auffassung der Beklagten die Neuheit des
Gegenstandes des Anspruchs 1 nicht begründen. Für die Neuheitsprüfung kommt
es allein darauf an, ob ein Gegenstand mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1
des Streitpatents in seiner Gesamtheit vorbeschrieben oder anderweit bekannt
war. Das ist hier der Fall.
Patentanspruch 1 kann daher keinen Bestand haben.
2. Die auf den Anspruch 1 direkt oder indirekt rückbezogenen Unteransprüche 2
bis 11 haben ebenfalls keinen Bestand. Die dort beanspruchten Gegenstände sind
teils nicht neu, im übrigen beruhen sie nicht auf erfinderischer Tätigkeit.
a) Wie bereits unter II 1 b dargelegt, ist auch das kennzeichnende Merkmal des
angefochtenen Patentanspruchs 2, welches das Merkmal D des Anspruchs 1 konstruktiv beschreibt, durch die Gesamtheit Handschuh/Skistock nach der
DE-OS 21 19 453 vorweggenommen.
b) Die auf diesem vorbekannten Skihandschuh 1 aufgenähte Skistockschlaufe 2
bildet entsprechend dem kennzeichnenden Merkmal des angefochtenen Anspruchs 3 einen Gurt oder ähnliches, der eine geschlossene Schlaufe bildet, die in
die Hülle integriert ist.
c) Des weiteren sind bei dem aus der DE-OS 21 19 453 bekannten Handschuh die
freien Schlaufenenden 7 mit dem einen Befestigungsmittelteil 5, die in oben
genannter Weise die Befestigungseinrichtungen des Handschuhs darstellen, auf
der als Gurt ausgebildeten Skistockschlaufe 2 angeordnet (angefochtener Anspruch 4).
d) Da diese Schlaufenenden 7 von dem Skihandschuh 1 abstehen (aaO S 3,
Z 18/19), erfüllen diese auch das kennzeichnende Merkmal des angefochtenen
Anspruchs 5.
e) Wie in der Ausführung nach dem angefochtenen Anspruch 6 hat die Skistockschlaufe 2 im wesentlichen die Form eines Faustriemens.
Somit sind auch die Ausführungsformen nach den Ansprüchen 2 bis 6 aufgrund
des vorbekannten Skihandschuhs nach der DE-OS 21 19 453 nicht mehr neu.
f) Nach dem kennzeichnenden Merkmal des angefochtenen Anspruchs 7 sollen
Einrichtungen zum Einstellen der Position der Befestigungseinrichtungen der Umhüllung bezüglich der dem Stock zugeordneten Befestigungseinrichtungen vorhanden sein. Gemeint ist damit, wie sich aus der Beschreibung des Streitpatents
(Seite 7, 4. Abs.) ergibt, daß Einrichtungen vorgesehen sind, um die Länge der
Befestigungslasche 5 einzustellen und sie an die Hand des Skiläufers anzupassen. Wie auch die Beklagte eingeräumt hat, handelt es sich hierbei um übliche
handwerkliche Maßnahmen, die lediglich dazu dienen, die beiden Befestigungseinrichtungen aufeinander abzustimmen. Patentanspruch 7 weist daher keinen erfinderischen Gehalt auf.
g) Der Skihandschuh nach der DE-OS 21 19 453 ist durch das Befestigungsmittel 5 lösbar befestigt (aaO S 3, Z 22). Damit ist das kennzeichnende Merkmal des
angegriffenen Anspruchs 8 nicht mehr neu.
Anspruch 8 hat, wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, auch keine tragfähige
Grundlage in den Ansprüchen, auf die er zurückbezogen ist.
h) Der angefochtene Unteranspruch 9 weist keinen selbständigen erfinderischen
Gehalt auf. Nach diesem Anspruch weisen die Einrichtungen (6) zum Übertragen
der Kräfte einen Teil (7) auf, der eine Manschette bildet, die dazu bestimmt ist, das
Handgelenk der Hand des Benutzers zu umgeben.
