Rechtsprechung / BPatG / 2000

BPatG Beschluss vom 15.11.2000 – 29 W (pat) 340/99

29. Senat

BUNDESPATENTGERICHT

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(Aktenzeichen)

B E S C H L U S S

In der Beschwerdesache

betreffend die Markenanmeldung 397 57 401.0

hat der 29. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der

Sitzung vom 15. November 2000 durch den Vorsitzenden Richter Meinhardt, die

Richterin Pagenberg und den Richter Guth 10.99

beschlossen:

Auf die Beschwerde der Anmelderin wird der Beschluß der Markenstelle für Klasse 42 des Deutschen Patent- und Markenamts

vom 27. September 1999 aufgehoben.

Die Bezeichnung

G r ü n d e

REPDATA

ist als Wortmarke für die Waren und Dienstleistungen

zur Eintragung in das Markenregister angemeldet worden.

Die Markenstelle für Klasse 42 des Deutschen Patent- und Markenamts hat die

Anmeldung zurückgewiesen, weil der angemeldeten Bezeichnung jegliche Unterscheidungskraft fehle. Die angemeldete Marke erweise sich lediglich als eine

sprachübliche Wortneuschöpfung, die keinen über bloße Sachangaben hinausgehenden, hinreichend phantasievollen Gesamteindruck vermittle, sondern nur

eine beschreibende Gesamtaussage beinhalte. Sie bestehe aus der Kombination

der beiden Wörter "Rep" und "Data", bei denen es sich um die lexikalisch nachweisbare Abkürzung für "Reparatur" bzw um das englische Wort "data" in der Bedeutung von "Daten" handele. Als gebräuchlicher Ausdruck der Fachsprache für

das Computerwesen sei er auch den Endabnehmern bekannt. Dem inländischen

Verkehr stelle sich die angemeldete Bezeichnung als ohne weiteres verständliches Synonym für den Begriff "Reparaturdaten" dar. Eine Mehrdeutigkeit ergebe

sich auch nicht aus der Tatsache, daß das Wort "Rep" noch andere Bedeutungen

aufweise.

Hiergegen richtet sich die Beschwerde der Anmelderin. Sie beantragt sinngemäß,

den angefochtenen Beschluß aufzuheben.

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts und der Gründe wird auf den

im Parallelverfahren 29 W (pat) 339/99 ergangenen Beschluß des Senats vom

gleichen Tag betreffend die Marke "REPDOC" verwiesen und Bezug genommen,

die für die gleichen Waren und Dienstleistungen beansprucht ist. Die Gründe, die

zur Bejahung der Schutzfähigkeit dieser Bezeichnung gemäß § 8 Abs 2 Nr 1 MarkenG und Verneinung eines Freihaltungsbedürfnisses (§ 8 Abs 2 Nr 2 MarkenG)

geführt haben, gelten

für die vorliegende, vergleichbare Wortkombination

"REPDATA" entsprechend. Der angefochtene Beschluß ist zwar von der zutreffenden, entscheidungserheblichen Frage ausgegangen, ob sich für die angemeldete

Marke in ihrer Gesamtheit im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren und

Dienstleistungen eine hinreichend bestimmte Bedeutung ergibt. Auch trifft die

Bewertung des Markenbestandteils "DATA" in seiner Bedeutung von "Daten" auf

den betroffenen Gebieten zu. Der Senat ist jedoch aus den in dem Parallelverfahren 29 W (pat) 339/99 angegebenen Gründen der Auffassung, daß die

Verwendung der Abkürzung "Rep." in Wortverbindungen zur eindeutigen Beschreibung unüblich ist und vom angesprochenen Fachverkehr selbst dann als

ungewöhnlich aufgefaßt wird, wenn der Wortteil "REP" in der Gesamtbezeichnung

überhaupt als Kürzel für "Reparatur" erkannt wird. Denn auch dann ist zu erwarten, daß der Verkehr darin allenfalls eine nach Art einer sprechenden Marke gebildete, Inhalt und Zielrichtung andeutende Aussage sehen und sie nicht als reine

Sachangabe werten wird. Der angemeldeten Marke kann demnach weder jegliche

Unterscheidungskraft abgesprochen werden noch besteht ein Freihaltungsbedürfnis.

Meinhardt

Guth

Pagenberg

Cl