Rechtsprechung / BPatG / 2008
BPatG Beschluss vom 30.01.2008 – 7 W (pat) 51/05
7. Senat
BUNDESPATENTGERICHT
7 W (pat) 51/05 _______________________
(Aktenzeichen)
…
B E S C H L U S S
In der Beschwerdesache
betreffend die Patentanmeldung 10 2004 031 519
hat der 7. Senat (Technischer Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der
Sitzung vom 30. Januar 2008 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters
Dipl.-Ing. Tödte
sowie
der Richter Eberhard, Dipl.-Ing. Frühauf
und
Dipl.-Ing. Schlenk 08.05
beschlossen:
Die Beschwerde wird als unzulässig verworfen.
G r ü n d e
I
Die Patentanmeldung 10 2004 031 519 mit der Bezeichnung „Wärmetauscher“ ist
am 29. Juni 2004 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingegangen. Anmelderin war die H… GmbH in A…
Mit Beschluss der Prüfungsstelle für Klasse F 28 D des Deutschen Patent- und
Markenamts vom 12. Oktober 2005 wurde die Anmeldung aus den Gründen des
Prüfungsbescheides vom 21. April 2005 zurückgewiesen.
Mit Schriftsatz vom 21.11.2005
legte der Erfinder S…
in A…, vertreten
durch Rechtsanwalt H…, Beschwerde
gegen
den Zurückweisungsbeschluss ein. Vorsorglich stellte er auch noch Antrag auf Wiedereinsetzung. Zur Begründung wird ausgeführt, der Erfinder habe von der Anmelderin gefordert, das Patent auf ihn umzuschreiben, weil sich die Anmelderin nicht an die
getroffenen Abmachungen halten würde. Mit Schreiben des Bundespatentgerichts
vom 20.12.2005 und 9. Juni 2006 wurde der Beschwerdeführer zur Vorlage des
Umschreibungsantrags aufgefordert, da andernfalls seine Beschwerde unzulässig
sei. Letztmalig wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben des Bundespatentgerichts vom 11. Januar 2007 zur Vorlage des Umschreibungsantrags bis spätestens
28.2.2007 aufgefordert. Andernfalls müsse mit einer Zurückweisung der Beschwerde gerechnet werden. Ein solcher ist jedoch nicht eingegangen und nach
Auskunft des Bevollmächtigten des Beschwerdeführers auch nicht mehr zu erwarten.
II
Die Beschwerde war als unzulässig zu verwerfen, da der Beschwerdeführer zur
Beschwerdeerhebung sachlich nicht legitimiert ist.
Nach § 74 Abs. 1 PatG steht die Beschwerde nur den am Verfahren vor dem Patentamt Beteiligten zu. Verfahrensbeteiligte ist hier jedoch nur die Anmelderin
H…
GmbH.
Nach
§ 30
Abs. 3
PatG
ist
deshalb
grundsätzlich der in der Patentrolle eingetragene Anmelder sachlich legitimiert. Wenn
durch Übertragung des Patents ein Inhaberwechsel stattgefunden hat, gilt nach
§ 30 Abs. 3 Satz 3 PatG der frühere Inhaber als berechtigt, solange die Änderung
noch nicht eingetragen ist. Nach neuerer Rechtsprechung kann der neue Rechtsinhaber auch schon dann als prozessführungsbefugt angesehen werden, wenn
von Seiten der bisherigen Anmelderin ein Umschreibungsantrag vorliegt (BPatGE
Bd. 44, Seite 156). Im vorliegenden Fall liegt jedoch ein Inhaberwechsel nicht vor
und dementsprechend wurde auch kein Umschreibungsantrag gestellt.
Die Beschwerde ist deshalb mangels Prozessführungsbefugnis unzulässig.
Tödte
Eberhard
Frühauf
Schlenk
Cl