BGH Beschluss vom 01.09.2004 – XII ZR 73/01
XII. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
1. September 2004
in dem Rechtsstreit
Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 1. September 2004 durch
den Richter Sprick, die Richterin Weber-Monecke, den Richter Fuchs, die Rich-
terin Dr. Vézina und den Richter Dose
beschlossen:
Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 23. Zivilsenats
des Oberlandesgerichts Dresden vom 6. Februar 2001 wird nicht
angenommen.
Die Beklagte trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (§ 97
Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 114.726 €
Gründe
Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung. Die Revision hat
im Endergebnis auch keine Aussicht auf Erfolg (vgl. § 554b ZPO a.F. in der
Auslegung des Beschlusses des BVerfG vom 11. Juni 1980 - 1 PBvU 1/79 -
BVerfGE 54, 277).
Zwar kann ein Fachsenat am Oberlandesgericht aufgrund eigener Sach-
kunde ggf. auch die objektiven Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit ausschlie-
ßen. Dann muß er den Parteien aber spätestens in der mündlichen Verhand-
lung die eigene Sachkunde darlegen und ihnen hierzu Gelegenheit zur Stel-
lungnahme geben (BGH Urteile vom 20. Februar 1997 - VII ZR 231/95 -
NJW-RR 1997, 1108; vom 6. Dezember 1995 - VIII ZR 270/94 - BGHR ZPO
§ 287 Beweiserhebung 3 und vom 15. Dezember 1994 - I ZR 121/92 - NJW
1995, 1677). Das Berufungsgericht ist aber zu Recht davon ausgegangen, daß
der Mietvertrag nicht nach § 138 BGB nichtig ist, weil es an den dafür erforderli-
chen subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen fehlt (vgl. Senatsurteil vom
14. Juli 2004 - XII ZR 352/00 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Sprick
Weber-Monecke
Fuchs
Vézina
Dose