Rechtsprechung / BPatG / 2007

BPatG Beschluss vom 16.10.2007 – 23 W (pat) 47/04

23. Senat

BUNDESPATENTGERICHT

_______________

(Aktenzeichen)

Verkündet am

16. Oktober 2007

B E S C H L U S S

In der Beschwerdesache

betreffend die Patentanmeldung 101 22 976.3 - 33

hat der 23. Senat (Technischer Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in

der mündlichen Verhandlung vom 16. Oktober 2007 unter Mitwirkung de

s Vorsitz enden Richters Dr. Tauchert sowie der Richter Knoll, Lokys und Brandt

b

eschlossen: 08.05

Die Beschwerde der Anmelderin wird zurückgewiesen.

G r ü n d e

I.

Die vorliegende Patentanmeldung ist mit der Bezeichnung „Verfahren zum Ausbilden eines selbstjustierenden Kontakts und Herstellungsverfahren für eine Halbleitervorrichtung mit einem selbstjustierenden Kontakt“ am 11. Mai 2001 beim

Deutschen Patent- und Markenamt eingere

icht worden. Für diese Anmeldung wird

d

ie Priorität der Anmeldung KR 00-55483 vom 21. September 2000 beim koreanischen Patentamt in Anspruch genommen.

Mit Beschluss vom 16. Juni 2004 hat die Prüfungsstelle für Klasse H 01 L die Anmeldung zurückgewiesen. Zur Begründung hat sie dargelegt, dass sich der Gegenstand

des damals geltenden Anspruchs 1 für den Fachmann in naheliegender

W

eise aus dem Stand der Technik ergebe. Dabei hat sie u. a. auf die Druckschriften

(1)

(4)

JP 2000 - 058 482 A mit zugehörigem Abstract und

Kohyama, Y.; Ozaki, T.; Yoshida, S. u. a.: A Fully Printable Self-aligned

and Planarized Stacked Capacito

r DRAM Cell Technology for 1Gbit

DRAM and Beyond. In: 1997 Symposium on VLSI Technology Digest of

Technical Papers, 1997, S. 17 - 18

verwiesen. Als Übersetzungshilfe zur japanischsprachigen

Druckschrift (1) hat sie

d

as zu dieser Schrift gehörige nachveröffentlichte US-Familienmitglied gemäß der

Druckschrift US 6 197 670 B1 in das Verfahren eingeführt.

Gegen diesen Zurückweisungsbeschluss richtet sich die Beschwerde der Anmelderin. Sie verfolgt ihr Schutzbegehren mit einem in der mündlichen Verhandlung

vom 16. Oktober 2007 vorgelegten neuen Patentanspruch 1 und den Patentansprüchen 2 bis 13, eingegangen am 10. Mai 2004, weiter und vertritt die Auffass ung, dass der Gegenstand des nunmehr geltenden Anspruchs 1 gegenüber dem

nachgewiesenen Stand der

Technik patentfähig sei.

Die Anmelderin beantragt,

den Beschluss der Prüfungsstelle für Klasse H 01 L

des Deutschen Patent- und Markenamts vom 16. Juni 2004 aufzuheben

und das Patent mit folgenden Unterlagen zu erteilen:

- Patentanspruch 1, überreicht in der mündlichen Verhand

lung

vom 16. Oktober 2007,

- Patentansprüche 2 bis 13, eingegangen am 10. Mai 2004

,

- ursprünglich eingereichte Beschreibungsseiten 1 bis 15 und

- ursprünglich eingereichte Zeichnung, Figuren

1 bis 14B.

