BGH Beschluss vom 07.02.2008 – IX ZB 77/05
IX. Zivilsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
7. Februar 2008
in dem Rechtsstreit
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter
Dr. Gero Fischer, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, die Richterin Lohmann und
den Richter Dr. Detlev Fischer
am 7. Februar 2008
beschlossen:
Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 23. Zivilsenats
des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 15. Februar 2005 wird auf
Kosten der Klägerinnen als unzulässig verworfen.
Der Wert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird auf 8.000 €
festgesetzt.
Gründe
Das Rechtsmittel ist zwar statthaft (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 522
Abs. 1 Satz 4 ZPO), jedoch unzulässig (§ 574 Abs. 2 ZPO). Weder hat die
Rechtssache grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des
Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entschei-
dung des Rechtsbeschwerdegerichts.
Die geltend gemacht Divergenz zur höchstrichterlichen Rechtsprechung
hinsichtlich der Frage eines Vertrauensschutzes bei telefonischen Auskünften
der Geschäftsstelle bezüglich der Verbescheidung von Fristverlängerungsan-
trägen (vgl. BGH, Beschl. v. 20. März 1996 - VIII ZB 7/96, NJW 1996, 1682; v.
20. Oktober 1997 - VIII ZB 32/97, NJW 1998, 1155 f.; v. 15. Oktober 2003
- VIII ZB 39/03, BGH-Report 2004, 270, 271) ist für die Beurteilung der Nicht-
einhaltung der Berufungsbegründungsfrist nicht entscheidungserheblich. Eine
wirksame Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist liegt nicht vor. Die gel-
tend gemachte Mitteilung der Geschäftsstelle ersetzt die Fristverlängerung
nicht, sie vermag nur das Verschulden des Anwalts an der Fristversäumung
auszuschließen. Ein Wiedereinsetzungsantrag ist nicht gestellt. Eine von Amts
wegen zu gewährende Wiedereinsetzung in den vorigen Stand scheidet man-
gels aktenkundiger Tatsachen aus (vgl. BGHZ 63, 389, 392; Beschl. v.
17. Januar 2006 - XI ZB 4/05, NJW 2006, 1518; Beschl. v. 31. Januar 2007
- XII ZB 207/06, NJW-RR 2007, 793, 794). Der Eingang eines Verlängerungs-
antrags und die Mitteilung der Geschäftsstelle über die Fristverlängerung ist
weder glaubhaft gemacht noch aus den Akten ersichtlich.
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO
abgesehen.
Dr. Gero Fischer
Prof. Dr. Gehrlein
Vill
Lohmann
Dr. Detlev Fischer
Vorinstanzen:
LG Düsseldorf, Entscheidung vom 29.09.2004 - 12 O 375/03 -
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 15.02.2005 - I-23 U 207/04 -