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BPatG Beschluss vom 20.05.2021 – 14 W (pat) 19/18

14. Senat · ECLI:DE:BPatG:2021:200521B14Wpat19.18.0

BUNDESPATENTGERICHT

14 W (pat) 19/18 _______________________

(Aktenzeichen)

B E S C H L U S S

In der Beschwerdesache

betreffend das Patent DE 10 2008 023 488

ECLI:DE:BPatG:2021:200521B14Wpat19.18.0

hat der 14. Senat (Technischer Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts am

20. Mai 2021

unter

Mitwirkung

des

Vorsitzenden

Richters

Dipl.-Phys. Dr. Maksymiw, der Richter Schell und Dipl.-Chem. Dr. Jäger sowie der

Richterin Dipl.-Chem. Dr. Wagner

beschlossen:

1. Auf die Beschwerde der Einsprechenden wird der Beschluss der

Patentabteilung 45 des Deutschen Patent- und Markenamts vom

26. Juni 2018 aufgehoben, und das Patent wird mit folgenden

Unterlagen beschränkt aufrecht erhalten:

Patentansprüche 1 bis 15 vom 18. Februar 2021,

Beschreibungsseiten 2/11 bis 5/11 gemäß Patentschrift und

Figuren 1 bis 5 gemäß Patentschrift

2. Im Übrigen wird die Beschwerde zurückgewiesen.

G r ü n d e

I.

Die Patentabteilung 45 des Deutschen Patent- und Markenamts hat nach Prüfung

des Einspruchs durch Beschluss vom 26. Juni 2018 das am 14. Mai 2008 angemeldete und mit der Bezeichnung

"Wasserfiltervorrichtung"

erteilte Patent in vollem Umfang aufrechterhalten.

Dem Beschluss liegen gemäß Hauptantrag die erteilten Patentansprüche 1 bis 17

zugrunde. Die nebengeordneten Patentansprüche 1, 14 und 16

lauten

folgendermaßen:

Die Aufrechterhaltung des Patents in vollem Umfang wurde im Wesentlichen damit

begründet, dass die Gegenstände der zulässigen Patentansprüche 1 bis 17 neu

seien und auch auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhten.

Als Stand der Technik wurden dabei folgende Druckschriften diskutiert:

D1

EP 0 891 952 A1

D2 WO 00 / 66 245 A1,

D3 WO 2005 / 092 155 A1

D4

D5

D6

EP 1 169 954 A1

US 5 328 597

EP 1 484 097 A1

D7 WO 2005 / 097 293 A1

D8

D9

EP 1 892 221 A1

US 2002 / 0 061 265 A1

D10 WO 2009 / 090 678 A1

D11 WO 03 / 028 848 A1

D12 US 2005 / 0 229 699 A1

D13 US 2003 / 0 173 273 A1

D14 DE 10 2006 006 230 B3

D15 GB 2 397 744 A

Die Wasserfiltervorrichtung der D2 unterscheide sich vom Gegenstand des

Patentanspruchs 1 durch das Schließelement und die Aktivierung des

Zählmechanismus durch das Schließelement sowie dadurch, dass der

elektronische Zählmechanismus erst nach vorgegebener Öffnungszeit des

Schließelements weiter zähle. Die D3 offenbare zwar eine Wasserfiltervorrichtung,

die einen Deckel mit einem sich unter Druck öffnenden Schließelement in Form

einer Wippe aufweise, ein elektronischer Zählmechanismus sei aber nicht

vorgesehen. Der Fachmann habe somit keine Veranlassung zur Kombination dieser

beiden Druckschriften gehabt, da dies zu einem Verlust des im Deckel gemäß D2

integrierten mechanischen Zählmechanismus geführt hätte und er deshalb in

erfinderischer Weise einen gänzlich neuen Zählmechanismus in Betracht hätte

ziehen müssen. Für die D4, D8 und D9 gelte dieselbe Argumentation, zumal die D4

einen Wasserkocher und die D9 einen Ozongenerator offenbarten und daher ferner

gelegen hätten. Darüber hinaus zeige die D6 nicht das erfindungsgemäße Merkmal

des Weiterzählens nach einer vorbestimmten Zeit in Verbindung mit einem

Öffnungsmechanismus eines Schließelements auf, so dass eine Zusammenschau

dieses Standes der Technik mit der D2 nicht zum Streitgegenstand geführt habe.

Die D5 und die D7 seien für die Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit in

Kombination mit der D2 weniger relevant, da die D5 kein streitpatentgemäßes

Schließelement offenbare und die D7 keine Wechselwirkung zwischen dem

Schließelement und dem Zählmechanismus vorsehe. Auch die mit dem BRITA

Elemaris XL-System geltend gemachte Vorbenutzung gemäß

V1

Rechnung

der W… GmbH

an

die

B… Ltd.

über die Lieferung von 3.168 Einheiten von vier Elemaris XL-

Systemen am 15.04.2005, 1 Seite,

V2

Bestellung vom 23.06.2005 der T… Ltd.

an die B1…

GmbH, 1 Seite,

V3

Rechnung

vom

04.07.2005

der

B… Ltd.

über

die Lieferung von 768 Einheiten von vier Elemaris XL-Systemen an

V4

V5

V6

V7

V8

T… Ltd., 1 Seite,

Lieferschein für die am 01.07.2005 erfolgte Lieferung, 1 Seite,

Fotos eines Exemplars eines Elemaris XL-Systems aus 2005,

4 Seiten,

Fotos der Verpackung des in V3 abgebildeten Systems, 10 Seiten,

in der Verpackung mitgelieferte Gebrauchsanleitung, 17 Seiten,

Zeichnung mit Maßangaben des Deckels der zum Elemaris XL-

System gehörenden Kanne, 1 Seite und

V9

Kopie eines 2005 an die B1… GmbH versandten Faxes mit einer

Stückliste des Elemaris XL-Systems, 4 Seiten

offenbare nicht, ob das Schließelement mit dem elektronischen Zählmechanismus

zusammenwirke, weshalb der Fachmann diese Vorbenutzung nicht berücksichtigt

habe. Der weitere Stand der Technik liege ferner.

Bezüglich der Wasserfiltervorrichtung gemäß Patentanspruch 14 gelte dieselbe

Argumentation wie zur Wasserfiltervorrichtung nach Patentanspruch 1. Erfindungswesentlich sei das Zusammenwirken des Schließelements, das in Form eines

Schwimmers ausgebildet sei, mit dem elektronischen Zählmechanismus. Dies

werde weder durch die D3 noch die D8 oder die D9 nahe gelegt. Die übrigen

Entgegenhaltungen lägen weiter weg.

Die Wasserfiltervorrichtung gemäß Patentanspruch 16 beruhe auch gegenüber der

Kombination der Druckschriften D11 und D12 auf einer erfinderischen Tätigkeit. Der

D11 sei keine Wasserfiltervorrichtung mit anhaltbaren Mitteln zum Berücksichtigen

der Zeit zu entnehmen. Die D12 offenbare zwar eine Wasserfiltervorrichtung mit

Mitteln, die ein Aussetzen der Detektion des Wasserstandes und des gesamten

Kontrollsystems erlaubten, allerdings sehe auch diese Druckschrift keine Mittel vor,

die ein Anhalten der Zeit im Sinne des Streitpatents ermöglichten. Die übrigen

Entgegenhaltungen lägen wiederum weiter weg.

