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BGH Beschluss vom 18.12.2002 – IX ZA 31/02

IX. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

IX ZA 31/02

BESCHLUSS

vom

18. Dezember 2002

in dem Prozeßkostenhilfeverfahren

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter

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Dr. Kreft und die Richter Kirchhof, Dr. Fischer, Raebel und

am 18. Dezember 2002

beschlossen:

Der Antrag der Beklagten auf Bewilligung von Prozeßkostenhilfe

für eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im

Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Cottbus vom

21. August 2002 wird zurückgewiesen.

Gründe:

Das beabsichtigte Rechtsmittel bietet keine hinreichende Aussicht auf

Erfolg (§ 114 ZPO). Eine Nichtzulassungsbeschwerde gemäß § 544 ZPO n.F.

wäre unzulässig.

1. Gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO i.d.F. von Art. 3 Nr. 3 ZPO-RG (BGBl. I

2001 S. 1887, 1908) ist § 544 ZPO n.F. bis zum 31. Dezember 2006 mit der

Maßgabe anzuwenden, daß eine Nichtzulassungsbeschwerde nur zulässig ist,

wenn der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer (vgl. in-

soweit Art. 5 Nr. 3 des Gesetzes vom 26. November 2001, BGBl. I S. 3138)

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20.000

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Beklagten beträgt 1.071,97

?A@ 2.096,06 DM).

2. Die Übergangsregelung in § 26 Nr. 8 EGZPO ist - entgegen der Auf-

fassung der Antragstellerin - nicht verfassungswidrig. Der Senat kann keine

Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes gemäß Art. 3 I GG und keinen Verstoß

gegen das Rechtsstaatsprinzip feststellen.

a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist

der Gleichheitsgrundsatz nur dann verletzt, wenn sich ein vernünftiger aus der

Natur der Sache oder sonst sachlich einleuchtender Grund für die gesetzliche

Differenzierung nicht finden läßt. Dabei muß die Unsachlichkeit der getroffenen

Regelung evident sein, wenn Art. 3 I GG verletzt sein soll (BVerfGE 18, 121,

124 m.w.N.).

Die Übergangsregelung in § 26 Nr. 8 EGZPO kann für sich einen "ein-

leuchtenden Grund"

in Anspruch nehmen. Mit dieser Regelung soll

- ausweislich der Begründung zu dieser Vorschrift - "einer möglichen Überla-

stung" des Bundesgerichtshofes vorgebeugt werden (BT-Drucks. 14/4722

S. 126).

Das Bundesverfassungsgericht hat in wertabhängigen Revisionszu-

gangsbeschränkungen zur Entlastung eines Bundesgerichts keinen Verstoß

gegen Art. 3 Abs. 1 GG gesehen (BVerfGE 19, 323, 327).

b) Auch das Rechtsstaatsprinzip ist durch die Übergangsregelung nicht

verletzt, weil dieses nicht gebietet, daß der Rechtsweg in allen Zweigen einen

Instanzenzug hat, insbesondere stets das Rechtsmittel der Revision gegeben

sein muß (st.Rspr. des BVerfG; vgl. BVerfGE 19, 323, 327, 328 m.w.N.).

Kreft Kirchhof Fischer

Raebel

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