Der geltende Patentanspruch 1 hat folgenden Wortlaut:

„Verfahren zum Ausbilden von selbstjustierten Kontakten, das die

Schritte aufweist:

Ausbilden einer Vielzahl von Gates (610), die jeweils aus mehreren übereinand

er gestapelten Schichten (611, 612, 613) gebildet

sind, in Form einer Serie von parallelen Streifen auf einem Halbleitersubstrat;

Ausbilden von Gateabstandshaltern (615) an den Seitenwänden

der Gateschichtstapel (610);

Ausbilden von Leitungsschicht-Pads (720), die als eingebettete

Kontakt-Pads zwischen den Gateabstandshaltern (615) dienen;

Ausbilden einer ersten Zwischenisolationsschicht (730) über den

Leitungssc

hicht-Pads (720) und den Gateschichtstapeln (610);

Ausbilden von Bitleitungen (740), die

jeweils aus mehreren

übereinander gestapelten Schichten (741, 742, 743) gebildet sind,

in Form einer Serie von parallelen Streifen, die relativ zu den Gateschichtstapeln

(610) schräg verlaufen, auf der ersten Zwischenisolationsschicht (730);

Ausbilden von Bitleitungsabstandshaltern (750) auf den Seitenwänden der Bitleitungssch

ichtstapeln (740);

Ausbilden einer zweiten Zwischenisolationsschicht (760) auf der

ersten Zwischeniso

lationsschicht (730) derart, dass die oberen

Oberflächen der Bitleitungsschichtstapel (740) freigelegt sind;

Ausbilden eines Photolackschich

tmusters

(630) auf der zweiten

Zwischenisolationsschicht (760) in Form von lateral beabstandeten einzelnen Streifen aus Photolack, die sich parallel zu den Gateschichtstapeln (610) erstrecken und die Teile der Gateschichtstapel (610) mit ihren Längsrandabschnitten so überlappen,

dass das Photolackschichtm

uster (630) Segmente der Bitleitungsschichtstapel (740) freilegt und Abschnitte der zweiten Zwischenisolationsschicht (760), die direkt über den jeweiligen der Leitungsschicht-Pads (720) liegen, quer zur Längsrichtung der Gateschichtstapel (610) freilegt;

Ätzen der zweiten Zwischenisolationsschicht (760) und der ersten

Zwischenisolationsschicht (730) unter Verwendung des Photolackschichtmusters (630), der Bitleitungsschichtstapel (740) und

der Bitleitungsabstandshalter (750) als Ätzmaske, um Kontaktöffnungen (770) auszubilden, die die Leitungsschicht-Pads (720)

freilegen,

wobei die einzelnen Streifen aus Fotolack als Ätzmasken in

Kombination mit den Bitleitungsschichtstapeln (740) beim Ätzvorgang gleichzeitig zur Ausbildung von Einzelkontaktöffnungen wirksam sind; und

Füllen der Kontaktöffnungen (770) mit einem leitenden Material

zum Ausbilden von leitenden Plugs, die die Leitungsschicht-

Pads (720) kontaktieren.“

Zu den geltenden Patentansprüchen 2 bis 13 und weiteren Einzelheiten wird auf

den Akteninhalt verwiesen.

II.

Die zulässige Beschwerde der Anmelderin ist nicht begründet, denn der Gegenstand des geltenden Anspruchs 1 erweist sich nach dem Ergebnis der mündlichen

Verhandlung als nicht patentfähig. Bei dieser Sachlage kann die Zulässigkeit der

geltenden Ansprüche dahingestellt bleiben (vgl. BGH GRUR 1991, 120, 121, Abschnitt II.1. - „Elastische Bandage).

1. Die vorliegende Anmeldung betrifft gemäß der Beschreibungseinleitung ein

Verfahren zum Ausbilden von selbstjustierten Kontakten. Die Herstellung höchstintegrierter Schaltkreise wie beispielsweise dynamischer Speicherbausteine

(DRAM) mit ihren extrem geringen Strukturbreiten und -abständen erfordert

höchste Justagegenauigkeit der einzelnen Maskenebenen relativ zu den bereits

auf dem Wafer erzeug

ten Strukturen. Bereits geringe Fehljustagen können dazu

führen, dass das hergestellte Bauelement nicht funktionstüchtig ist. Die Anmelderin erläutert derartige Probleme in der Beschreibungseinleitung der vorliegenden