Gegen diesen Beschluss richtet sich die Beschwerde der Einsprechenden. Nach

ihrer Ansicht beruhten die streitpatentgemäßen Wasserfiltervorrichtungen nach den

Patentansprüchen 1 und 14 gemäß geltenden Hauptantrag vom 18. Februar 2021

nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit. Zudem sei der Patentanspruch 14 des

geltenden Hauptantrags unklar und unzulässig erweitert.

Der Patentanspruch 1 gemäß geltenden Hauptantrag vom 18. Februar 2021

entspreche dabei dem erteilten Patentanspruch 1, und der Patentanspruch 14 des

geltenden Hauptantrags sei am Ende mit dem zusätzlichen Merkmal "wobei der

Zählmechanismus derart ausgebildet ist, dass die Dauer des Einfüllvorgangs

berücksichtigt wird" ergänzt worden.

Die Wasserfiltervorrichtung der D2 unterscheide sich vom Gegenstand des Patentanspruchs 1 lediglich dadurch, dass das Schließelement derart ausgebildet sei,

dass es sich beim Einfüllen von Wasser zumindest teilweise öffne, und dass der

elektronische Zählmechanismus derart ausgebildet sei, dass er erst nach einer

vorgegebenen Öffnungszeit des Schließelements weiter zähle. Da es an einer

synergistischen Wirkung dieser beiden Merkmale fehle, würden durch diese zwei

Teilaufgaben gelöst, die jede für sich durch den Stand der Technik nahegelegt sei.

So zeigten sowohl die Vorbenutzung des BRITA Elemaris XL-Systems gemäß V1

bis V9, als auch die D3 und die D4 einen Deckel mit einer Einfüllöffnung auf, der ein

sich beim Einfüllen mit Wasser automatisch öffnendes Schließelement aufweise.

Dabei sei es unerheblich, dass kein Zählmechanismus, der mit dem Schließelement

zusammenwirke, offenbart werde, da bereits aus der D2 ein Sensor für die Lage

des Schließelements bekannt sei, der sich ohne weiteres auch auf die

Schließelemente der Vorbenutzung, der D3 und der D4 übertragen lasse. Der

Fachmann habe im Übrigen die einen Wasserkocher betreffende D4 herangezogen,

da er technologische Nachbargebiete, die dieselben Probleme lösen, im Blick habe.

Das Merkmal, dass der Zählmechanismus erst nach einer vorgegebenen

Öffnungszeit des Schließelements weiter zählt, werde

jeweils durch die

Druckschriften D5, D6 und D7 nahegelegt. Die D5 betreffe ein System mit einem

Sensor, der während der Dauer einer Befüllung ein Signal ausgebe, wobei zu kurz

andauernde Signale bei der Ermittlung der Lebensdauer einer Filterkartusche nicht

berücksichtigt würden. In der Filterkaraffe der D6 würden Elektroden als Zählmittel

eingesetzt. Dabei sei eine Minimumzeitspanne definiert, während der die Elektroden eingetaucht sein müssten, damit das generierte Signal als wirksam

betrachtet werde. Zwar sei bei der D6 das Weiterzählen nicht mit einem

Öffnungsmechanismus des Schließelements verbunden, dies habe aber nahe

gelegen, da die Elektroden genau dieselbe Funktion erfüllten wie das

Schließelement gemäß der Lehre des Streitpatents. Bei der Wasserfiltervorrichtung

der D7 werde ein durch einen Schwimmer ausgelöstes Zählsignal zur Überwachung

einer vorbestimmten Zeit ausgewertet, um Störfaktoren zu eliminieren oder zu

vermeiden, in dem nur ausreichend lange andauernde Signale als Befüllen gezählt

würden.

Die Wasserfiltervorrichtungen der D8 und D9 unterschieden sich wie die Vorrichtung

der D2 lediglich in der Ausbildung des Schließelements für seine zumindest

teilweise Öffnung beim Einfüllen von Wasser und in der Ausbildung des

Zählmechanismus für ein Weiterzählen nach einer vorgegebenen Öffnungszeit des

Schließelements. Die Vorrichtung der D8 zeige zudem keine Aktivierung des

Zählmechanismus durch das Schließelement auf. Ausgehend von D8 oder D9

hätten sich dieselben Teilaufgaben gestellt wie bei der D2 als Ausgangspunkt,

deren Lösung ebenfalls im Lichte der offenkundigen Vorbenutzung, der D3 oder D4

einerseits und der D5, D6 oder D7 andererseits naheliegend gewesen sei. Im

Übrigen betreffe die D9 zwar im Hauptanspruch einen Ozongenerator, offenbare

aber

in der Beschreibung eine Wasserbehandlungsvorrichtung mit einer

austauschbaren Filteranordnung und einer ihr zugeordneten Wechselanzeige und

werde daher vom Fachmann berücksichtigt.

Auch die Wasserfiltervorrichtung gemäß Patentanspruch 14 habe ausgehend von

D2, D8 oder D9 nahegelegen. Zwar sei das Schließelement der Wasserfiltervorrichtung der D2 nicht als Schwimmer ausgebildet, das sich beim Einfüllen von

Wasser teilweise öffne und aufgrund des Schwimmers beim Erreichen eines

vorgegebenen Wasserstandes hebe, insbesondere schließe. Ein derartiges als

Schwimmer ausgebildetes Schließelement sei aber sowohl aus der Vorbenutzung

BRITA Elemaris XL-System als auch aus der D3 bekannt. Dabei hätte eine

Übernahme dieses Schließelements in die Vorrichtung der D2 nicht zu einem

Verlust des Zählmechanismus geführt, da es dem Fachmann ohne erfinderisches

Zutun möglich gewesen wäre, die aus D2 bekannte Erfassung der Lage des

Schließelements auf die Lage des Schließelements der Vorbenutzung und der D3

zu übertragen, zumal D2 mehrere mögliche Sensorarten angebe. Die Vorrichtungen

der D8 und der D9 unterschieden sich ebenfalls in diesem Merkmal vom

Gegenstand des Patentanspruchs 14, so dass hier die Argumentation für die Kombination der D8 oder der D9 mit der Vorbenutzung oder der D3 gleichermaßen gelte.

Das gegenüber dem erteilten Patentanspruch 14 neu hinzugekommene Merkmal

ermögliche nur potentiell einen Rückschluss auf die Menge des eingefüllten

Wassers. Da zudem keine Wechselwirkung mit dem als Schwimmer ausgebildeten

Schließelement bestehe, löse dieses neue Merkmal keine Aufgabe, weshalb es als

willkürlich und damit bereits als naheliegend anzusehen sei. Zudem sei aus D5 und

D6 jeweils ein Zählmechanismus bekannt, bei dem die Dauer es Einfüllvorgangs

berücksichtigt werde, so dass dieses Merkmal die Erfindungshöhe nicht stützen

könne.

