Rechtsprechung / BGH

BGH Beschluß vom 15.03.2005 – 5 StR 570/03

5. Strafsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom 15. März 2005 in der Strafsache gegen

wegen Betruges

Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. März 2005

beschlossen:

Die Anträge des Verurteilten auf Wiedereinsetzung in den

vorigen Stand sowie auf Nachholung rechtlichen Gehörs

werden zurückgewiesen.

G r ü n d e

I.

Der Senat hat mit Beschluß vom 20. Januar 2004 die Revision des

Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Leipzig vom 1. Juli 2003

nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Gegen diesen, ihm am

20. Januar 2004 bekannt gewordenen Beschluß wendet sich der Verurteilte

mit zwei Schreiben vom 2. Januar 2005, in welchen er die Aufhebung des

genannten Beschlusses, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen „feh-

lerhafter Revisionseinlegung“ durch seinen Verteidiger sowie die nachträgli-

che Gewährung rechtlichen Gehörs begehrt. Zur Begründung hebt er im we-

sentlichen darauf ab, daß sein damaliger Verteidiger die Revision mangelhaft

und ohne sein – des Angeklagten – Wissen begründet habe.

II.

Die Anträge haben keinen Erfolg.

1. Für die begehrte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist schon

deshalb kein Raum, weil der Angeklagte insoweit keine Frist versäumt hat.

Die Revision ist seinerzeit durch den Verteidiger des Angeklagten mit der

Sachrüge fristgerecht begründet worden. Im übrigen kann ein nach § 349

Abs. 2 StPO ergangener rechtskräftiger Beschluß grundsätzlich weder auf-

gehoben noch abgeändert oder ergänzt werden (vgl. BGHR StPO § 349

Abs. 2 Beschluß 1 und 2 m.w.N.).

Der Antrag wäre zudem auch deshalb unzulässig, weil der Angeklagte

ihn weder fristgerecht binnen einer Woche nach Wegfall des Hindernisses,

hier spätestens der 10. Februar 2004 nach Kenntnisnahme vom Inhalt der

Revisionsbegründung, gestellt noch die von ihm behaupteten Tatsachen ent-

sprechend § 45 StPO ausreichend glaubhaft gemacht hat; seine eigene Er-

klärung genügt insoweit nicht (vgl. Meyer-Goßner, StPO 47. Aufl. § 45 Rdn. 9

m.w.N.).

2. Der Antrag auf Nachholung rechtlichen Gehörs ist unbegründet. Der

Senat hat bei seiner Entscheidung vom 20. Januar 2004 das angefochtene

Urteil auf Grund der mit Schriftsatz vom 27. November 2003 näher ausge-

führten allgemeinen Sachrüge einer umfassenden sachlichrechtlichen Nach-

prüfung unterzogen. Diese hat keinen durchgreifenden Rechtsfehler zum

Nachteil des Angeklagten ergeben. Bei seiner Entscheidung hat der Senat

weder zulässiges Verteidigungsvorbringen übersehen noch Tatsachen oder

Beweisergebnisse verwertet, zu denen der Angeklagte nicht gehört worden

ist (vgl. BGHR StPO § 33a Satz 1 Anhörung 2, 3, 6).

Schließlich bliebe dieser Antrag im Ergebnis auch ohne Erfolg, weil

der Senat, hätte er die vom Angeklagten selbst verfaßte Revisionsbegrün-

dung als formgerecht und wirksam berücksichtigen können, die Revision in

gleicher Weise verworfen hätte (vgl. BGH, Beschluß vom 8. November 2001

5 StR 257/01). Anhaltspunkte für liquide Verfahrensrügen liegen nicht vor.

Bei den ausdrücklich erhobenen sachlichrechtlichen Beanstandungen han-

delt es sich um den unzulässigen Versuch, die Beweiswürdigung des Land-

gerichts durch eine eigene, davon abweichende Wertung zu ersetzen. Inhalt-

lich stellen diese die erfolgte Bestätigung des angefochtenen Urteils durch

den Senat nicht in Frage.

Harms Häger Gerhardt

Brause Schaal