Anmeldung anhand der Fig. 1 bis 5 und dem zugehörigen Text im Hinblick auf ein

Verfahren zur Herstellung selbstjustierter Kontakte, bei dem zum Anschluss sogenannter eingebetteter Kontakte in ein Isolationsoxid Kontaktlöcher eingeätzt werden müssen, die nur eine geringe Fläche, aber eine hohe Tiefe, also ein ungünstiges Aspektverhältnis aufweisen. Dieses Aspektverhältnis wirkt sich beim Ätzvorgang insofern negativ aus, als sich beim Ätzen als Nebenprodukt entstehende

Polymere in dem engen und tiefen Kontaktloch ablagern und den Ätzvorgang blockieren oder sogar zum Erliegen bringen, so dass das Kontaktloch nicht bis auf

den Boden freigelegt wird. Modifiziert man als Gegenmaßnahme hierzu den Ätzprozess so, dass die Polymerablagerung verhindert wird, so sinkt unerwünschterweise die Selektivität des Ätzangriffs, also das Verhältnis zwischen der Ätzwirkung

a

uf die zu entfernende Schicht und der Ätzwirkung auf die Maskenschicht. Bei geringer Fehljustierung der Kontaktloch-Maskenebene relativ zu den Bitlinestrukturen kann dies dazu führen, dass beim Ätzen des Kontaktlochs nicht nur das Isolationsoxid, sondern auch der seitlich neben dem Kontaktloch angeordnete

Nitridspacer der Bitline-Leitung entfernt wird, so dass das leitfähige Material dieser

Leitung seitlich freigelegt wird. Beim Auffüllen eines derartigen Kontaktlochs mit

leitfähigem Material kommt es dann zu einem Kurzschluss zwischen dem Kontaktmaterial bzw. dem mit diesem kontaktierten Substratbereich und der Bitleitung,

wie es in Fig. 5 der Anmeldung in dem mit „A“ bezeichneten Bereich gezeigt wird.

Die entsprechende Speicherzellenanordnung ist damit von vorneherein funktionsuntüchtig.

Vor diesem Hintergrund liegt dem Anmeldungsgegenstand die Aufgabe zugrunde,

ein Verfahren zum Ausbilden e

ines selbstjustierten Kontaktes anzugeben, mit dem

d

erartige Probleme vermieden werden können. Zudem soll auch eine Halbleitervorrichtung geschaffen werden, bei der die vorgenannten Probleme nicht auftreten, vgl. die ursprünglichen Anmeldungsunterlagen, S. 4, Zeilen 23 bis 27 und

S. 6, Zeilen 11 bis 13.

Das Verfahren nach Anspruch 1 löst dieses Problem dadurch, dass als Ätzmaske

beim Ätzen der Kontaktlöcher in Kombination sowohl ein Photolackschichtmuster

a

ls auch freigelegte Segmente der Bitleitungsstapel genutzt werden, wobei beide

Maskenstrukturen gleichzeitig wirksam sind. Hierzu ist das Photolackschichtmuster als Muster aus einzelnen Photolackstreifen ausgebildet, die Teile der vorher

hergestellten Gateschichtstapel mit ihren Längsrandabschnitten insoweit überlappen, dass das Photolackschichtmuster Segmente der ebenfalls vorher hergestellten Bitleitungsschichtstapel und Abschnitte der zweiten Zwischenisolationsschicht,

die über den jeweilig anzuschließenden Leitungsschicht-Pads liegen, quer zur

Längsrichtung der Gateschichtstapel freilegt. Die Bitleitungsstapel-Strukturen bilden dabei eine selbstjustierte Ätzmaske für da

s Kontaktlochätzen.