Darüber hinaus sei das neu in Patentanspruch 14 aufgenommene Merkmal "wobei

der Zählmechanismus derart ausgebildet sei, dass die Dauer des Einfüllvorgangs

berücksichtigt wird" unklar, da nicht angegeben sei, wobei und durch welches

Bauteil die Dauer des Einfüllvorgangs berücksichtigt werde. Zudem sei der Begriff

"Berücksichtigung" mehrdeutig, da damit einerseits die Dauer des Einfüllvorgangs

als Zählkriterium im Sinne eines Zählens der Anzahl der Befüllungen und

andererseits das Aufaddieren der tatsächlichen Dauer der Einfüllvorgänge zur

Bestimmung des Gesamtvolumens an Filtrat gemeint sein könne.

Von diesem Klarheitseinwand abgesehen führe das neu eingefügte Merkmal im

Patentanspruch 14 zu einer unzulässigen Erweiterung. Die Berücksichtigung der

Dauer des Einfüllvorgangs sei in den Anmeldeunterlagen nur im Zusammenhang

mit der Vorrichtung gemäß Patentanspruch 1 offenbart. Insbesondere fehle es an

einer Offenbarung einer Wasserfiltervorrichtung mit einem als Schwimmer

ausgebildeten Schließelement und einem Zählmechanismus, der die Dauer des

Einfüllvorgangs berücksichtige. Darüber hinaus fehle im neuen Merkmal die

erstoffenbarte Angabe, dass durch die Berücksichtigung der Dauer des

Einfüllvorgangs auf die Menge des eingefüllten Wassers rückgeschlossen werde.

Ein Zählmechanismus, der derart ausgebildet sei, dass die Dauer des

Einfüllvorgangs berücksichtigt werde, sei in den Anmeldeunterlagen nicht offenbart.

Der Einsprechende beantragt,

den angefochtenen Beschluss aufzuheben und das Patent zu

widerrufen.

Die Patentinhaberin beantragt zuletzt,

den angefochtenen Beschluss der Patentabteilung aufzuheben und

das Patent im Umfang des Hauptantrags vom 18. Februar 2021

aufrechtzuerhalten, hilfsweise die Beschwerde vollumfänglich

abzuweisen und das Patent wie erteilt aufrechtzuerhalten, weiter

hilfsweise das Patent im Umfang der Hilfsanträge 2 bis 4, jeweils

zur Akte gereicht mit Schriftsatz vom 6. Juni 2018, beschränkt

aufrechtzuerhalten.

Sie tritt dem Vorbringen des Einsprechenden in allen Punkten entgegen und führt

im Wesentlichen Folgendes aus:

Die Streitgegenstände ergäben sich nicht in naheliegender Weise aus dem Stand

der Technik. So lehre die D2 keine Wasserfiltervorrichtung, bei der der elektronische

Zählmechanismus mit dem Schließelement zusammenwirke, wobei das

Schließelement derart ausgebildet sei, dass es sich beim Einfüllen von Wasser

zumindest teilweise öffne und dabei den Zählmechanismus aktiviere, und wobei der

Zählmechanismus

erst

nach

einer

vorgegebenen Öffnungszeit

des

Schließelementes weiter zähle. Die offenkundige Vorbenutzung BRITA Elemaris

XL-System sowie die D3 und die D4 zeigten zwar Schließelemente, welche sich

durch einfüllendes Wasser automatisch öffneten. Allerdings würden keine

Zähleinrichtungen, die mit dem Schließelement zusammenwirken, offenbart. Zudem

würde der Fachmann diesen Stand der Technik nicht mit der Vorrichtung der D2

kombinieren, da der in D2 gezeigte Schieber anders funktioniere und erhebliche

Maßnahmen notwendig seien, diesen durch die Schließelemente der offenkundigen

Vorbenutzung bzw. der D3 oder D4 zu ersetzen. Zudem legten die D5, D6 und D7

das Merkmal des Weiterzählens erst nach einer vorgegebenen Öffnungszeit des

Schließelements nicht nahe. D5 und D6 lehrten jeweils völlig anders ausgebildete

Vorrichtungen mit Elektroden, die mit einem sich öffnenden und schließenden

Deckel nichts zu tun hätten, und D7 zeigte Leitfähigkeitssensoren sowie einen

Schwimmer, so dass dieser Stand der Technik keine Hinweise auf die

zeitverzögerte Aktivierung einer elektronischen Wechselanzeige beim Öffnen und

Schließen eines Schließelements liefern könnten. Das ebenfalls als Ausgangspunkt

angeführte Dokument D8 offenbare eine Wasserfiltervorrichtung mit einer

schwenkbaren Klappe als Schließelement. Diese Klappe habe aber nur zwei stabile

Zustände, so dass sich das streitpatentgemäße Problem einer versehentlichen

Manipulation oder Öffnen des Schließelements gar nicht stelle. Zudem gebe die D8

keinen Hinweis auf ein zeitverzögertes Aktivieren der Zähleinrichtung. Dasselbe

gelte für die D9, die zudem keine sich manuell öffnen lassende und durch

einfließendes Wasser öffnende Klappe in einem Deckel aufzeige.

Auch die Wasserfiltervorrichtung gemäß Patentanspruch 14 sei nicht nahegelegt.

Die als Ausgangspunkt diskutierte D2 zeige kein sich automatisch durch

einfließendes Wasser öffnendes Schließelement, das mit einem elektronischen

Zählmechanismus zusammenwirke. Auch gebe die D2 keinen Hinweis auf ein als

Schwimmer ausgebildetes Schließelement. Ein derartiges mag zwar aus der D3 und

der offenkundigen Vorbenutzung bekannt sein. Dieser Stand der Technik zeige aber

wiederum kein Zusammenwirken mit einem elektronischen Zählmechanismus auf.

Die D8 lege den Gegenstand des Patentanspruchs 14 ebenfalls nicht nahe, weil der

beschriebene Neigungsschalter bei einer Klappe, die sich durch einfließendes

Wasser öffne, nicht funktioniere. Auch fehle eine Veranlassung, die Klappe derart

auszubilden, dass über ein Aufschwimmen ein maximaler Füllstand detektiert

werde. Zudem liefere der Stand der Technik keine Hinweise darauf, die Zeitdauer

des Einfüllvorgangs als Maß für die Menge des eingefüllten Wassers zu verwenden,

um so die Wechselanzeige zu steuern.

Im Hinblick auf den strittigen Patentanspruch 14 macht die Patentinhaberin geldend,

dass dieser keineswegs unklar oder unzulässig erweitert sei, da sich das zusätzlich

aufgenommene Merkmal aus dem Absatz 19 der Streitpatentschrift ergebe.

Im Laufe des Beschwerdeverfahrens hat der Senat die Parteien mit einer

Zwischenverfügung auf seine vorläufige Rechtsansicht hingewiesen. Beide

Parteien haben daraufhin einem Übergang ins schriftliche Verfahren zugestimmt.

Wegen der weiteren Einzelheiten insbesondere dem Wortlaut der erteilten

Patentansprüche 2 bis 13, 15 und 17 sowie dem Wortlaut der im Beschwerdeverfahren letztendlich vorgelegten Anspruchsfassungen des Hauptantrags und der

Hilfsanträge 1 bis 4 wird auf den Inhalt der Akten verwiesen.

II.

Die Beschwerde der Einsprechenden ist zulässig (PatG § 73) und führt zu dem im

Tenor genannten Ergebnis.

1.

