Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Randowhänge bei Schmölln“
VO-ID212023§ 3 Schutzzweck
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das südexponierte Hangbereiche des Randowtales mit naturnahen Laubwäldern, Quellbereichen und ausgedehnten trockenen Magerrasen umfasst, ist
die Erhaltung, naturnahe Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Quellbereichen, naturnahen Fließgewässern, Röhrichtbeständen, Grünland feuchter und trockener Standorte, Laubgebüschen trockener und trockenwarmer Standorte sowie Eichen-Vorwäldern;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, wie Aufrechter Grasnelke (Armeria elongata), Mondraute (Botrychium lunaria), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Leberblümchen (Hepatica nobilis), Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris), Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten der Säugetiere, Vögel, Kriechtiere, Lurche und Insekten, beispielsweise Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Neuntöter (Lanius collurio), Schreiadler (Aquila pomarina), Wespenbussard (Pernis apivorus), Rotmilan (Milvus milvus), Zauneidechse (Lacerta agilis), Erdkröte (Bufo bufo), Espasetten-Widderchen (Zygaena carniolica);
die Erhaltung des Mosaiks aus Magerrasen und naturnahen Wäldern an den Steilhängen wegen seiner Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Teil des Biotopverbundes entlang des Randow-Welse-Bruches.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung
von mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] als Lebensraumtyp nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von subpannonischen Steppen-Trockenrasen (Festucetalia vallesiacae), Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche) (Alno-Padion, Salicion albae), Schlucht- und Hangmischwäldern (Tilio-Acerion) als prioritäre Lebensraumtypen nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.