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BGH Urteil vom 26.09.2007 – 1 StR 276/07
1. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
IM NAMEN DES VOLKES
URTEIL
vom
26. September 2007
in der Strafsache
gegen
wegen schwerer räuberischer Erpressung
Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat aufgrund der Verhandlung vom
25. September 2007 in der Sitzung am 26. September 2007, an denen teilge-
nommen haben:
Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof
Nack
und die Richter am Bundesgerichtshof
Dr. Wahl,
Dr. Boetticher,
Dr. Kolz,
Dr. Graf,
Richter am Landgericht
als Vertreter der Bundesanwaltschaft,
Rechtsanwalt
- in der Verhandlung vom 25. September 2007 -,
Rechtsanwalt
als Verteidiger,
Justizangestellte
als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,
für Recht erkannt:
1. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landge-
richts Tübingen vom 10. Januar 2007 wird verworfen.
2. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu
tragen.
Von Rechts wegen
Gründe:
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Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schwerer räuberischer Er-
pressung in drei Fällen sowie versuchter schwerer räuberischer Erpressung
unter Einbeziehung einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren aus einem ebenfalls
wegen schwerer räuberischer Erpressung ergangenen Urteil des Landgerichts
Stuttgart vom 24. Mai 2006 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren verur-
teilt.
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Die unbeschränkte Revision des Angeklagten ist auf mehrere Verfah-
rensrügen sowie auf die näher ausgeführte Sachrüge gestützt. Schwerpunkt der
Rügen bilden die Fragen, ob Berichte einer Gerichtshelferin zulässigerweise
verlesen werden durften und ob das Landgericht bei Bildung der Gesamtstrafe
den Rechtsgedanken des Härteausgleichs anwenden bzw. diese Frage aus-
drücklich erörtern musste, weil der Angeklagte wegen mehrerer im November
1995 in Österreich und im September 1997 in Deutschland begangener Strafta-
ten am 2. Juli 2003 durch ein rumänisches Gericht verurteilt worden war. Inso-
weit wäre nach Auffassung der Revision bei der Bemessung der Gesamtstrafe
zu berücksichtigen gewesen, dass hinsichtlich der ersten drei der vier vom
Landgericht abgeurteilten Taten eine Gesamtstrafenbildung auch mit der vom
rumänischen Gericht
ausgeurteilten
Strafe
nicht möglich war.
Die Revision bleibt ohne Erfolg.
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I.
Das Landgericht hat folgende Feststellungen getroffen:
1. Der unter anderem wegen mehrfachen Diebstählen in besonders
schweren Fällen zwischen Oktober 1991 und September 1992 vorbestrafte An-
geklagte überfiel am 2. Dezember 1993 zusammen mit einem Mittäter die Raiff-
eisenbank in O. . Die Täter erbeuteten unter Verwendung ungeladener
Schreckschusswaffen, mit denen sie die Angestellten bedrohten, ca. 14.500 DM
in deutscher und 3.800 DM in ausländischen Währungen.
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Am 2. Februar 1995 wollte der Angeklagte erneut die Raiffeisenbank in
O. unter Verwendung einer echt aussehenden Spielzeugpistole
überfallen. Weil jedoch der Bankangestellte die Türen bereits vorzeitig ge-
schlossen hatte, konnte er sein Vorhaben nicht ausführen und musste unver-
richteter Dinge mit einem zuvor entwendeten Pkw wegfahren.
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Am 8. November 2001 betrat der Angeklagte, maskiert mit einer Gum-
mimaske und bewaffnet mit einer Soft-Air-Pistole, eine Volksbank-Filiale in Of.
und bedrohte mit der echt aussehenden Waffe die Bankangestellten.
Er veranlasste sie, die Kassentresore zu öffnen, und entnahm daraus jeweils
das darin befindliche Bargeld. Sodann zwang er einen Bankangestellten, den
Haupttresor der Bank zu öffnen. Als dieser danach versuchte, dem Angeklagten
die Pistole wegzunehmen, schlug er den Bankangestellten nieder, worauf die-
ser das Bewusstsein verlor. Außerdem wurde ihm ein Schneidezahn komplett
mit Wurzel herausgeschlagen. Der Angeklagte entnahm die im Tresor befindli-
chen Geldscheine und flüchtete mit insgesamt ca. 130.000 DM.
