BGH Urteil vom 25.01.2006 – IV ZB 36/03
IV. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
25. Januar 2006
in dem Rechtsstreit
Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-
zenden Richter Terno, die Richter Dr. Schlichting, Seiffert, die Richterin
Dr. Kessel-Wulf und den Richter Dr. Franke
am 25. Januar 2006
beschlossen:
Auf die Rechtsbeschwerde des Klägers wird der Be-
schluss der 9. Zivilkammer des Landgerichts Freiburg vom
23. September 2003 aufgehoben.
Die Sache wird zur Verhandlung und Entscheidung, auch
über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das
Berufungsgericht zurückgegeben.
Beschwerdewert: 1.000 €
Gründe
Die Rechtsbeschwerde ist begründet.
Der Umstand, dass beim Bundesgerichtshof ein Revisionsverfah-
ren anhängig ist, in dem über eine Rechtsfrage zu entscheiden ist, von
deren Beantwortung die Entscheidung eines zweiten Rechtsstreits ganz
oder teilweise abhängt, rechtfertigt die Aussetzung der Verhandlung des
zweiten Rechtsstreits auch dann nicht, wenn dem anhängigen Revisi-
onsverfahren
die Bedeutung
eines Musterprozesses
zukommt
(BGHZ 162, 373 ff. = NJW 2005, 1947 f.; BGH, Urteil vom 21. Februar
1983 - VIII ZR 4/82 - NJW 1983, 2496 unter II 2 a).
Im Übrigen ist der angefochtene Beschluss auch deshalb aufzuhe-
ben, weil die Revisionsverfahren IV ZR 162/03 und IV ZR 177/03 durch
die Senatsurteile vom 12. Oktober 2005 entschieden worden sind
(VersR 2005, 1565).
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 577 Abs. 6 Satz 2
ZPO abgesehen.
Terno Dr. Schlichting Seiffert
Dr. Kessal-Wulf Dr. Franke
Vorinstanzen:
AG Titisee-Neustadt, Entscheidung vom 18.12.2002 - 12 C 101/02 -
LG Freiburg, Entscheidung vom 23.09.2003 - 9 S 20/03 -