Rechtsprechung / BPatG / 2004
BPatG Beschluss vom 11.05.2004 – 24 W (pat) 233/02
24. Senat
BUNDESPATENTGERICHT
24 W (pat) 233/02 _______________________
(Aktenzeichen)
…
B E S C H L U S S
In der Beschwerdesache 10.99
…
betreffend die Marke 397 16 039.9
hat der 24. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der
Sitzung vom 11. Mai 2004 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters
Dr. Ströbele sowie des Richters Prof. Dr. Hacker und der Richterin Kirschneck
beschlossen:
Der Antrag des Markeninhabers, der Widersprechenden die
Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen, wird zurückgewiesen.
G r ü n d e
In mehrseitigen markenrechtlichen Beschwerdeverfahren hat jeder Beteiligte seine
Kosten grundsätzlich selbst zu tragen (§ 71 Abs. 1 Satz 2 MarkenG). Eine hiervon
abweichende Anordnung kommt nur in Betracht, wenn besondere Umstände vorliegen, welche die Belastung eines Beteiligten mit seinen Kosten unbillig erscheinen lassen (§ 71 Abs 1 Satz 1 MarkenG). Dafür ist hier nichts ersichtlich. Insbesondere rechtfertigt allein das Unterliegen eines Verfahrensbeteiligten nicht, ihm
die Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (vgl. Ströbele/Hacker, Markengesetz, 7. Aufl, § 71 Rn 25). Dem gleichzustellen ist der Fall, dass – wie vorliegend – der Widerspruch zurückgenommen worden ist. Etwas anderes ergibt
sich auch nicht aus § 71 Abs 4 MarkenG. Diese Regelung stellt lediglich sicher,
dass eine Kostenauferlegung auch noch nach Zurücknahme eines Widerspruchs
erfolgen kann, wenn besondere Gründe im Sinne von § 71 Abs 1 Satz 1 MarkenG
eine solche Anordnung rechtfertigen.
Ströbele
Kirschneck
Hacker
Bb