Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Calpenzmoor“
VO-NSGCALPENZMOOR§ 3 Schutzzweck
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Kesselmoore mit Hochmoorcharakter, der Torfstiche mit ihrem dystrophen Charakter und Moorinselbereichen, einem Restsee mit Verlandungs- und Schwimmblattbereichen, der Großseggenriede, Feucht- und Nasswiesen, des Erlenbruchwaldes und der nährstoffarmen Kiefernwälder;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Schwertlilie (Iris pseudacorus), Schlangenwurz (Calla palustris), Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia), Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata), Sumpfporst (Ledum palustre) und Torfmoosen (Sphagnum spec.);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Raubwürger (Lanius excubitor), Bekassine (Gallinago gallinago), Kranich (Grus grus), Tüpfelralle (Porzana porzana), Moorfrosch (Rana arvalis), Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae), Ringelnatter (Natrix natrix), Kleine Binsenjungfer (Lestes virens), Rosenkäfer (Cetonia aurata), Moosbeerenbläuling (Vacciniina optilete) und Großer Heufalter (Coenonympha tullia);
die Erhaltung des naturnahen Wasserhaushaltes und der Wasserspeicherfähigkeit der Moorkörper;
der Erhalt und die Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen Oder-/Neißetal und Spreewald.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Calpenzmoor“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Dystrophen Seen und Teichen und Übergangs- und Schwingrasenmooren als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Birken-Moorwald und Waldkiefern-Moorwald als prioritäre natürliche Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Großem Feuerfalter (Lycaena dispar) und Großer Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.