Das Streitpatent betrifft eine Wasserfiltervorrichtung mit einer Wechselanzeige

(vgl. Streitpatent (= SP) Patentansprüche 1, 14, 16 und Abs. [0001]).

Einleitend

führt das Streitpatent aus, dass Wechselanzeigen für Wasserfiltervorrichtungen mit austauschbaren Filterpatronen bekannt seien und sowohl im

Haushalt als auch im Gastronomiebereich zum Einsatz kämen. Nachteilig an den

bekannten Wechselanzeigen sei, dass für deren korrekte Funktion ein Deckel der

Einfüllöffnung bei jedem Einfüllen geöffnet und geschlossen werden müsse, was bei

falscher Handhabung wie ständiges Geöffnethalten des Deckels zu einer Anzeige

einer zu langen Lebensdauer der Kartusche führe. Auch ein Öffnen und Schließen

des Deckels ohne gleichzeitiges Einfüllen von Wasser führe zu einer fehlerhaften

Anzeige (vgl. SP Abs. [0002 bis 0007]).

2.

Ausgehend davon

liegt dem Streitpatent die Aufgabe zugrunde, die

Zuverlässigkeit einer Wechselanzeige einer Wasserfiltervorrichtung zu erhöhen, die

Bedienung der Wasserfiltervorrichtung zu vereinfachen und eine Fehlbedienung zu

reduzieren (vgl. SP Abs. [0008] bis [0010]).

3. Gelöst wird diese Aufgabe durch die Wasserfiltervorrichtung gemäß dem

Patentanspruch 1 nach Hauptantrag, der folgende Merkmale aufweist:

M1

M1.1

M1.2

M1.3

Wasserfiltervorrichtung

mit einer Kanne mit einem Deckel mit einer Wechselanzeige

mit einer austauschbaren Filterpatrone,

wobei der Deckel zumindest eine Einfüllöffnung umfasst,

M1.3.1 welche ein Schließelement aufweist,

M1.4

wobei die Wechselanzeige einen elektronischen Zählmechanismus

aufweist,

M1.4.1 der mit dem Schließelement zusammenwirkt,

M1.5

wobei das Schließelement derart ausgebildet ist, dass es sich beim

Einfüllen von Wasser zumindest teilweise öffnet

M1.5.1 und dabei den Zählmechanismus aktiviert,

M1.6

und wobei der elektronische Zählmechanismus derart ausgebildet ist,

dass er erst nach einer vorgegebenen Öffnungszeit des

Schließelementes weiter zählt.

sowie durch die Wasserfiltervorrichtung gemäß dem Patentanspruch 14 nach

Hauptantrag mit folgenden Merkmalen:

M14

M14.1

M14.2

M14.3

Wasserfiltervorrichtung

mit einer Kanne

mit einer Wechselanzeige

mit einer austauschbaren Filterpatrone und

M14.4 M14.4.1 welche ein Schließelement aufweist,

mit einem Deckel mit zumindest einer Einfüllöffnung,

M14.5

wobei

die

Wechselanzeige

einen

elektronischen

Zählmechanismus aufweist,

M14.5.1

der mit dem Schließelement zusammenwirkt und

M14.5.2

der derart ausgebildet ist, dass die Dauer des Einfüllvorgangs

berücksichtigt wird,

M14.6

wobei das Schließelement derart ausgebildet ist,

M14.6.1

dass es sich beim Einfüllen von Wasser zumindest teilweise öffnet

und

M14.6.2

als Schwimmer ausgebildet ist,

M14.6.3

so dass sich das Schließelement beim Erreichen eines

vorgegebenen Wasserstandes hebt, insbesondere schließt.

4. Mit der Lösung einer solchen Aufgabe ist ein Maschinenbauingenieur mit

langjähriger praktischer Erfahrung auf dem Gebiet der Filtertechnik und speziellen

Kenntnissen auf dem Gebiet der Wasserfiltervorrichtungen betraut.

5.

Die Patentansprüche 1 bis 15 gemäß Hauptantrag sind zulässig.

a)

Die geltende Anspruchsfassung gemäß Hauptantrag ist sowohl in den

ursprünglich eingereichten Unterlagen als auch in der Streitpatentschrift offenbart.

Die Patentansprüche 1 bis 13 und 15 sind gegenüber den erteilten Patentansprüchen 1 bis 13 und 15 unverändert. Zudem leitet sich der Patentanspruch 1

von den ursprünglich eingereichten Patentansprüchen 1, 2 und 19 sowie Fig. 5 iVm

S. 12 Z. 6 bis 11 der ursprünglich eingereichten Unterlagen her. Die Patentansprüche 2 bis 13 und 15 sind in den ursprünglich eingereichten Patentansprüchen

3 bis 14 und 16 wortgleich offenbart. Der nebengeordnete Patentanspruch 14 findet

seine Offenbarung im erteilten Patentanspruch 14 und Absatz [0019] des

Streitpatents. Aus den ursprünglich eingereichten Unterlagen leitet er sich aus den

Patentansprüchen 15 und 19, S. 4 Z. 19 bis 31 sowie Fig. 5 iVm S. 12 Z. 6 bis 11

her.

b) Der Einsprechenden

ist

zwar

insoweit

zu

folgen,

als

die

Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 14 in den ursprünglich eingereichten

Unterlagen erst ab S. 7 Z. 23 erläutert wird. Nachdem die betreffenden Passagen

in den Z. 23 bis 31 auf Seite 7 der ursprünglich eingereichten Beschreibung bzw.

den entsprechenden Abs. [0032] und [0033] der Streitpatentschrift aber lediglich

eine Wasserfiltervorrichtung mit einer Wechselanzeige offenbaren, bei welcher das

Schließelement als Schwimmer ausgebildet ist, so dass es sich beim Erreichen

eines vorgegebenen Wasserstandes schließt und dabei gegebenenfalls ein

optisches und/oder akustisches Signal ausgegeben wird, greift der Fachmann für

die Ausgestaltung der weiteren

technischen Einzelheiten der Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 14 auf die davorstehenden Ausführungen zur

Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 1 zurück. Dazu wird er durch die

Figuren bestärkt, die die streitpatentgemäße Erfindung erläutern und daher für die

beiden beanspruchten Wasserfiltervorrichtungen gelten (vgl. SP Abs. [0039]; vgl.

ursprünglich eingereichte Unterlagen S. 9 Z. 9 bis 10). In den Figuren wird mit dem

Bezugszeichen 3 sogar explizit ein gemäß den Merkmalen M14.6.2 und M14.6.3

als Schwimmer ausgebildetes Schließelement offenbart (vgl. SP Fig. 2 bis 4 iVm

Abs. [0046] und [0055]; vgl. urpsprünglich eingereichte Unterlagen Fig. 2 bis 4 iVm