Die Vorteile dieser Anordnung bestehen einerseits darin, dass die Anordnung der

Photolackstreifen winklig zur Bitleitungsstruktur hinsichtlich der Justagegenauigkeit unkritisch ist, denn bei winkliger Anordnung der Photolackstreifen kommt es

im Gegensatz zur parallelen Anordnung nicht auf äußerst genaue Justierung relativ zu den Bitline-Streifen an. Andererseits wird die für das

Kontaktloch-Ätzen

w

irksame Maskenöffnung im Photolack gegenüber herkömmlichen Prozessen

vergrößert, denn die Maskenfunktion wird zum Teil von den Bitlinestreifen zu beiden Seiten der zu ätzende

n Öffnung übernommen. Damit ist die durch Photolack

d

efinierte Öffnung bei nach wie vor geringer Kontaktlochfläche insgesamt größer

als bei herkömmlichen Strukturen, so dass das Problem der Polymerabscheidung

im Kontak

tloch verringert wird. Dies wiederum gestattet es, zum Ätzprozess mit

höherer S

elektivität zurückzukehren, so dass die Gefahr des Anätzens des

Nitridspac

ers vermindert wird.

2

. Das Verfahren nach dem geltenden Anspruch 1 ergibt sich für den Fachmann,

der hier als ein berufserfahrener, mit der Entwicklung von höchstintegrierten

Halbleiters

chaltungen und zugehörigen Herstellungsverfahren betrauter Diplom-

Physiker oder Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik jeweils mit Hochschulabschluss zu definieren ist, in naheliegender Weise aus dem Stand der

Technik.

W

ie ein Vergleich der von der Prüfungsstelle als Übersetzungshilfe zur japanischen Offenlegungsschrift gemäß Entgegenhaltung (1) eingeführten nachveröffentlichten

US 6 197 670 B1 mit der vom japanischen Patentamt im Internet zur

Verfügung

gestellten Computerübersetzung ergeben hat, ents

pricht die US-Schrift

in

haltlich der Computerübersetzung der japanischen Druckschrift und damit der

japanischen Offenlegungsschrift gemäß (1). Im Folgenden wird daher auf die Zitatstellen i

n der US 6 197 670 B1 verwiesen, die zur Vermeidung von Wiederholungen als

Druckschrift (1*) bezeichnet wird.

Die Druck

schrift (1) offenbart bereits ein Verfahren zum Ausbilden selbstjustierter

Kontakte b

ei einer dynamischen Speicherzelle (DRAM), bei dem ein durch Justagefehler v

erursachter Kurzschluss zwischen dem Kontaktanschluss zur Speicherzelle und

der Bitleitung verhindert werden soll, vgl. insoweit in (1*) insbesondere

den Text in

Sp. 1, Zeilen 5 bis 8 und in Sp. 2, Zeilen 43 bis 47.

Zum Ausb

ilden der selbstjustierten Kontakte sieht das Verfahren nac

h (1) bzw.

(1

*) folgende Schritte vor:

-

Ausbilden einer Vielzahl von Gates, die

jeweils aus mehreren

übereinander gestapelten

Schichten gebildet sind, in Form einer Serie

von parallelen Streifen auf einem Halbleitersubstrat (100), vgl. in (1*)

vor allem die Fig. 2A und 4 und die Textpassage in Sp. 4, Zeilen 10

bis 17;

- Ausbilden von Gateabstandshaltern an den Seitenwänden der Gateschichtstapel, vgl. in (1*) die Fig. 4 und den Text in Sp. 4, Zeilen 18

bis 23;

-

Ausbilden von Leitungsschicht-Pads (106, 106a), die als eingebettete

Kontakt-Pads zwischen den Gateabstandshaltern dienen, vgl. in (1*) die

Fig. 2A und 4 und den Text in Sp. 4, Zeilen 26 bis 37;

-

Ausbilden einer ersten Zwischenisolationsschicht (108) über den Leitungsschicht-Pads (106, 106a) und den Gateschichtstapeln, vgl. in (1*)

die Fig. 2A und den Text in Sp. 4, Zeilen 38 bis 41;

