Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Damerower Wald, Schlepkower Wald und Jagenbruch“
VO-ID212751§ 3 Schutzzweck
(1)
Schutzzweck des Naturschutzgebietes als naturnaher Ausschnitt des
Uckermärkischen Hügellandes ist
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Kleingewässer, der Röhrichte und Großseggenriede, der nährstoffreichen Moore, der Bruch- und Laubmischwälder, der Laubgebüsche, der Waldmäntel, der Hecken, des Feucht- und Frischgrünlandes und der Trockenrasen;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere
Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Kammfarn (Dryopteris cristata) und Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis palustris);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere, Vögel, Lurche, Kriechtiere, Käfer, Hautflügler, Schmetterlinge und Libellen, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus), Raubwürger (Lanius excubitor), Kleinspecht (Dendrocopus minor), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Teichmolch (Triturus vulgaris), Laubfrosch (Hyla arborea), Erdkröte (Bufo bufo), Ringelnatter (Natrix natrix), Zauneidechse (Lacerta agilis), Waldeidechse (Lacerta vivipara), Körniger Laufkäfer (Carabus granulatus), Kurzgewölbter Laufkäfer (Carabus convexus),
Hornisse (Vespa crabro), Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Gemeiner Bläuling (Polyommatus icarus) und Plattbauch (Libellula depressa);
die Erhaltung eines Verlandungs- und Durchströmungsmoores sowie einer stark bewegten Moränenlandschaft mit naturnahen Wald- und Offenlandbiotopen wegen ihrer Seltenheit, strukturellen Vielfalt, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des regionalen Biotopverbundes zwischen dem Dammsee und dem Haussee sowie zwischen den Waldgebieten Kiecker, Kutzerower Heide, Hildebrandshagen und Wolfshagener Park.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung
eines Teiles des Europäischen Vogelschutzgebietes „Uckermärkische Seenlandschaft“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 7 des Bundesnaturschutzgesetzes) in seiner Funktion
als Lebensraum von Arten nach Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG, insbesondere Schreiadler (Aquila pomarina), Schwarzstorch (Ciconia nigra), Wespenbussard (Pernis apivorus), Seeadler (Haliaeetus albicilla), Fischadler (Pandion haliaetus), Kranich (Grus grus), Weißstorch (Ciconia ciconia), Mittelspecht (Dendrocopus medius), Zwergschnäpper (Ficedula parva), Neuntöter (Lanius collurio) und Eisvogel (Alcedo atthis) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope,
als Vermehrungs- und Rastgebiet für im Gebiet regelmäßig auftretende Zugvogelarten wie Schellente (Bucephala clangula), Waldwasserläufer (Tringa ochropus), Bekassine (Gallinago gallinago) und Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis);
des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Damerower Wald-Schlepkower Wald-Jagenbruch“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinem Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, von Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, von Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) und Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) (Stellario carpinetum) als Biotope von gemeinschaftlichem Interesse („natürliche Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG),
Moorwäldern, Birken-Moorwäldern und Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche) (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritäre Biotope („prioritäre Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG),
Großem Mausohr (Myotis myotis), Fischotter (Lutra lutra), Kamm-Molch (Triturus cristatus) und Rotbauchunke (Bombina bombina) als Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse (im Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG), einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
(3) Darüber hinaus ist besonderer Schutzzweck der Zone 1
(Naturentwicklungsgebiet) der ungestörte Ablauf natürlicher Prozesse in den
Lebensgemeinschaften von Torfstich-Gewässern, Birken-Moorwald, Erlen-Bruchwald,
Erlen-Eschen-Wald, Waldmeister-Buchenwald, Stieleichen-Hainbuchenwald und
naturnahem Laubwald reicher Standorte.