S. 10 Z. 11 bis 13 und S. 11 Z. 22 bis 25). Entgegen dem Einwand der

Einsprechenden ist es jedoch nicht erforderlich, die Merkmale M1.5 und M1.5.1 aus

dem Patentanspruch 1 in den Patentanspruch 14 aufzunehmen. Denn das Merkmal

M14.5.1 betrifft ein Zusammenwirken von Zählmechanismus und Schließelement,

worunter gemäß den Ausführungen im Absatz [0015] der Streitpatentschrift bzw. im

letzten Absatz der S. 3 der ursprünglich eingereichten Unterlagen die

Berücksichtigung der Betätigung des Schließelements durch den Zählmechanismus

verstanden wird, wobei der Zählmechanismus neben dem Öffnen des

Schließelements auch andere Faktoren beachtet. Somit wird mit dem Merkmal

M14.5.1 das Aktivieren des Zählmechanismus beim zumindest teilweise Öffnen des

Schließelements während des Einfüllens von Wasser gemäß den Merkmalen M1.5

und M1.5.1 des Patentanspruchs 1 beansprucht, so dass diese Merkmale nicht in

den Patentanspruch 14 aufgenommen werden müssen.

c)

Auch der Einwand der Einsprechenden, Merkmal M14.5.2 sei

in den

ursprünglich eingereichten Unterlagen lediglich im Zusammenhang mit einem

Rückschluss auf die Menge des eingefüllten Wassers offenbart, überzeugt nicht. In

der von den Parteien übereinstimmend als Offenbarungsstelle angegebenen

Passage in den Z. 19 bis 31 auf S. 4 wird ebenso wie im wortgleichen Abs. [0019]

des Streitpatents

lediglich die Möglichkeit beschrieben, dass durch die

Berücksichtigung der Dauer des Einfüllvorgangs auf die Menge des eingefüllten

Wassers rückgeschlossen werden kann (vgl. v.a. SP Abs. [0019] Z. 9 bis 10 bzw.

ursprünglich eingereichte Unterlagen S. 4 Z. 25 und 26). Damit ist keine zwingende

Kombination dieser beiden Merkmale offenbart.

Vielmehr lehren Streitpatent und die ursprünglich eingereichten Unterlagen, dass

der mit der Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 14 angestrebte Erfolg, die

Zuverlässigkeit einer Wechselanzeige einer Wasserfiltervorrichtung zu erhöhen, die

Bedienung der Wasserfiltervorrichtung zu vereinfachen und eine Fehlbedienung zu

reduzieren (vgl. II.2.), durch das Zusammenwirken des Zählmechnanismus mit dem

Schließelement erreicht wird (vgl. SP Abs. [0013] und [0014]; vgl. ursprünglich

eingereichte Unterlagen S. 3 Z. 11 bis 26). Damit ist für den Fachmann unmittelbar

und eindeutig zu erkennen, dass die Dauer des Einfüllvorgangs streitpatentgemäß

durch dieses Zusammenwirken während des Wassereinfüllens bestimmt wird.

Zugleich erschließt sich dem Fachmann aus diesen Textstellen zusammen mit der

Definition des Zuammenwirkens im Abs. [0015] der Streitpatentschrift bzw. in den

Z. 28 bis 31 auf S. 3 der ursprünglich eingereichten Unterlagen, dass mit dem

Schließelement die Dauer des Befüllvorgangs ermittelt wird, so dass die

Streitpatentschrift hinreichend klar und deutlich offenbart, wobei und durch welches

Bauteil die Dauer des Einfüllvorgangs berücksichtigt wird.

Desweiteren ergibt sich aus dem Wortlaut der Textpassage auf S. 4 der ursprünglich

eingereichten Unterlagen bzw. des Abs. [0019] der Streitpatentschrift, dass das

Streitpatent beim Zählmechanismus zwischen einem Zählen von Öffnungsvorgängen des Schließelements mit einer vorgegebenen Öffnungszeit und einer

Berücksichtigung der Dauer des Einfüllvorgangs unterscheidet. Das Zählen von

Öffnungsvorgängen mit vorgegebner Öffnungszeit stellt dabei die mit der

Wasserfiltervorrichtung gemäß Patentanspruch 1 beanspruchte Lösung dar,

während mit der Wasserfiltervorrichtung nach Patentanspruch 14 die zweite

Alternative für den Zählmechanismus beansprucht wird.

Die Offenbarung des Merkmals M14.5.2 in den ursprünglich eingereichten

Unterlagen und in der Streitpatentschrift ist somit anzuerkennen. Zugleich ist dieses

Merkmal und damit der gesamte Patentanspruch 14 hinreichend deutlich und klar

gefasst.

6.

Die Wasserfiltervorrichtungen gemäß den Patentansprüchen 1 und 14

beruhen zudem auf einer erfinderischen Tätigkeit.

aa) Zur Lösung der streitpatentgemäßen Aufgabe, die Zuverlässigkeit einer

Wechselanzeige einer Wasserfiltervorrichtung zu erhöhen, die Bedienung der

Wasserfiltervorrichtung zu vereinfachen und eine Fehlbedienung zu reduzieren, ist

der Fachmann von der D2 ausgegangen. Diese Druckschrift offenbart eine

gattungsgemäße Wasserfiltervorrichtung 1 mit einer Kanne (= container 2), einem

Deckel (= removable lid 16) und einer austauschbaren Filterpatrone (= filtering

cartridge 14). Der Deckel weist eine Einfüllöffnung (= through-hole 29) auf, die sich

durch einen beweglichen Schieber (= rotatable shutter 30 / guillotine 31) manuell

öffnen und schließen lässt. Durch das Betätigen des Schiebers wird ein Sensor 40

angesprochen, der wiederum einen elektronischen Zählmechanismus (= counting

means/counter 20) aktiviert, der die Zeit seit dem letzten Filterpatronenwechsel und

die Anzahl der Betätigungen des Schiebers registriert (vgl. D2 Patentanspruch 1,

Fig. 1 bis 3, S. 3 Z. 1 bis Z. 24, S. 4 Z. 2 bis 5, S. 5 Z. 11 bis S. 6 Z. 3). Damit sind

der D2 die Merkmale M1 bis M1.4.1 und M1.5.1 zu entnehmen.

Um eine Vereinfachung der Bedienung und Reduktion von Fehlbedienungen der

aus D2 bekannten Wasserfiltervorrichtung zu erreichen, sieht sich der Fachmann

im Stand der Technik nach Verbesserungsmöglichkeiten um. Dabei trifft er auf die

D3, aus der ein Behälterdeckel mit einem Schließelement bekannt ist, das sich

selbstständig nach der Beendigung des Einfüllvorgangs wieder verschließt (vgl. D3

S. 3 Z. 5 bis 7 iVm Patentanspruch 1). Die D3 motiviert den Fachmann, den

Schieber der D2 durch das Verschlusselement der D3 zu ersetzen, da die D3 explizit

die Verwendung einer Schieberanordnung in Behälterdeckeln mit Einfüllöffnungen

als nachteilhaft und umständlich beschreibt und diese Nachteile zu überwinden

sucht (vgl. D3 S. 1 Abs. 3 und S. 2 Z. 3 bis 17). Als vorteilhaftes Schließelement, in

der D3 Verschlusselement genannt, schlägt die D3 die Ausgestaltung des

Schließelements als eine einen ersten und und einen zweiten Arm aufweisende

Wippe vor, die um eine Schwenkachse schwenkbar am Deckel gelagert ist und bei

dem der erste Arm eine Verschlussplatte und der zweite Arm ein Gegengewicht

aufweisen (vgl. D3 S. 2 Z. 18 bis 24). Dabei hält das gegenüber dem ersten Arm

größere Drehmoment des zweiten Arms das Verschlusselement

in der

Schließstellung und bewegt sich aus dieser durch den Impuls beim Auftreffen einer

Flüssigkeit in die Öffnungsstellung. Nach Beendigung des Flüssigkeitsimpulses

schwenkt die Wippe selbstständig wieder in die Ausgangsstellung, d.h. in die

Schließstellung, zurück (vgl. D3 S. 3 Abs. 1). An dem zweiten Arm befindet sich

gemäß D3 ein Schwimmer, der bei ansteigendem Flüssigkeitsspiegel im Behälter

den Rückschwenkvorgang der Wippe unterstützt (vgl. D3 S. 3 Z. 14 bis 19). Damit

sind bei einer Zusammenschau der D2 mit der D3 alle Merkmale des

Patentanspruchs 1 bis auf das Merkmal M1.6 nahegelegt.