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Am 6. Dezember 2005 betrat der Angeklagte kurz vor Schalterschluss
gegen 18 Uhr maskiert die Volksbank in A. , bedrohte mit
einer täuschend echt aussehenden Spielzeugmaschinenpistole die Bankange-
stellten und ließ sich aus dem Tresorraum sowie einem Kassenautomaten ins-
gesamt 15.000 € aushändigen. Bei seiner anschließenden Flucht entkam er
zunächst einer herbeigerufenen Polizeistreife, wurde jedoch einige Stunden
später im Rahmen einer Großfahndung in einem Erdloch versteckt verhaftet.
Die gesamte Beute konnte sichergestellt werden.
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2. Der bei der Gesamtstrafenbildung einbezogenen Verurteilung zu
sechs Jahren Freiheitsstrafe durch das Landgericht Stuttgart vom 24. Mai 2006
lag zugrunde, dass der Angeklagte zusammen mit zwei Mittätern, wobei der
eine als Fahrer im Fluchtfahrzeug verblieb, mit Wollmasken maskiert und einer
echt aussehenden schwarzen Pistole die Volksbank-Filiale in K. betrat.
Die beiden Täter bedrohten die Bankmitarbeiter sowie die anwesenden Bank-
kunden mit den mitgeführten Pistolen, zwangen die Angestellten, einen Safe
sowie ein Schließfach zu öffnen, und flüchteten unter Mitnahme auch einiger
ausländischer Währungen mit einem Gesamtgeldbetrag von 157.893,99 €.
Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision nahm der Angeklagte wäh-
rend der Hauptverhandlung in der vorliegenden Sache zurück.
3. Am 2. Juli 2003 war der Angeklagte durch das Landgericht Sibiu in
Rumänien zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Diesem
Urteil lagen neben anderen Straftaten ein am 12. November 1995 in Österreich
begangener schwerer Raub sowie ein im Bereich R. begangener Dieb-
stahl eines Fahrzeugs zugrunde, welches für einen Banküberfall auf die Volks-
bank B. am 23. September 1997 benutzt wurde. Für den in Ös-
terreich begangenen Raub hat das rumänische Gericht eine Einzelstrafe von
vier Jahren und für die in R. begangenen Taten Einzelstrafen von vier
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Jahren, drei Jahren und drei Monaten sowie einem Jahr und sechs Monaten
festgesetzt. Im letztgenannten Fall hat das rumänische Gericht die drei Einzel-
strafen wegen schweren Diebstahls des Kfz, Diebstahls eines Kfz-
Kennzeichens sowie Fahrens auf öffentlichen Straßen mit einem Fahrzeug mit
falschem Kennzeichen ausgesprochen. Hinsichtlich der Strafverbüßung der
ausgeurteilten (Gesamt-)Freiheitsstrafe wurden jedoch bereits verbüßte Straf-
zeiten gerichtlich einbezogener Vorverurteilungen angerechnet. Einen Teil des
offenen Strafrests verbüßte der Angeklagte vom 25. Mai 2004 bis zum 7. De-
zember 2004 in einem rumänischen Gefängnis.
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II.
Die Revision des Angeklagten ist unbegründet.
Näher auszuführen ist dies nur hinsichtlich der beanstandeten Verlesung
der Gerichtshilfeberichte sowie des beanstandeten Gesamtstrafenausspruchs.
Im Übrigen wird auf die zutreffenden Erwägungen in der Antragsschrift des Ge-
neralbundesanwalts vom 11. Juni 2007 verwiesen.
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1. Die Revision beanstandet zu Unrecht, dass die von der Gerichtshilfe
erstellten Opferberichte in allseitigem Einverständnis verlesen wurden. Dabei
waren die Berichte über die körperlichen und psychischen Folgen für die Opfer
der von dem Angeklagten begangenen Banküberfälle für diesen Zweck erstellt
worden. Die Kammer konnte die Verlesung gemäß § 251 Abs. 1 Nr. 1 StPO
vornehmen.
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Die Gerichtshilfe ist ein - regelmäßig zum Geschäftsbereich der Landes-
justizverwaltungen gehörendes (Art. 294 EGStGB) - unselbständiges Ermitt-
lungsorgan zur Unterstützung der Sachverhaltsaufklärung durch die Staatsan-
waltschaft und das Gericht. Aus § 160 Abs. 3, § 463d StPO ergibt sich, dass
der Gerichtshilfe in erster Linie die Aufgabe zugewiesen ist, Ermittlungen in Be-
zug auf die persönlichen Verhältnisse und das soziale Umfeld des Beschuldig-
ten oder Verurteilten zu führen. Sie kann jedoch auch - wie hier - zu anderen
Aufgaben herangezogen werden, wenn die Staatsanwaltschaft oder das Gericht
es für angezeigt hält, auf spezifische berufliche Fähigkeiten in der Sozialarbeit
zurückzugreifen. Aufgabe der Gerichtshilfe ist aber nicht die Aufklärung der Tat
(vgl. Rieß in Löwe/Rosenberg, StPO 25. Aufl. § 160 Rdn. 79, 81, 87).
