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BGH Beschluss vom 21.07.2004 – XII ZB 29/04

XII. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

21. Juli 2004

in der Familiensache

Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. Juli 2004 durch die

Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Prof. Dr. Wagenitz,

Dr. Ahlt und Dose

beschlossen:

Die Rechtsbeschwerde der weiteren Beteiligten zu 1 gegen den

Beschluß des 3. Senats für Familiensachen des Schleswig-

Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig vom 9. Februar

2004 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

Beschwerdewert: 500 €.

Gründe

I.

Die Parteien haben am 29. Mai 1964 geheiratet. Der Scheidungsantrag

des Ehemannes (Antragsteller; geboren am 23. März 1932) ist der Ehefrau (An-

tragsgegnerin; geboren am 10. August 1937) am 21. September 1999 zugestellt

worden. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die Ehe

geschieden (insoweit rechtskräftig) und den Versorgungsausgleich geregelt. Auf

die Beschwerden der Antragsgegnerin und der weiteren Beteiligten zu 1 hat das

Oberlandesgericht die Entscheidung zum Versorgungsausgleich abgeändert

und neu gefaßt. Dabei hat es im Wege des Rentensplittings nach § 1587 b

Abs. 1 BGB vom Versicherungskonto des Antragstellers bei der Landesversi-

cherungsanstalt Schleswig-Holstein (LVA; weitere Beteiligte zu 3) auf das Ver-

sicherungskonto der Antragstellerin bei der Bundesversicherungsanstalt für An-

gestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 2) Rentenanwartschaften in Höhe von mo-

natlich 219,13 €, bezogen auf den 31. August 1999, übe rtragen. Außerdem hat

es zu Lasten der Versorgung des Antragstellers bei der Versorgungsanstalt des

Bundes und der Länder (VBL; weitere Beteiligte zu 1) im Wege des analogen

Quasisplittings nach § 1 Abs. 3 VAHRG auf dem Versicherungskonto der An-

tragsgegnerin bei der BfA Rentenanwartschaften in Höhe von monatlich

211,21 €, bezogen auf den 31. August 1999, begründet.

Schließlich hat es zu

Lasten der Versorgung des Antragstellers bei der Schleswig-Holsteinischen

Landwirtschaftlichen Alterskasse (Alterskasse; weitere Beteiligte zu 4) durch

Realteilung auf dem Mitgliedskonto der Antragsgegnerin bei der Alterskasse

Rentenanwartschaften in Höhe von monatlich 145,17 €, be zogen auf den

31. August 1999, begründet.

Dabei ist das Oberlandesgericht nach den Auskünften der weiteren Be-

teiligten zu 1 bis 4 von ehezeitlichen (1. Mai 1964 bis 31. August 1999; § 1587

Abs. 2 BGB) Anwartschaften der Parteien in der gesetzlichen Rentenversiche-

rung bei der LVA und der BfA, jeweils monatlich und bezogen auf das Ende der

Ehezeit, in Höhe von 488,51 € für den Antragsteller un d 50,26 € für die An-

tragsgegnerin sowie bei der Alterskasse, ebenfalls monatlich und bezogen auf

das Ende der Ehezeit, in Höhe von 341,02 € für den Ant ragsteller und 124,42 €

für die Antragsgegnerin ausgegangen. Die für den Antragsteller bei der VBL

bestehenden Anwartschaften hat das Oberlandesgericht nicht umgewertet, da

der Antragsteller zum Ehezeitende bereits Altersrente bezog, und daher monat-

lich 496,16 € dem Versorgungsausgleich zugrunde gelegt.

Mit der zugelassenen Rechtsbeschwerde möchte die VBL die bei ihr be-

stehenden Anrechte des Antragstellers insgesamt als statisch qualifiziert wis-

sen. Die Parteien und die BfA haben sich im Rechtsbeschwerdeverfahren nicht

geäußert.

II.

Die nach §§ 629 a Abs. 2 Satz 1, 621 e Abs. 2 Satz 1 1. Halbs. Nr. 1,

2. Halbs. i.V. mit § 543 Abs. 2 ZPO zulässige Rechtsbeschwerde der VBL ist

nicht begründet.

Das Oberlandesgericht hat die für den Antragsgegner bei der VBL be-

stehenden Anwartschaften als im Leistungsstadium volldynamisch beurteilt.

Dies ist entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerdeführerin rechtlich nicht

zu beanstanden. Der Senat hat zwischenzeitlich entschieden, daß die Versor-

gungsanrechte aus der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes bei der

VBL nach der Neufassung der Satzung als im Anwartschaftsstadium statisch

und im Leistungsstadium dynamisch zu bewerten sind (vgl. Senatsbeschluß

vom 7. Juli 2004 - XII ZB 277/03 - zur Veröffentlichung bestimmt; ein Abdruck

des Beschlusses ist in der Anlage beigefügt).

Hahne

Sprick

Wagenitz

Ahlt

Dose