Dasselbe gilt für eine Zusammenschau der D2 mit der D4 oder der geltend

gemachten Vorbenutzung gemäß V1 bis V9, da dieser Stand der Technik jeweils

lediglich ein sich durch einen Flüssigkeitsimpuls öffnen lassendes und danach

wieder schließendes Schließelement aufzeigt und damit nicht über die Lehre der D3

hinausgeht (vgl. D4 Figuren; vgl. V6 S. 5 und 6 jeweils oben sowie V7 S. 3 li.

Abb. Punkt 6 und 7 iVm S. 12 mi. Sp. "Illustration 6" und "Illustration 7").

Einen Hinweis auf ein verzögertes Weiterzählen des Zählmechanismus nach einer

vorgegebenen Öffnungszeit des Schließelements gemäß Merkmal M1.6 im

Zusammenhang mit einer Wasserfiltervorrichtung mit den Merkmalen M1 bis M1.5.1

ist aber weder der D2 bis D4 oder der Vorbenutzung gemäß V1 bis V9 noch aus

dem weiteren vorgelegten Stand der Technik zu entnehmen. Zwar lehrt die D1

gemäß der Streitpatentschrift eine gattungsgemäße Wasserfiltervorrichtung mit

Wechselanzeige, die Mittel zum Zählen der Anzahl der Betätigungen eines

Öffnungsmechanismus sowie einen Zeitmesser aufweist (vgl. SP Abs. [0004]). Die

D1 beschäftigt sich somit mit der Erfassung und Anzeige der Erschöpfung der

Filterpatrone in Abhängigkeit der Zeit und der durchgelaufenen Wassermenge (vgl.

D1 Sp. 3 Z. 47 bis 53). Gemäß D1 wird zu dieser Erfassung ein Schaltvorgang

benutzt. Die Auslösung des jeweiligen Schaltvorganges kann beispielsweise durch

eine Fotozelle am Deckel oder einem am Deckel befestigten Teil erreicht werden.

Diese ist dabei derart angebracht, dass durch Abnehmen des Deckels vom oberen

Rand des Trichters der Wasserfiltervorrichtung Licht auf die Fotozelle trifft, wodurch

deren Oberfläche heller beleuchtet wird. Wenn dann nach einer bestimmten,

voreingestellten Zeit der Deckel wieder geschlossen wird, wird der Schaltvorgang

ausgelöst (vgl. D1 Sp. 9 Z. 39 bis 48 und Sp. 10 Z. 7 bis 9). D1 lehrt damit zwar,

dass nur solche Öffnungen gezählt werden, die eine gewisse Zeitdauer haben.

Allerdings gibt die D1 keinen Grund dafür an, warum der Schaltvorgang erst nach

einer bestimmten voreingestellten Zeit ausgelöst wird. Vielmehr ist die Lehre dieser

Druckschrift auf die kombinierte Erfassung der Erschöpfung des Reinigungsmittels

in Abhängigkeit sowohl von der Zeit als auch von der durchgelaufenen

Wassermenge gerichtet (vgl. D1 Sp. 2 Z. 9 bis 24, Sp. 3 Z. 18 bis 23 und Z. 47 bis

53). Damit motiviert die Lehre der D1 den Fachmann nicht dazu, die zeitverzögerte

Erfassung gemäß Merkmal M1.6 bei der Lösung des streitpatentgemäßen Problems

zu berücksichtigen.

Selbst bei Berücksichtigung der von der Einsprechenden zusätzlich zu D2 und D3

angeführten Druckschriften D5, D6 und D7 wird das Merkmal M1.6

im

Zusammenhang mit Wasserfiltervorrichtungen mit den Merkmalen M1 bis M1.5.1

nicht nahegelegt.

Die D5 und D6 offenbaren Wasserfiltervorrichtungen mit Elektroden, über die das

Vorhandensein bzw. die Füllmenge von Wasser gemessen und gezählt wird, wobei

zur Vermeidung von Fehlanzeigen vorgegebene Kontaktzeiten der Messelektroden

mit Wasser berücksichtigt werden (vgl. D5 Sp. 5 Z. 47 bis Sp. 6 Z. 2, Sp. 6 Z. 22 bis

30, vgl. D6 Fig. 3 und 4 iVm Abs. [0019] bis [0021]). Die Wasserfiltervorrichtung der

D5 zeigt dabei aber lediglich einen nach oben offenen Einfülltrichter (= opening

funnel 16) auf, der keinen Deckel bzw. kein Schließelement aufweist. Die als

Wechselanzeige fungierende elektronische Überwachungseinheit (= electronic

monitoring unit 22) mit den Messelektroden 26, 28, 30 und 32 befindet sich somit

nicht gemäß Merkmal M1.1 im Deckel der Wasserfiltervorrichtung, sie ist vielmehr

auf der Filterpatrone angeordnet (vgl. D5 Fig. 1 bis 4 iVm Sp. 3 Z. 48 bis 53, Z. 65

bis Sp. 4 Z. 1, Sp. 4 Z. 27 bis 29 und Sp. 4 Z. 65 bis Sp. 5 Z. 9). Bei der

Wasserfiltervorrichtung der D6 sind zwar die Kontaktelektroden im Deckel

angeordnet. Zum Auslösen eines Zählsignals müssen diese aber eine definierte

Mindestzeitspanne im einströmenden Wasser eingetaucht sein (vgl. D6 z.B. Fig. 3,

4 iVm Abs. [0019] bis [0021]), so dass das Zählsignal unabhängig vom Öffnen eines

Schließelements des Deckels ausgelöst wird. Damit lehren aber weder die D5 noch

die D6 einen Zusammenhang zwischen dem Öffnen eines Schließelements im

Deckel einer Wasserfiltervorrichtung und dem zeitverzögerten Aktivieren des

Zählmechanismus im Sinne des streitpatentgemäßen Zusammenwirkens dieser

Vorrichtungsbestandteile. Es bestand somit kein Anlass, die Lehre der D5 oder der

D6 mit Wasserfiltervorrichtungen mit den aus einer Kombination der D2 und D3

nahegelegten Wasserfiltervorrichtungen zu kombinieren.

