Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Jakobsdorfer Feuchtland“

VO-ID212549

§ 3 Schutzzweck

(1) Schutzzweck des

Naturschutzgebietes ist

die Erhaltung und

Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere

verschiedenartiger naturnaher Kleingewässer mit ausgedehnten Verlandungszonen,

arten- und blütenreicher, extensiv genutzter Frisch- und Feuchtwiesen,

strukturreicher, teilweise mit Bäumen überschirmter Hecken sowie Baumreihen;

die Erhaltung und

Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von

§ 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng

geschützte Arten;

die Erhaltung und

Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles

Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Vögel,

Amphibien und Insekten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des

Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere

Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Kiebitz (Vanellus vanellus), Rebhuhn (Perdix

perdix), Moorfrosch (Rana arvalis), Laubfrosch (Hyla arborea), Fischotter (Lutra

lutra), Prächtiger Bläuling (Polyomatus amandus), Schachbrett-Falter (Melanargia

galathea), Große Pechlibelle (Isch­nura elegans), Kleine Pechlibelle (Ischnura

pumilio), Kleines Granatauge (Erythromma viridulum), Schwarze Heidelibelle

(Sympetrum danae), Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum) und

Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum);

die Erhaltung und

Entwicklung des zentralen Feuchtgebietes mit seinen naturnahen Gewässern wegen

seiner regionalen Bedeutung als Schlaf- und Rastplatz der Kraniche;

die Erhaltung und

Entwicklung einer strukturreichen Agrarlandschaft mit einem hohen Anteil an

Strukturelementen wie Hecken, Baumreihen, Söllen, Gräben und Randstreifen wegen

ihrer Vielfalt;

die Erhaltung und

Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Bestandteil des regionalen

Biotopverbundes zwischen der Kümmernitzniederung und dem Gewässersystem der

Stepenitz.

(2) Die

Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung eines Teiles des

Europäischen Vogelschutzgebietes „Agrarlandschaft Prignitz-Stepenitz“ (§ 7

Absatz 1 Nummer 7 des Bundesnaturschutzgesetzes) in seiner Funktion

als Lebensraum von

Arten nach Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG, insbesondere Schwarzspecht

(Dryocopus martius), Kranich (Grus grus), Rotmilan (Milvus milvus) und

Schwarzstorch (Ciconia nigra) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope,

als störungsarmes

Rast- und Überwinterungsgebiet für im Gebiet regelmäßig auftretende

Zugvogelarten wie Kiebitz (Vanellus vanellus), Kranich (Grus grus) und nordische

Gänse.

§ 2 § 4