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Die Gerichtshilfe bleibt freilich primär Ermittlungshilfe und kann allenfalls
sekundär Sozialhilfe - wie die Jugendgerichtshilfe - sein (vgl. BGH NStZ-RR
2001, 27). Die Gerichtshilfe ist auch kein Verfahrensbeteiligter mit eigenen Be-
fugnissen; sie hat insbesondere kein - § 50 Abs. 3 Satz 2 JGG entsprechen-
des - Äußerungsrecht in der Hauptverhandlung. Daher ist es im Strengbeweis-
verfahren nicht zulässig, den Gerichtshelfer "formlos" anzuhören. Wenn es das
Gericht nach Maßgabe der Aufklärungspflicht (§ 244 Abs. 2 StPO) für geboten
hält, den Gerichtshilfebericht in die Hauptverhandlung einzuführen, und dies
nicht im Wege des Vorhalts etwa an den Angeklagten oder Zeugen aus seinem
sozialen Umfeld geschehen kann, kann der Gerichtshelfer zwar persönlich ge-
hört werden; dann ist er aber - ebenso wie ein Bewährungshelfer - regelmäßig
als (sachverständiger) Zeuge, ausnahmsweise auch als Sachverständiger zu
vernehmen (vgl. Rieß aaO Rdn. 102 f.). Er kann dabei auf den von ihm verfass-
ten schriftlichen Bericht zurückgreifen.
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Aus dem Aufgabenbereich und der rechtlichen Stellung der Gerichtshilfe
im Strafverfahren ergeben sich die Möglichkeiten der Einführung von Gerichts-
hilfeberichten im Wege des Urkundenbeweises. Weil der Gerichtshelfer in der
Hauptverhandlung Zeuge oder Sachverständiger ist, kann eine Verlesung unter
den Voraussetzungen des § 251 Abs. 1 StPO erfolgen (vgl. Meyer-Goßner,
StPO 50. Aufl. § 160 Rdn. 26; Pfeiffer in KK-StPO 5. Aufl. Einl. Rdn. 84;
Schlüchter in SK-StPO 52. Lfg. § 256 Rdn. 17). So ist es hier zulässigerweise
nach § 251 Abs. 1 Nr. 1 StPO geschehen.
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Inwieweit daneben eine Verlesung von Gerichtshilfeberichten nach § 256
Abs. 1 Nr. 1 lit. a oder Nr. 5 StPO möglich ist, braucht der Senat hier nicht ab-
schließend zu klären.
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2. Auch die Bemessung der Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren hält
sachlich-rechtlicher Überprüfung stand.
Das Landgericht hat Einzelstrafen von fünf Jahren, drei Jahren sechs
Monaten, sechs Jahren und nochmals fünf Jahren verhängt (Tatzeiten: 2. De-
zember 1993, 2. Februar 1995, 8. November 2001 und 6. Dezember 2005).
Diese Freiheitsstrafen und die einbezogene Freiheitsstrafe von sechs Jahren
aus dem Urteil des Landgerichts Stuttgart (Tatzeit: 4. Dezember 2003) hat es
auf die Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren zurückgeführt. Hiergegen ist revisi-
onsrechtlich nichts zu erinnern.
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Das Landgericht hat sich zu Recht daran gehindert gesehen, die Strafen
aus dem Urteil des Landgerichts Sibiu vom 2. Juli 2003 - wegen des damit ver-
bundenen Eingriffs in die Rechtskraft - in die Gesamtstrafenbildung mit einzu-
beziehen (BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Härteausgleich 8; BGH NStZ-RR
2000, 105). In diesem Urteil, in dem eine (Gesamt-)Freiheitsstrafe von sechs
Jahren ausgesprochen wurde, wurden unter anderem auch Straftaten in
Deutschland aus dem Jahr 1997 (Freiheitsstrafen von vier Jahren, von drei Jah-
ren drei Monaten und von einem Jahr sechs Monaten) und einem in Österreich
am 12. November 1995 begangenen Raub (Freiheitsstrafe von vier Jahren) ab-
geurteilt, welche der Angeklagte ebenfalls im Zusammenhang mit weiteren
Banküberfällen begangen hatte und die zumindest teilweise mit vorliegend ab-
geurteilten Taten gesamtstrafenfähig gewesen wären, sofern jedenfalls die Ver-
urteilungen durch ein deutsches Gericht erfolgt wären.