Die Wasserfiltervorrichtung nach D7 weist einen Schwimmer (= float 19) mit einem

Magnet 21 auf, der mit Näherungssensoren 36 und 37 zusammenwirkt und dabei

nach einer vorbestimmten Zeit ein Zählsignal auslöst (vgl. D7 Fig. 4 iVm S. 3 Z. 27

bis S. 4 Z. 2 und S. 4 Z. 13 bis 16). Da allerdings in der Wasserfiltervorrichtung der

D7 der Schwimmer nicht in Verbindung mit dem Schließelement (= lid 11) steht,

bestand keine Veranlassung, die zeitverzögerte Erfassung der Wasserbefüllung

gemäß D7 zur Verbesserung von Wasserfiltervorrichtungen heranzuziehen, deren

Zählmechanismus mit Schließelement gemäß den Merkmalen M1.4.1 bis M1.5.1

zusammenwirkt. Daher wird auch durch die D7 das Merkmal M1.6 nicht nahegelegt.

Die Argumentation der Einsprechenden, dass dem Streitpatent zwei Teilaufgaben

zugrunde lägen, deren Lösung jeweils unabhängig voneinander zu prüfen sei,

überzeugt nicht. Zwar ist es nach der Rechtsprechung des BGH möglich, dass eine

Erfindung mehrere unterschiedliche technische Probleme betrifft und dass in

solchen Konstellationen die einzelnen Problemstellungen bei der Prüfung der

Patentfähigkeit gesondert zu betrachten sind (vgl. BGH GRUR 2015, 352, Rn. 13

mwN – Quetiapin). Die Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 1 betrifft aber

– ebenso wie die Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 14 – nicht die

Lösung von zwei technischen Problemen mit unterschiedlichen technischen

Merkmalen. Vielmehr wird durch das streitpatentgemäße Zusammenwirken der

Vorrichtungsmerkmale Schließelement und elektronischer Zählmechanismus der

Wechselanzeige gemäß den Merkmalen M1.4.1 bis M1.6 in vorteilhafter Weise

erreicht, dass zum einen eine einfachere Bedienung der Wasserfiltervorrichtung

z.B. in Form einer Einhand-Benutzung möglich wird und zum anderen durch

Bedienungsfehler hervorgerufene Fehlanzeigen vermieden werden, so dass die

Zuverlässigkeit der Wechselanzeige einer Wasserfiltervorrichtung erhöht wird (vgl.

SP Abs. [0017], [0018] und [0020]). Damit sind bei der Beurteilung der

erfinderischen Tätigkeit die Merkmale des Patentanspruchs 1 in ihrer Gesamtheit

und nicht in zwei Teilen zu prüfen.

ab) Die Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 1 beruht auch ausgehend

von D8 oder D9 auf einer erfinderischen Tätigkeit, da die aus diesen Druckschriften

bekannten Wasserfiltervorrichtungen nicht über die Lehre der D2 hinausgehen und

somit dieselben Argumente wie für die Druckschrift D2 als Ausgangspunkt gelten.

So zeigt die D8 eine Wasserfiltervorrichtung mit einer Kanne (= vessel 1), einer

austauschbaren Filterpatrone (= replaceable filtration cartridge) und einem Deckel

(= top 5) mit einer Wechselanzeige und einer ein Schließelement (= lid 7)

aufweisenden Einfüllöffnung (= opening 6) (vgl. D8 Fig.1, Patentansprüche 1, 12,

Sp. 2 Z. 20 bis 24, Abs. [0015]). Die Wechselanzeige weist einen elektronischen

Zählmechanismus in Form eines Mikroprozessors und eines Kippschalters (= tilt

switch 15) auf, der mit dem Schließelement zusammenwirkt, indem er beim Öffnen

des Schließelements aktiviert wird (vgl. D8 Sp. 3 Z. 47 bis 52). Die

Wasserbehandlungsvorrichtung (= water treating apparatus 100) der D9 umfasst

eine Kanne mit einem Deckel (= top 105) mit einer Wechselanzeige und einer

austauschbaren Filterpatrone (= filter assembly 29), wobei der Deckel eine

Einfüllöffnung (= water inlet 7) mit einem Schließelement (= lid 1) aufweist. Die

Wechselanzeige enthält einen elektronischen Zählmechanismus (= automatic cycle

counter), der mit dem Schließelement derart zusammenwirkt, dass ein Öffnen des

Schließelements den Zählmechanismus aktiviert (vgl. D9 Fig. 1, 2, Abs. [0023] bis

[0025], [0027] Z. 19 bis 23, [0043] bis [0045]). Wie bei der Wasserfiltervorrichtung

gemäß D2 sind auch bei den Wasserfiltervorrichtungen nach D8 und D9 weder ein

Schließelement, das sich gemäß Merkmal M1.5 beim Einfüllen von Wasser

zumindest teilweise öffnet, noch ein Zählmechanismus offenbart, der gemäß

Merkmal M1.6 erst nach einer vorgegebenen Öffnungszeit des Schließelements

weiter zählt.

ac) Die weiteren Entgegenhaltungen D11 bis D15 – die D10 ist als Patentschrift

mit älterem Zeitrang gemäß § 4 Satz 2 iVm § 3 Abs. 2 PatG bei der Prüfung der

erfinderischen Tätigkeit nicht zu berücksichtigen – können zur Auffindung der streitpatentgemäßen Lösung ebenfalls nichts beitragen, da sie ferner liegen und von der

Einsprechenden lediglich hinsichtlich der nicht mehr beanspruchten Wasserfiltervorrichtung gemäß dem erteilten Patentanspruch 16 angeführt worden sind.

b) Die

alternative

Lösung

gemäß

der Wasserfiltervorrichtung

des

nebengeordneten Patentanspruchs 14 unterscheidet sich vom Gegenstand des

Patentanspruchs 1 zum einen durch die Ausbildung des Schließelements als

Schwimmer gemäß Merkmal M14.6.2, der das Schließelement nach Merkmal

14.6.3 beim Erreichen eines vorgegebenen Wasserstands hebt, sowie durch die

Ausbildung des Zählmechanismus für eine Berücksichtigung der Dauer des

Einfüllvorgangs gemäß Merkmal M14.5.2. Zum anderen wird ein Weiterzählen des

Zählmechanismus nach einer vorgegebenen Öffnungszeit des Schließelements

gemäß Merkmal M1.6 nicht beansprucht.

ba) Auch für diese Lösungsalternative des Streitpatents stellt die D2 einen

geeigneten Ausgangspunkt dar, weil mit ihr dieselbe Aufgabe wie mit der

Wasserfiltervorrichtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst wird. Allerdings offenbart

die D2 – wie unter II.7aa) Abs. 1 dargestellt – lediglich eine Wasserfiltervorrichtungen mit den Merkmalen M14 bis M14.5.1. Für eine Vereinfachung der

Bedienung und Reduktion von Fehlbedienungen der aus D2 bekannten Wasserfiltervorrichtung berücksichtigt der Fachmann die D3, aus der ein Behälterdeckel mit

einem Schließelement bekannt ist, das – wie bereits unter II.7aa) Abs. 2 im Detail

ausgeführt – einen Schwimmer aufweist und sich u.a. mit dessen Unterstützung

selbstständig nach der Beendigung des Einfüllvorgangs wieder verschließt (vgl. D3

Patentansprüche 1 bis 4, S. 3 Abs. 1 und 3). Da die D3 zudem explizit die

Verwendung einer Schieberanordnung in Behälterdeckeln mit Einfüllöffnungen, wie

sie in D2 offenbart wird, als nachteilig beschreibt, ist der Fachmann veranlasst, die

Schieberanordnung in der Vorrichtung der D2 durch das einen Schwimmer

aufweisende Schließelement der D3 zu ersetzen, so dass er bei einer Kombination

der Lehren der D2 mit der D3 eine Wasserfiltervorrichtung erhält, die auch die

Merkmale M14.6 bis M14.6.3 aufweist. Einen Hinweis auf einen mit dem Merkmal

M14.5.2 ausgebildeten Zählmechanismus enthält aber weder die D2 noch die D3.

bb) Ein derartiger Hinweis ist weder aus den von der Einsprechenden angeführten

Dokumenten D5 und D6 noch aus dem weiteren Stand der Technik ersichtlich.