-

Ausbilden von Bitleitu

ngen (112), die jeweils aus mehreren übereinander gestapelten Schichten (110, 111) gebildet sind in Form einer Serie

von parallelen Streifen, die relativ zu den Gateschichtstapeln schräg

verlaufen, auf der ersten Zwischenisolationsschicht (108), vgl. in (1*)

die Fig. 2B und den Text in Sp. 4, Zeilen 45 bis 56, wobei sich die

schräge, ggfs. auch rechtwinklige Anordnung von Gate- und Bitleitungen relativ zueinander aus der Tatsache ergibt, dass gemäß der Figurenlegende die Fig. 2A bis 2F die Ansicht der Anordnung in der Richtung parallel zur Erstreckung der Wordline zeigen, während die Fig. 4

die Ansicht der Speicherzelle parallel zur Bitline-Richtung wiedergibt,

vgl. in (1*) den Text in Sp. 3, Zeilen 45 bis

48 und 53 bis 55;

- Ausbilden von Bitleitungsabstandshaltern (114) auf den Seitenwänden

der Bitleitungsschichtstapel (112), vgl. in (1*) die Fig. 2B und den Text

in Sp. 4, Zeilen 56 bis 63;

- Ausbilden einer zweiten Zwischenisolationsschicht (116) auf der ersten

Zwischenisolationsschicht (108), vgl. in (1*) die Fig. 2B und den Text in

Sp. 4, Zeilen 64 und 65;

- Ausbilden eines Photolackschichtmusters (117) auf der zweiten Zwischenisolationsschicht (116) in Form von lateral beanstandeten einzelnen Streifen aus Photolack, die sich parallel zu den Gateschichtstapeln

erstrecken und die Teile der Gateschichtstapel mit ihren Längsrandabschnitten so überlappen, dass das Photolackschichtmuster Abschnitte

der zweiten Zwischenisolationsschicht (116) über den Bitleitungsschichtstapeln (112) und direkt über den jeweiligen der Leitungsschicht-

Pads (106) quer zur Längsrichtung der Gateschichtstapel freilegt, vgl. in

(1*) die Fig. 2C und 4 und den entsprechenden Text in Sp. 4, Zeile 66

bis Sp. 5, Zeile 11, wobei die Fig. 4 den Aufbau des Photolackmusters

aus einzelnen lateral beabstandeten Streifen parallel zu den Gateschichtstapeln zeigt;

- Ätzen der zweiten Zwischenisolationsschicht (116) und der ersten Zwischenisolationsschicht (108) unter Verwendung des Photolackschichtmusters (117), der B

itleitungsstapel (112) und der Bitleitungsabstandshalter (114) als Ätzmaske, um Kontaktöffnungen auszubilden, die die

Leitungsschicht-Pads (106) freilegen, wobei die einzelnen Streifen aus

Photolack (117) in Kombination mit den Bitleitungsschichtstapeln (112)

beim Ätzvorgang zur Ausbildung von Kontaktöffnungen, nämlich Einzel-

oder Serienkontaktöffnungen wirksam sind, vgl. wiederum in (1*) den

Text in Sp. 4, Zeile 66 bis Sp. 5, Zeile 11;

- Füllen der Kontaktöffnungen mit einem leitenden Material zum Ausbilden von leitenden Plugs (118), die die Leitungsschicht-Pads (106)

kontaktieren, vgl. die Fig. 2D und den Text in Sp. 5, Zeilen 12 bis 18.

Im Unterschied zu dem aus Druckschrift (1) bekannten Verfahren wird bei dem

Verfahren nach dem geltenden Anspruch 1 die zweite Zwischenisolationsschicht (760) derart ausgebildet, dass „die oberen Oberflächen der Bitleitungsschichtstapel (740) freigelegt sind“. Hierzu wird - wie allerdings nicht im Anspruch 1, sondern in der

Beschreibung auf Seite 11, Zeilen 1 bis 11 angegeben

wird - ein Planarisierungsschritt ausgeführt, bspw. in Form eines Rückätzens oder

eines chemisch-mechanischen Polierens. Durch diese Maßnahme sollen gemäß

der Textstelle auf Seite 11, Zeilen 8 bis 11 Abweichungen in der Schichtdicke der

zweiten Zwischenisolationsschicht während darauf folgender Verfahren minimiert

werden.

