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BGH Beschluß vom 06.03.2001 – 4 StR 505/00
4. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
6. März 2001
in der Strafsache
gegen
wegen gefährlicher Körperverletzung
Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-
desanwalts und der Beschwerdeführer am 6. März 2001 gemäß § 349 Abs. 1
StPO beschlossen:
Die Revisionen der Nebenkläger Daniel Sch. und Frank
P. gegen das Urteil des Landgerichts Stralsund vom 27.
Juli 2000 werden als unzulässig verworfen.
Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmit-
tels und die dem Angeklagten dadurch entstandenen not-
wendigen Auslagen zu tragen.
Gründe:
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverlet-
zung (richtig: gefährlicher Körperverletzung in zwei tateinheitlich zusammen-
treffenden Fällen) zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von
zwei Jahren verurteilt. Gegen dieses Urteil wenden sich die beiden Nebenklä-
ger mit ihren Revisionen. Beide Rechtsmittel sind unzulässig.
Beide Beschwerdeführer haben jeweils ohne nähere Ausführungen "die
Verletzung materiellen und formellen Rechts" gerügt. Sie haben aber entgegen
§ 344 Abs. 1 StPO nicht angegeben, inwieweit sie das Urteil anfechten und
dessen Aufhebung beantragen. Die Revisionsschriften enthalten weder einen
Revisionsantrag noch eine nähere Begründung, aus der sich das Ziel der
Rechtsmittel entnehmen ließe. Es bleibt daher offen, ob die Nebenkläger sich
gegen die Nichtverurteilung des Angeklagten wegen versuchten Totschlags
wenden oder ob sie - was gemäß § 400 Abs. 1 StPO unzulässig ist - lediglich
den Rechtsfolgenausspruch beanstanden wollen. Die Erhebung der unausge-
führten Verfahrens- und allgemeinen Sachrüge genügt nicht, um die Zulässig-
keit der Rechtsmittel feststellen zu können, daher müssen die Revisionen als
unzulässig verworfen werden (st. Rspr.; vgl. BGHR StPO § 400 Abs. 1 Zuläs-
sigkeit 2, 5; BGH, Beschluß vom 30. April 1998 - 4 StR 124/98; Kleinknecht/
Meyer-Goßner StPO 44. Aufl. § 400 Rdn. 6 m.w.Nachw.).
Daß die Vertreter der Nebenkläger in der Hauptverhandlung beantragt
hatten, den Angeklagten wegen versuchten Totschlags zu verurteilen, ändert
daran nichts (Senatsbeschluß vom 9. November 2000 - 4 StR 425/00). Ob der
Senat der Rechtsauffassung des 1. Strafsenats im Beschluß vom 8. Dezember
1999 - 1 StR 571/99 -, auf den sich der Generalbundesanwalt für seine Auffas-
sung, die Revision sei zulässig, wenn auch unbegründet, beruft, zu folgen ver-
möchte, kann dahinstehen. Jedenfalls beruht jene Entscheidung auf einer "Ge-
samtschau des dargelegten Verfahrensgeschehens", mithin auf Umständen
des Einzelfalls, die es dem 1. Strafsenat ermöglicht haben, bei sachgerechter
Auslegung der Revisionsbegründung ein zulässiges Anfechtungsziel zu ent-
nehmen (vgl. BGHR StPO § 400 Abs. 1 Zulässigkeit 3). Daran fehlt es hier.
Meyer-Goßner Maatz Athing
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