Bezüglich der D5 und der D6 gilt hinsichtlich der Wasserfiltervorrichtung des

Patentanspruchs 14 dieselbe Argumentation wie für die Wasserfiltervorrichtung des

Patentanspruchs 1. Die Wasserfiltervorrichtung gemäß D5 mag daher zwar mittels

der Elektroden 28 und 32 den Beginn und das Ende des Einfüllvorgangs detektieren

und damit die Dauer des Einfüllvorgangs berücksichtigen (vgl. D5 Sp. 5 Z. 47 bis

Sp. 6 Z. 2 und Sp. 6 Z. 22 bis 30). Dies ändert aber nichts daran, dass die

Wasserfiltervorrichtung der D5 lediglich einen nach oben offenen Einfülltrichter

aufzeigt, der keinen Deckel bzw. kein Schließelement aufweist, so dass die als

Wechselanzeige

fungierende elektronische Überwachungseinheit mit den

Messelektroden nicht gemäß den Merkmalen M14.4 und M14.4.1 im Deckel der

Wasserfiltervorrichtung sondern auf der Filterpatrone angeordnet ist (vgl. D5 Fig. 1

bis 4 iVm Sp. 3 Z. 48 bis 53, Z. 65 bis Sp. 4 Z. 1, Sp. 4 Z. 27 bis 29 und Sp. 4 Z. 65

bis Sp. 5 Z. 9). Bei der Wasserfiltervorrichtung der D6 mögen die Kontaktelektroden

im Deckel angeordnet sein sowie zum Auslösen eines Zählsignals die Dauer der

Einfüllzeit messen und damit die Dauer des Einfüllvorgangs berücksichtigen (vgl.

D6 z.B. Fig. 3, 4 iVm Abs. [0019]). Allerdings erfolgt diese Messung unabhängig

vom Öffnen eines Schließelements des Deckels. Damit lehren weder die D5 noch

die D6 ein Zusammenwirken zwischen dem Öffnen eines Schließelements des

Deckels einer Wasserfiltervorrichtung und dem Messvorgang der Elektroden der

elektronischen Überwachungseinheit. Es bestand somit kein Anlass, die Lehre der

D5 oder der D6 mit Wasserfiltervorrichtungen zu kombinieren, wie sie sich bei einer

Zusammenschau der D2 mit der D3 ergeben.

Dasselbe gilt für die Wasserfiltervorrichtung gemäß D7. Auch bei dieser

Wasserfiltervorrichtung mag die Dauer des Befüllvorgangs gemessen und damit

berücksichtigt werden (vgl. D7 S. 4 Z. 13 bis 16). Da aber – wie bereits hinsichtlich

der Wasserfiltervorrichtung des Patentanspruchs 1 ausgeführt worden ist – in der

Wasserfiltervorrichtung der D7 der Schwimmer wiederum nicht mit dem Schließelement zusammenwirkt, bestand keine Veranlassung, diese Messmethode zur

Verbesserung von Wasserfiltervorrichtungen mit den Merkmalen M14 bis M14.5.1

und M14.6 bis M14.6.3 heranzuziehen. Daher wird auch durch die D7 das Merkmal

M14.5.2 nicht nahegelegt.

Schließlich kann auch die D1 keinen Hinweis auf eine Berücksichtigung der Dauer

des Einfüllvorgangs geben, weil die in D1 offenbarte Wasserfiltervorrichtung nicht

die Dauer des einzelnen Einfüllvorgangs misst sondern lediglich, ob der Deckel

länger als eine Mindestzeitdauer geöffnet ist (vgl. D1 Sp. 9 vorle. Abs.). Daneben

wird gemäß D1 die Zeitdauer seit Inbetriebnahme der Filterpatrone unabhängig von

der Dauer des einzelnen Einfüllvorgangs erfasst (vgl. D1 Sp. 9 Z. 6 bis 38 iVm Sp. 8

Z. 13 bis 26).

bc) Der weitere Stand der Technik kann die Wasserfiltervorrichtung des

Patentanspruchs 14 ebenfalls nicht nahe legen. Die Lehren der D8 und D9 gehen

nicht über die Lehre der D2 hinaus und die Wasserfiltervorrichtung der D4 sowie die

geltend gemachte Vorbenutzung gemäß V1 bis V9 geben dem Fachmann nicht

mehr Informationen zur Lösung der streitpatentgemäßen Aufgabe als die D3 (vgl.

II. 7aa) und II.7ab) Abs. 3). Hinsichtlich der Druckschriften D10 bis D15 wird auf die

Ausführungen in II.7ac) verwiesen.

7.

Die nebengeordneten Patentansprüche 1 und 14 erweisen sich somit als

bestandsfähig. Mit dem Patentanspruch 1 sind zudem auch die auf ihn

rückbezogenen und auf bevorzugte Ausgestaltungen der beanspruchten

Wasserfiltervorrichtung gerichteten Unteransprüche 2 bis 13 patentfähig. Dasselbe

gilt für den Gegenstand des auf den Patentanspruch 14 rückbezogenen

Unteranspruchs 15.

III.

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g

Da der Senat die Rechtsbeschwerde gegen diesen Beschluss nicht zugelassen hat

ist nur das Rechtsmittel der zulassungsfreien Rechtsbeschwerde gegeben, wenn

geltend gemacht wird, dass

1.

2.

3.

4.

das beschließende Gericht nicht vorschriftsmäßig besetzt war,

bei dem Beschluss ein Richter mitgewirkt hat, der von der Ausübung des

Richteramtes kraft Gesetzes ausgeschlossen oder wegen Besorgnis der Befangenheit mit Erfolg abgelehnt war,

einem Beteiligten das rechtliche Gehör versagt war,

ein Beteiligter im Verfahren nicht nach Vorschrift des Gesetzes vertreten war,

sofern er nicht der Führung des Verfahrens ausdrücklich oder stillschweigend

zugestimmt hat,

5.

der Beschluss aufgrund einer mündlichen Verhandlung ergangen ist, bei der

die Vorschriften über die Öffentlichkeit des Verfahrens verletzt worden sind,

oder

6.

der Beschluss nicht mit Gründen versehen ist.

Die Rechtsbeschwerdeschrift muss von einer beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwältin oder von einem beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt unterzeichnet und innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses

beim Bundesgerichtshof, Herrenstraße 45a, 76133 Karlsruhe eingereicht werden.

Maksymiw

Schell

Jäger

Wagner

prö