Eine derartige Vorgehensweise ist zwar der Druckschrift (1) bzw. (1*) nicht zu entnehmen; die Fig. 2B und 2C zeigen vielmehr, dass das Niveau der Zwischenisolationsschicht (116) über dem der Bitleitungsstapel (112) liegt, so dass deren Oberflächen nach dem Ausbilden der zweiten Zwischenisolationsschicht nicht freiliegen.

Die Planarisierung der Zwischenoxidschicht bis auf die Oberfläche der Bitleitungss tapel stellt für den vorstehend definierten Fachmann jedoch eine fachübliche und

naheliegende Maßnahme dar.

Bei der Herstellung der in Rede stehenden hochintegrierten Schaltungen müssen

Schichtdickenabweichungen

insbesondere bei

Isolationsschichten vermieden

werden, denn andernfalls besteht die Gefahr, dass beim Ätzen der in diese

Schich

ten einzubringenden Kontaktlöcher Probleme auftreten, indem entweder die

u

ngleichmäßig dicken Schichten nicht über den gesamten Wafer ordnungsgemäß

durchgeätzt werden oder ein ordnungsgemäßes Durchätzen über die gesamte

Waferfläche nur durch ein Überätzen (also einen zeitlich verlängerten Ätzprozess)

erreicht wird. Letztes birgt aber durch den überlangen Ätzvorgang die Gefahr des

Anätzens, also der Beschädigung der seitlichen Nitridabstandshalter der Bitleitungen und damit wiederum das Risiko des Kurzschlusses zwischen Bitleitung und

Kontaktmaterial in sich, das - wie dargelegt - aber gerade vermieden werden soll.

Schon angesichts dieses Sachverhalts liegt es für den Fachmann nahe, im Rahmen eines Planarisieru

ngsvorgangs das Zwischenoxid bis auf die Oberflächen der

B

itleitungsstapel zu entfernen, um für eine einheitliche und geringstnötige Dicke

dieses Oxids zu sorgen.

Dementsprechend ist eine derartige Vorgehensweise auch aus dem Stand der

Technik bekannt. Beispielhaft wird hierzu auf die Druckschrift (4) verwiesen, die

sich ebenfalls mit einem Verfahren zur Herstellung höchstintegrierter (nämlich

1Gbit -) DRAM-Speicher unter Einsatz von Verfahrensschritten zur Herstellung

s elbstjustierter Kontakte befasst. Gemäß dem Text zu den Fig. 2a und 5b auf

S. 17, li. Sp., vorletzter und letzter Absatz wird bei dem Verfahren nach (4) im

Rahmen eines Chemisch-Mechanischen Polierens (CMP) eine Zwischenoxidschicht (BPSG bzw. SiO2) planarisiert, bis die Siliziumnitrid (Si3N4)-Oberflächen

der Gateleitungsstapel (Fig. 2a) bzw. der Bitleitungsstapel (Fig. 5b) eine einheitliche Oberfläche mit den sie umgebenden Oxidbereichen bilden, d. h. bis jeweils

die Oberflächen der Gate- und der Bitleitungsstapel freiliegen.

Damit liegt es für den Fachmann nahe, bei dem Verfahren nach Druckschrift (1)

die zweite Zwischenisolationsschicht durch Einfügen eines Planarisierungsschritts

in den Verfahrensablauf so auszubilden, „dass die oberen Oberflächen der Bitleitungsschichtstapel freigelegt sind“, wie es in dem das Ausbilden der zweiten Zwischenisolationsschicht a

ngebenden Teilmerkmal des geltenden Anspruchs 1

h

eißt.