Der aus der DE-OS 21 19 453 vorbekannte Skihandschuh vermag, wie oben ausgeführt, mit der Skistockschlaufe 2 und dem an deren freien Schlaufenende 7 angeordneten Befestigungsmittel 5 die beim Skifahren erzeugten Kräfte zwischen
Stockhandgriff und Handschuh gegenseitig zu übertragen. Dabei ist die Schlaufe
um die hintere Handkante 6 herumgeführt (vgl. insb. Anspruch 3 und Figur). Wie
die Figur weiter zeigt, schließt der Handschuh um das Handgelenk mit einer offenbar dehnbaren Manschette ab.
Sollte sich herausstellen, daß diese Manschette keine ausreichende Unterstützung der Kraftübertragung der Schlaufe gewährleistet, lag es im Griffbereich des
Fachmanns, die am Handschuh 1 festgenähte Schlaufe 2 mit einem zusätzlichen,
um das Handgelenk zu befestigenden Band auszustatten, um so die Kraftübertragungswirkung des Gurtsystems zu erhöhen. Ein solches zusätzliches, die Kraftübertragung unterstützendes manschettenartiges Band war dem Fachmann nämlich aus der US 3 232 632 (Anlage Ni 3) bekannt (wrist strap 25; vgl. dort insb. die
Figuren 1 und 2 mit zugehöriger Beschreibung Sp 3, Z 1 bis 24).
i) Diese Manschette in der Länge dem Handgelenk durch eine Einstellmöglichkeit
anzupassen (angefochtener Anspruch 10), was beispielsweise als sog. Klettverschluß (Anspruch 11) bereits zum Prioritätszeitpunkt allgemein bekannt war, liegt
ebenfalls im Bereich des einfachen handwerklichen Könnens.
Daher haben auch die Ansprüche 7 bis 11 keinen Bestand.
Das Streitpatent ist somit auch im Umfang seiner Ansprüche 2 bis 11 nichtig.
3. Anders verhält es sich im Hinblick auf die Unteransprüche 12 bis 14.
a) Dem kennzeichnenden Merkmal des Anspruchs 12, wonach die Einrichtungen
zum Übertragen der Kräfte einen Teil aufweisen, der dazu bestimmt ist, sich längs
des Handrückens zu erstrecken, und der die Befestigungseinrichtung der Umhüllung mit dem Teil verbindet, der eine Manschette bildet, kommt der Hilfsriemen 6
nach der norwegischen Auslegeschrift 160 116 (Anlage A 14 im Verfahren 1 Ni
30/99) am nächsten. Die Schrift befaßt sich mit einem gelenkig ausgestalteten
Skistockhandgriff. Wie die dortigen Figuren 4 und 5 zeigen, verläuft ein Hilfsriemen 6 von dem oberen Ende 4a eines vom Skistock abklappbaren Handgriffes 4
teilweise über den Handrücken des Benutzers zu einem Hauptriemen 5, der teilweise das Handgelenk umgreift. Dieser Hauptriemen kann jedoch nicht mit einer
Manschette gleichgesetzt werden, da er mit seinen Enden jeweils an dem abklappbaren Handgriff befestigt ist (vgl. Figur 1 der NO-B 160 116). Des weiteren
stellt der Hilfsriemen 6 keine Verbindung zu einer Befestigungseinrichtung her. Mit
dem Teil 8 nach Anspruch 12 des Streitpatents weist der Hilfsriemen 6 nach der
NO-B 160 116 somit allein die Gemeinsamkeit auf, daß es sich um einen Riemen
handelt, der dazu bestimmt ist, sich längs des Handrückens zu erstrecken. Im
übrigen aber handelt es sich bei diesem Hilfsriemen um einen Teil einer Gesamtkonstruktion, die von der des Streitpatents grundsätzlich abweicht. Die Klägerin konnte nicht aufzeigen, warum der Fachmann Anlaß haben konnte, den
Hilfsriemen 6 aus seinem Zusammenhang zu lösen und im Rahmen einer grundsätzlich abweichenden Gesamtkonstruktion zu verwenden.
b) Vergleichbar liegt es im Hinblick auf die Unteransprüche 13 und 14, wonach
weitere Teile der Kräfteübertragungs-Einrichtung vorgesehen sind, die ebenfalls in
bestimmter Weise mit den anderen Gurtteilen zusammenwirken.
c) Da die Lehren der übrigen im Verfahren befindlichen Druckschriften weiter ab
von dem vorgenannten Sachverhalt liegen, waren auch hieraus keine zusätzlichen
Anregungen in Richtung auf die Lösungen gegeben, wie sie in den angefochtenen
Ansprüchen 12 bis 14 beansprucht sind. Dies gilt insbesondere auch für den aus
der SE-B 419 168 (Anlage Ni 9a/b) bekannten, am Skistock befestigten
Daumenriemen 13. Die SE-B 419 168 betrifft keine Gesamtheit Handschuh/
Skistock, sondern einen herkömmlichen Skistock mit Handschlaufe. Deshalb ist
auch keine Manschette vorhanden, die durch einen über den Handrücken laufenden Riemen mit einem Befestigungsmittel verbunden werden könnte.
