Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Restsee Tröbitz“

VO-NSGRESTSEETROEBITZ_2016

§ 3 Schutzzweck

(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes mit seinem oligotrophen Tagebausee sowie Pionier- und Vorwäldern der Kippenflächen als Elemente einer Bergbaufolgelandschaft an der Westgrenze des Niederlausitzer Braunkohlen-Bergbaureviers ist

die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Gewässern, Trockenrasen und Heiden (Silbergrasfluren, Calluna-Heiden, Ginsterfluren), naturnahen Kippenvorwäldern und Forsten mit Potenzial für naturnahe Wälder;

die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Doldenwinterlieb (Chimaphila umbellata), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), Braunroter Sitter (Epipactis atrorubens), Breitblättriger Sitter (Epipactis helleborine), Karthäuser- und Heide-Nelke (Dianthus carthusianorum und Dianthus deltoides), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Keulenbärlapp (Lycopodium clavatum), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Mondraute (Botrychium lunaria), Ästiger Rautenfarn (B. matricarii-folium) und Wasserschlauch-Arten (Utricularia sp.);

die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Vögel, Reptilien und Insekten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Brachpieper (Anthus campestris), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Kranich (Grus grus), Rotmilan (Milvus milvus), Waldwasserläufer (Tringa ochropus), Zauneidechse (Lacerta agilis) und Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans);

die Erhaltung des Gebietes als bedeutendes Brutgebiet von Wat- und Wasservögeln, insbesondere von Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Entenvögeln wie Schellente (Bucephala clangula), Rohrsängern wie Teich- (Acrocephalus scirpaceus) und Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) und Rallen;

die Erhaltung des Gewässers als wichtiges Rast-, Mauser- und Sammelgewässer für den Frühjahrs- und Herbstzug insbesondere von Entenvögeln und Graugänsen und als Nahrungs- und Überwinterungsgebiet insbesondere für Limikolen, Taucher wie Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) und Haubentaucher (Podiceps cristatus), Rallen wie Blessralle (Fulica atra) und Wasserralle (Rallus aquaticus), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Fischadler (Pandion haliaetus);

die Erhaltung aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung der Vegetationsdynamik in Naturwaldzellen und auf Rohbodenflächen der Kippen des Braunkohletagebaus;

die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen den Bergbaufolgelandschaften des nordwestlichen und westlichen Teils des Niederlausitzer Braunkohlen-Bergbaureviers.

(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Restsee Tröbitz“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von

Oligo- bis mesotrophen stehenden Gewässern mit Vegetation der Littorelleea uniflorae und der Isoeto-Nanojuncetea als natürlichem Lebensraumtyp von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;

Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra) und Schmalbindigem Breitflügel-Tauchkäfer (Graphoderus bilineatus) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.

Einzelnorm

§ 2 § 4