Bei einem derart modifizierten, ansonsten aber völlig unverändertem Ablauf des in

(1) offenbarten Verfahrens liegen nach dem Aufbringen d

es Photolackmusters

o

hne weiteres Zutun nicht nur Abschnitte der zweiten Zwischenisolationsschicht,

die direkt über den jeweiligen der Leitungsschicht-Pads (106) liegen, sondern

auch Segmente der Bitleitungsschichtstapel (112) frei,

so dass die Photolacks treifen und die freigelegten Segmente der Bitleitungsschichtstapel beim folgenden Ätzvorgang in Kombination gleichzeitig zur Ausbildung von Einzelkontaktöffnungen wirksam sind.

Wie sich aus den vorangehenden Darlegungen ergibt und in (1) bzw. (1*) im Text

in Sp. 2, Zeilen 43 bis 47 und in Sp. 5, Zeilen 29 bis 36 zum Ausdruck gebracht

wird, werden bei diesem Verfahren die anfangs erwähnten, durch Fehljustierung

verursachten Kurzschlüsse dadurch vermieden, dass die Bitleitungsabstandshalter (114) der Bitleitungsschichtstapel als selbstjustierte Maske verwendet werden,

die beim Ätzvorgang die beiden sich in Bitline-Richtung erstreckenden Seitenränder der Kontaktlochöffnung definieren.

Darüber hinaus wird durch die Verwendung der Bitleitungsstrukturen als (selbstju

stierter) Teil der Maske für den Kontaktloch-Ätzprozess zwangsläufig aber auch

d

er Bedeckungsgrad des Wafers mit Photolack gegenüber herkömmlichen Kontaktloch-Herst

ellungsprozes

sen ve

rringert, den

n die B

itleitungsstrukturen

übern

ehmen - wie dargelegt - einen Teil der sonst vom Photolack zu leistenden Maskierfunktion, so dass in diesen Bereichen auf eine Photolackmaske verzichtet

werden kann. Damit werden zwangsläufig auch die Öffnungen in der Photolack-

Maske größer als bei herkömmlichen Prozessen. Sowohl der geringere Photolack-

Bedeckungsgrad als auch die größeren Öffnungen in der Photolack-Maske führen

zu einer Entspannung des Problems des Polymerniederschlags, denn dieses

hängt - so das Fachwissen des oben definierten Fachmanns - wesentlich von diesen beiden Faktoren ab.

Insofern werden die von der Anmelderin geltend gemachten Vorteile der Unempfindlichkeit gegen Fehljustierung und der Vermeidung des Polymerniederschlags

im Kontaktloch auch bereits beim Stand der Technik erzielt.

Das Verfahren nach dem geltenden Anspruch 1 ergibt sich für den Fachmann somit in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik.

3. Mit dem Anspruch 1 fallen wegen der Antragsbindung auch die übrigen

Ansprüche 2 bis 13. Dies gilt insbesondere für den vom sachlichen Gehalt als nebengeordneten Anspruch zu bewertenden Anspruch 9, der auf ein „Verfahren zum

Ausbilden einer Halbleitervorrichtung nach Anspruch 1“ und damit auf einen anderen Gegenstand als der Anspruch 1 gerichtet ist. Eines gesonderten Eingehens

auf den Gegenstand dieses Anspruchs, der Gegenstand desselben Antrags auf

Patenterteilung ist, bedarf es nicht, weil das Verfahren nach Anspruch 9 nicht zum

Gegenstand eines auf dessen selbständigen Schutz gerichteten Hilfsantrages

gemacht worden ist, vgl. zu diesem Sachverhalt BGH GRUR 1997, 120, 121, II. 2.,

Abschnitte b) bis d) - „Elektrisches Speicherheizgerät“.

4. Daher war die Beschwerde der Anmelderin zurückzuweisen.

Dr. Tauchert

Knoll

Lokys

Brandt

Pr