4. Die Ansprüche 15 bis 27 beziehen sich auf einen Skihandschuh für die Gesamtheit Handschuh/Skistock und entsprechen in den technischen Merkmalen im
wesentlichen den Ansprüchen 1 bis 7 und 9 bis 14. In sachlicher Hinsicht gelten
daher die vorstehenden Ausführungen entsprechend.
Demnach sind die Ansprüche 15 bis 24 nicht bestandsfähig, so daß das Streitpatent auch in diesem Umfang für nichtig zu erklären war; die Ansprüche 25 bis 27
haben dagegen mit ihrem jeweiligen Rückbezug Bestand.
5. Die Ansprüche 28 und 29, die nur den Skistock aus der Gesamtheit Handschuh/Skistock betreffen, haben keinen Bestand.
a) Wie bereits zu Anspruch 1 näher ausgeführt, ist durch die Gesamtheit Handschuh/Skistock nach der DE-OS 21 19 453 (Anlage Ni 8) implizit auch ein Skistock
vorbekannt, der Befestigungseinrichtungen zur Verbindung mit einem geeigneten
Skihandschuh aufweist. Diese können, wie oben ausgeführt, so angeordnet sein,
daß sie den Bereich des Drehzentrums des Stockes bezüglich des Handschuhs
definieren. Wie oben weiter ausgeführt, kann die Verbindung zwischen Handschuh
und Skistock-Handgriff nach der DE-OS 21 19 453 verschiedenartig ausgeführt
sein. So kann die Befestigungseinrichtung beispielsweise eine Klemmverbindung
sein (aaO S 3, Z 2 bis 6). Eine derartige Klemmverbindung zwischen einem
Handriemen und dem Skistock-Handgriff ist beispielsweise in der DE-OS
29 06 312 (Anlage Ni 10) beschrieben. Diese weist eine Blockiereinrichtung auf,
die durch einen Nocken betätigt wird (vgl. Lippe 14 des Hebels 12). Für den
Fachmann war es daher naheliegend, ausgehend von der DE-OS 21 19 453 zu
einem Skistock zu gelangen, wie er im Anspruch 28 des Streitpatents unter Schutz
gestellt ist. Der Skistock nach Anspruch 28 beruht somit nicht auf erfinderischer
Tätigkeit.
b) Derartige Verbindungen für den Fall der Überbeanspruchung auch auslösbar zu
gestalten (Anspruch 29), war auch bereits zum Prioritätszeitpunkt des Streitpatents für jedes Sportgerät ein Erfordernis, das der Fachmann zu berücksichtigen
hatte. Die Lösbarkeit ist daher auch schon in der DE-OS 21 19 453 angesprochen
(S 3, Z 26).
Der auf Anspruch 28 rückbezogene Anspruch 29 hat daher mangels erfinderischer
Tätigkeit seines Gegenstandes ebenfalls keinen Bestand.
Das Streitpatent ist somit auch im Umfang seiner Ansprüche 28 und 29 nichtig.
III.
Ein Eingehen auf die Hilfsanträge erübrigt sich. Sie betreffen sämtlich Zusammenfassungen mehrerer erteilter Ansprüche und haben daher ausschließlich
Merkmalskombinationen zum Gegenstand, die bereits Gegenstand der vorstehenden Erörterungen waren. Im Ergebnis entspricht die im Tenor ausgesprochene
Teilvernichtung des Streitpatents dem Hilfsantrag 6.
IV.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 84 Abs. 2 PatG in Verbindung mit § 92
Abs. 1 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf § 99 Abs. 1
PatG in Verbindung mit § 709 Satz 1 ZPO.
Dr. Hacker
Dr. K. Vogel
Dr. Henkel
Dr. W. Maier Dr. van Raden
Ko