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BGH Beschlüsse vom 18.06.2008 – 1 StR 185/08
1. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
18. Juni 2008
in der Strafsache
gegen
wegen bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.
Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 18. Juni 2008 beschlossen:
1. Gegen die Versäumung der Frist des § 356a Satz 2 StPO wird
der Verurteilten auf ihre Kosten Wiedereinsetzung in den vori-
gen Stand gewährt.
2. Der Antrag der Verurteilten, das Verfahren wegen Verletzung
ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör in die Lage vor Erlass
der Senatsentscheidung vom 23. April 2008 zurückzuversetzen,
wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.
Gründe:
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1. Der Senat hat die Revision der Verurteilten gegen das Urteil des
Landgerichts Stuttgart vom 12. Dezember 2007 mit Beschluss vom 23. April
2008 gemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Die Wochenfrist
des § 356a Satz 2 StPO lief am 6. Mai 2008 ab. Wegen eines Versehens in der
Kanzlei des Verteidigers wurde die am 2. Mai 2008 gefertigte Gehörsrüge nicht
an den Bundesgerichtshof abgeschickt. Nach Entdeckung des Versäumnisses
wurden die Gehörsrüge und der Wiedereinsetzungsantrag am 28. Mai 2008
- mit Schriftsatz von demselben Tag - dem Bundesgerichtshof übermittelt. Die
Versäumung der Frist gemäß § 356a StPO hat die Verurteilte nicht zu vertreten.
Ihr ist daher insoweit auf ihre Kosten (§ 473 Abs. 7 StPO) Wiedereinsetzung in
den vorigen Stand zu gewähren.
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2. Die Gehörsrüge ist jedoch unbegründet. Der Senat hat bei seiner Ent-
scheidung vom 23. April 2008 weder Tatsachen noch sonstige Umstände ver-
wertet, zu denen die Verurteilte nicht gehört worden wäre, noch hat er zu be-
rücksichtigendes Vorbringen übergangen. Auch sonst wurde der Anspruch auf
rechtliches Gehör nicht verletzt. Soweit die Beschwerdeführerin rügt, der Senat
habe - trotz eines Hinweises in der Revisionsbegründung - die Nichtanwendung
des § 31 BtMG seitens des Landgerichts zu Unrecht nicht beanstandet, be-
hauptet sie der Sache nach, der Senat habe falsch entschieden. Dies beinhaltet
jedoch keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die Beschwer-
deführerin wurde gehört, aber nicht erhört. Eine Begründungspflicht für diese
letztinstanzliche, mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr angreifbare Ent-
scheidung bestand nicht (vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. August 2007 - 2 StR
169/07 - und vom 22. August 2007 - 1 StR 233/07 -, jeweils m.w.N.).
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Zutreffend ist allerdings, dass der Senat die Erwiderung des Verteidigers
auf die Antragsschrift des Generalbundesanwalts vom 2. April 2008 bei seiner
Entscheidung vom 23. April 2008 nicht berücksichtigt hat, da er sie nicht be-
rücksichtigen konnte. Denn zum Zeitpunkt der Beschlussfassung lag die Ent-
gegnung dem Senat weder vor, noch war sie bereits gefertigt. Die Erwiderungs-
frist gemäß § 349 Abs. 3 Satz 2 StPO lief mit dem 22. April 2008 ab. Der Senat
hat am folgenden Tag entschieden. Die Beschlussausfertigungen wurden von
der Geschäftsstelle des Senats am 28. April 2008 versandt. Der an den Gene-
ralbundesanwalt gerichtete Erwiderungsschriftsatz des Verteidigers datiert vom
28. April 2008 und ging am 30. April 2008 beim Bundesgerichtshof ein. Dieses
Schreiben hätte dem Senat aber auch keinen Anlass gegeben, anders zu ent-
scheiden, da in ihm lediglich die Argumentation in der Revisionsbegründung
nochmals betont wird. Wie der Verteidiger in der Gehörsrüge selbst vorträgt,
„wies er mit Schriftsatz vom 28. April 2008 ausdrücklich erneut auf die rechtsir-
rige Nichtanwendung des § 31 BtMG hin“.
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