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Zwar hat das Landgericht, das die Vorverurteilung in Rumänien ausführ-
lich dargelegt hat, diesbezüglich den Rechtsgedanken des Härteausgleichs bei
der Bemessung der Gesamtstrafe nicht erörtert. Dies gefährdet den Bestand
der Gesamtstrafe jedoch nicht:
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Der Nachteil, der dem Angeklagten dadurch entstanden ist, dass im Aus-
land verhängte Strafen nicht gesamtstrafenfähig sind, ist hier durch eine ander-
weitige Gesamtstrafenbildung ausgeglichen worden (vgl. BayObLG NJW 1993,
2127; Tröndle/Fischer, StGB 54. Aufl. § 55 Rdn. 21). Würde nämlich unterstellt,
dass diese Strafen aus der rumänischen Vorverurteilung in die Gesamtstrafen-
bildung einzubeziehen gewesen wären, so hätte infolge der - fiktiv eintretenden
- Zäsurwirkung auf zwei Gesamtfreiheitsstrafen erkannt werden müssen, näm-
lich auf eine Gesamtfreiheitsstrafe aus den dieser Vorverurteilung zugrunde
liegenden Strafen und aus den Strafen für die verfahrensgegenständlichen Ta-
ten 1 bis 3 sowie auf eine weitere Gesamtfreiheitsstrafe aus der Strafe im Urteil
des Landgerichts Stuttgart und der Strafe für die verfahrensgegenständliche Tat
4. Nur weil die im Ausland verhängten Strafen nicht gesamtstrafenfähig sind,
kann mithin aus den Einzelstrafen für die verfahrensgegenständlichen Taten
und der Strafe im Urteil des Landgerichts Stuttgart überhaupt eine einheitliche
Gesamtfreiheitsstrafe gebildet werden. Aufgrund der von der Strafkammer im
Urteil mitgeteilten, sehr ausführlichen Strafzumessungserwägungen kann der
Senat ausschließen, dass bei einer ausdrücklichen Erörterung der fiktiven Ge-
samtstrafenbildung die Summe der beiden zu bildenden Gesamtstrafen gerin-
ger als die nunmehr zu Gunsten des Angeklagten aus allen Einzelstrafen zu-
sammen mit der Strafe des Landgerichts Stuttgart gebildete Gesamtstrafe zu-
züglich der in Rumänien verhängten Strafe gewesen wäre.
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Auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Gesamtfreiheitsstrafe von
13 Jahren neben die in Rumänien verhängte (Gesamt-)Freiheitsstrafe von
sechs Jahren tritt und beide Strafen zusammen die gesetzliche Obergrenze
nach § 54 Abs. 2 Satz 2 StGB übersteigen (vgl. zu einem "Gesamtstrafenübel"
Rissing-van Saan in LK 12. Aufl. § 55 Rdn. 35 m. w. N.), bestehen gegen die
Angemessenheit keine Bedenken. Der Angeklagte beging die verfahrensge-
genständliche Tat 4 ebenso wie die durch das Landgericht Stuttgart abgeurteilte
Tat, nachdem er mehrere Jahre der in Rumänien verhängten Strafe verbüßt
hatte, was ihn also nicht von weiteren Banküberfällen abhielt.
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Der vorliegende Fall ist nach alledem anders gelagert als der - vom Be-
schwerdeführer in Bezug genommene - "Extremfall" (so BGHR StGB § 55
Abs. 1 Satz 1 Härteausgleich 10), der dem Senatsurteil vom 30. April 1997 -
1 StR 105/97 (BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Härteausgleich 8) zugrunde lag
(vgl. auch BGH NStZ-RR 2000, 105).
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3. Schließlich beschwert es den Angeklagten nicht, dass der Tatrichter in
nur schwer nachvollziehbarer Weise bei der Prüfung der Voraussetzungen ei-
ner Unterbringung in der Sicherungsverwahrung das Vorliegen eines Hanges
"nicht sicher" zu bejahen vermochte, obgleich nach den Urteilsfeststellungen
der Angeklagte seit 1993 bis zu seiner Verhaftung im Dezember 2005 jeweils
von Rumänien aus häufig nach Österreich, Deutschland, Frankreich und die
Beneluxstaaten reiste und diese Auslandsaufenthalte "regelmäßig im Zusam-
menhang mit der Begehung von Straftaten, meist Raubüberfällen", standen
- und zwar offenbar unbeeindruckt wieder erneut nach der Verbüßung einer
mehrjährigen Haftstrafe in Rumänien.
Nack Wahl Boetticher
Kolz Graf